Der Sinn dieser Exerzitien, sich von den Strahlen der Liebe Gottes berühren lassen, damit wir fähig werden, Wertschätzung zu schenken. Wir dürfen in diesen Exerzitien drei Vätern begegnen: Niklaus von der Flüe, Pater Kentenich und Gott Vater, so die Einladung.

  1. Niklaus von Flüe, Mystiker, Richter, Friedensstifter, Landesvater.

Einige Daten: vor 600 Jahren, am 21. März 1417 geboren. Er wird Bauer, ist wohlhabend, zieht auch in den Krieg. Mit 28 Jahren heiratet er Dorothea Weiss, die erst 16 Jahre alt ist. Zusammen haben sie 10 Kinder. Zirka 48-jährig erlebt er eine 2 Jahre lang dauernde tiefe Unruhe und Depressionen, bis ihm klar wird, was Gott von ihm will. Dorothea, die das alles sicher schmerzvoll miterlebte, gibt ihm das Jawort zum Einsiedlerleben, ja näht ihm sogar den Eremitenrock. Sie hat entscheidend mitgeholfen, dass er, Niklaus, seine Berufung leben konnte. Niklaus von Flüe, bald Bruder Klaus genannt, konnte weder schreiben, noch lesen. Zur Betrachtung machte er sich eine Zeichnung; das bekannte Rad, das war sein Buch. Die Mitte des Rades, die Nabe, ist Gott, die 6 Speichen deuten die Beziehung: Gott – Mensch und Mensch – Gott, diese tiefe Verbundenheit. Durch sein Beten und sein Wunderfasten – er lebte 20 Jahre ohne jegliche Nahrung ausser der heiligen Kommunion – erlangte er eine tiefe Weisheit. Durch seine Vermittlung rettete er die Schweiz vor einem sicheren Krieg (Stanserverkommnis 1481). Auch wurde er sonst für viele zum Ratgeber über die Landesgrenzen hinaus. Seine Devise: Fried ist allweg in Gott und Gott ist Friede. 1487 stirbt er. Sein Leben, ein krasser Gegenpol zur damaligen Weltsituation: Zerrüttung, Glaubenskrise, Grausamkeit, Vergnügungssucht, sexuelle Unsitten – der heutigen Situation nicht unähnlich.

  1. Pater Kentenich (50. Todestag 2018)

Vater und Gründer der Schönstattbewegung. Er hat uns das Liebesbündnis geschenkt. Wir feiern ihn als Prophet und Künder des Vorsehungsglaubens und der unendlichen Vaterliebe und Barmherzigkeit Gottes. Gott, der Vater hat für jeden Menschen einen Liebes-, Weisheits- und Allmachtsplan, hat jeden als Original geschaffen und Ihm sind wir wertvoll. Es ist gut, wenn wir uns immer wieder in die Literatur von Pater Kentenich vertiefen, vor allem die Predigten von Milwaukee, und uns täglich fragen: Wo hat Gott Vater mich geführt, geliebt, wo habe ich seine Liebkosung erfahren. Freude wie auch Leid sind Liebkosungen Gottes (seine warme Hand in eisernen Handschuhen). Gott ist für uns bis zum Äussersten gegangen – er hat seinen Sohn am Kreuz für uns sterben und verbluten lassen – eine Realität, die man nicht „light“ machen kann. Gott möchte auch von uns die Ganzhingabe, ein wenig Ranft, die auch das Opfer nicht scheut. Mit unserem Leben im Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin der „Kirche light“ entgegentreten, antreten wie ein Heer. Mit einem Herzen voll Liebe, voll Freude, voll Dankbarkeit.

Ein Hoffnungsstern am Himmel: Priesterweihe von Raphael Troxler am 19. und Primiz am 20. August 2017 in Wil. Primiz auf dem Berg Sion, Horw am 17. September 2017.

Neben den Vorträgen von Pater Horn, hielten wir unter anderem auch gemeinsame Gebetszeiten. Das Meditationsrad von
Bruder Klaus prägte die Morgen- und Abendlobe. Diese vermittelten uns wertvolle Impulse für den Alltag. In das Gebet des schmerzhaften Rosenkranzes legten wir die Nöte so vieler Menschen in der Welt. Der Kreuzweg des Herrn brachte uns neu zum Bewusstsein, wie gross die Liebe Gottes zu uns ist. Die täglichen Eucharistiefeiern gaben dem Ganzen ein tiefes Gepräge. Am Schluss der Exerzitien erneuerten wir das Liebesbündnis und liessen uns mit dem eucharistischen Segen in den Alltag zurück senden. Wir 42 Frauen, die an den Exerzitien teilgenommen haben, nehmen in den Alltag mit, dass wir und jeder Mensch eine gottgeschenkte Würde hat und unendlich geliebt ist. Aus dieser Würde heraus, versuchen wir neu, unsere Jahresparole zu leben: www.wertschätzen-wirkt-wunder.ch

Herzliches Vergelts Gott Pater Horn, Schwester Beatris und den unermüdlichen Frauen, die vorbereitet und mitgeholfen haben. M. Heim