Auch auf die Gefahr hin, einem 1. April-Scherz auf den Leim zu gehen, trafen sich gegen 20 Frauen zur Tagung: „Krönchen heute schon gerichtet?“ Alle Teilnehmerinnen hatten sich vom Thema ansprechen lassen und waren gespannt, was sich hinter diesem Titel verbarg. Herzlich wurden wir von Sr. M.Beatris und Petra Schuh begrüsst. Bei der Vorstellung durften wir den Grund angeben, warum wir uns gerade zu dieser Tagung angemeldet haben. Interessante Beiträge waren zu hören, u.a. hatten zwei Frauen diese Tagung von Freundinnen geschenkt erhalten. Ich fand das eine prima Idee und werde es mir merken. So kann man einer nahe stehenden Person mit einem Verwöhntag mit seelischen Tiefgang viel Freude bereiten.

Zuerst führte uns Petra Schuh ins Thema ein. Dabei kam ihr der heutige Spruch auf ihrem persönlichen Tageskalender zu Hilfe: „Lebe zufrieden und du wirst ein König sein!“ Gottes Vorsehung!? Ihr Referat sollte uns bewusst machen, dass wir alle Besitzer eines Krönchens sind, welches uns einen unverlierbaren Wert, eine Würde schenkt. Gott hat uns durch die Taufe diese Würde geschenkt und niemand kann sie uns rauben. P. Schuh erzählte uns Tiefsinniges und auch Trauriges aus ihrem fundierten Berufswissen als Kadermitglied des Rettungsdienstes „Schutz und Rettung“ Zürich. Dort gilt für alle Mitarbeiter das Zitat der WHO: Die Würde des Menschen ist unantastbar! So erzählte sie von einer stark alkoholabhängigen Frau in desolatem Zustand, die auf das Ansprechen der Rettungssanitäterin bemerkte: „So anständig bin ich in meinem Leben noch nie angesprochen worden!“………

Sr. M.Beatris spielte darauf ein in den Charts der 90-er Jahre bekanntes Lied vor: Du bist ein Königskind, dessen Wege heilig sind, dessen Würde ewig besteht, in dem der König lebt. Anhand von drei Punkten, geschrieben von Ute Weiner, zeigte sie uns auf, wer wir in den Augen Gottes sind.

  1. Ich bin ein Gedanke Gottes: Erschaffen aus Liebe und beim Namen gerufen, bedingungslos geliebt von Anbeginn, einzigartig, einmalig, unverwechselbar. Sie illustrierte dies mit der Einmaligkeit des Fingerabdrucks, der bei jedem Menschen verschieden ist und auch zur Identifizierung jedes Individuums benutzt werden kann. Ebenso führte Sr. M. Beatris aus, dass von den 6,5 Milliarden Menschen keine einzige Augen-Iris dasselbe Muster aufweist. Ebenso unterschiedlich ist der Geruch jedes Weltbewohners. All dies ist wissenschaftlich erwiesen!
  1. Ich bin ein Kind Gottes: Geliebt wie von einem Vater, angenommen trotz aller Schuld, beschützt und umfangen auf jedem meiner Schritte. Durch die Taufe werden wir ein Kind Gottes, und somit auch ein Königskind.
  1. Ich bin ein Abbild Gottes: Ihm ähnlich, den Keim des Göttlichen in mir tragend, fähig, seine Liebe zu erwidern und an andere weiter zu schenken, den Menschen anvertraut, um für sie da zu sein.

Sr. M.Beatris bekräftigte diese Aussagen durch diverse Bibeltexte, sowie mit einem Zitat von P. Josef Kentenich. Nach einem feinen Mittagessen mit regem Austausch und einer ausgiebigen Siesta ging’s weiter mit dem Titel:

Noblesse oblige = Adel verpflichtet!

Eine Krone verleiht uns nicht nur Würde, sondern wir sind auch herausgefordert, Werte und den Sinn im Leben zu erkennen und danach zu leben. Selbst im Konzentrationslager von Dachau, konnte niemand Pater Kentenich die Krone, sprich Würde, Respekt und Wert, rauben. Petra Schuh erzählte uns dazu Episoden aus jener traurigen Zeit.

Ebenso muss man eine Krone nicht nur tragen, sondern sie auch hegen und pflegen. Wie ein Formel 1 Auto nach jedem Rennen völlig auseinander genommen, geputzt und wieder zusammengesetzt wird, müssen wir zu uns Sorge tragen, Oasen der Stille, Auszeiten und Time out’s in unser Leben einbauen, aber auch Kraft im Gebet schöpfen. Ebenso wurde auf den wichtigen Wert der Beichte hingewiesen, wenn unser Krönchen durch unser Fehlverhalten einmal in Schieflage geraten sein sollte.

 

Nun waren wir ganz konkret herausgefordert! Das Leiterteam hat uns für die praktische Umsetzung einige Besinnungsfragen gestellt, die wir persönlich festhalten konnten. Wir hoffen, dass wir die vielen Anregungen und Erkenntnisse der heutigen Tagung im Alltag umzusetzen können.

Im Heiligtum durften wir uns von der Gottesmutter neu senden lassen als geliebte Königskinder Gottes. Unser grosser Dank gebührt Sr. M.Beatris und Petra Schuh für die aufbauende Tagung, sowie Trudi Aggeler für das Krönchen-Guetsli und dem Gedicht des Königs der Könige von Ruth Heil, das ich den Leserinnen nicht vorenthalten möchte.

Heidi Haueter

 

Geliebtes Königskind!
Hiermit verleihe ich Dir die Königswürde.
Ich habe Dich erwählt,
weil Du unendlich kostbar bist in meinen Augen.
Du bist unvergleichlich und einmalig.
Ich setze mein Leben für Dich ein, so wichtig bist Du mir.

Nimm Deinen Platz ein, da, wo ich Dich eingesetzt habe.
Lass Dich nicht durch Deine Aufgaben dazu verleiten,
Dich minderwertig zu fühlen.
Keine Arbeit braucht Dir zu gering sein.
Deine Treue ist wichtig, auch im Kleinen.
Sei Dir Deiner Erwählung täglich gewiss.

Wenn dir Fehler unterlaufen, komm zu mir und erzähle es mir.
Dann werde ich da sein und für Dich einstehen,
wieder gutmachen und die Schuld bezahlen.

Geh fröhlich Deinen Weg.
Ich werde Dich keinen Moment im Stich lassen.
Ich selbst stehe zu Dir und habe Dir die Krone aufgesetzt
und ich habe Dich unendlich lieb.

Der König der Könige