m Folgenden finden Sie zwei Artikel zum Treffen im Flüeli und unten noch einen Link auf einen weiteren Bericht und Fotos

500 Jahre Reformation und 600  Jahre Niklaus von Flüe – was haben diese Gedenkjahre uns heute zu sagen? Zu diesem Thema trafen sich am 9. September über 260 Personen aus verschiedenen Kirchen in der Mehrzweckhalle Flüelimatte.
Schon am Morgen war das Postauto, welches sich Richtung Flüeli, Dorf hochschlängelte, randvoll. Die Teilnehmenden aus fast 30 verschiedenen christlichen Bewegungen und Kommunitäten reisten von der ganzen Schweiz an –  mit dem Interesse, mehr über Niklaus von Flüe zu erfahren und als Christen über die Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam auf dem Weg zu sein. Anwesend waren unter anderem Vertreter der Fokolar-Bewegung, der Schönstattbewegung und dem Landeskirchenforum. Bereits beim Ankommen wurde eifrig diskutiert und bei Kaffee und Gipfeli geplaudert, bevor das Programm losging. Die Tagung war mit Theater und Chorbeiträgen, sowie auch persönlichen Austauschgruppen abwechslungsreich gestaltet.

Miteinander auf dem Weg
«Wir sind überzeugt, dass Bruder Klaus Impulse geben kann, um Spannungen aufzuheben. Deshalb wollen wir hören, was er uns zu sagen hat für unser Miteinander im hier und jetzt», auf diese Weise begrüsste Matthias Bühlmann aus der Vineyardgemeinde Bern die Teilnehmenden zur Tagung. Der Tag wurde von der schweizerischen Spurgruppe Miteinander unterwegs, die dem Netzwerk «Miteinander für Europa» angehört, organisiert. Diesem ökumenischen Netzwerk gehören über 300 christliche Gruppierungen und Kommunitäten an. Bruder Klaus als Brücke zwischen den Kirchen – dies wurde unter anderem deutlich in den persönlichen Austauschgruppen, wo die Teilnehmenden angeregt wurden, über ihre eigenen Grenzen nachzudenken: Was hindert mich daran, auf Menschen anderer Konfessionen zuzugehen?
Der Einsiedler, so der reformierte Pfarrer Peter Dettwiler, stehe keineswegs für die Geringschätzung von Familie, Beruf und gesellschaftlichem Wirken. Vielmehr verkörpert er, was Jesus sagte: «Wer sein Leben verliert, wird es finden.» Der Landmann und Familienvater gab alles auf, um im Ranft Gott zu suchen. Im radikalen Loslassen ist Bruder Klaus Vorbild, sagte Dettwiler (Fokolar-Bewegung): «eine prophetische Gestalt auch und gerade für unsere Zeit».

Die Zeiten des Ringens
Alicia Furer, Historikerin und Jugendliche der Jahu-Gemeinschaft setzte den Fokus auf die «Zeiten des Ringens» und meint dabei bei Bruder Klaus die zwei Jahre, in welchen er hin- und hergerissen zwischen Familie und Einsiedlerleben, bis er spürte, welcher Weg der richtige sei. «Wir Jugendliche sind uns nicht mehr gewohnt, uns der Unruhe auszusetzen und die Zeiten des Ringens zu ertragen. Genau diese Zeiten sind es jedoch, in denen die grössten Prozesse stattfinden in uns.», so Alicia Furer. Bruder Klaus war ständig auf der Suche und genau dies fasziniert.

Mehr Ranft!
Die Bedeutung von Niklaus von Flüe ging jedoch über die christlichen Grenzen hinaus. Bruder-Klaus-Experte Roland Gröbli erklärte den Titel des Jubiläumsjahres «Mehr Ranft»: «Einerseits wollen wir einladen zu mehr Rückzug, mehr Gebet, mehr Stille. Dieser grundlegende Wert der Stille richtet sich jedoch an alle, auch an Menschen ausserhalb der Kirchen.» Flüeli Ranft als Ort des «In-sich-gehen» und des «Sich-zurückziehens» soll also als Impuls für alle Menschen sein, genauso wie die Figur des Bruder Klaus. Diese fasziniert gerade eben, weil sie etliche Facetten birgt: Klaus der Mystiker, der Mittler, der Bauer, Politiker, Ehemann, Vater, Wegweiser. Einfach gesagt: Klaus der Mensch. Geri Keller, dessen Buch über Niklaus von Flüe «Der Name Jesus sei euer Gruss» vor Kurzem erschienen ist, meinte dazu: «Am meisten begeistert mich an Bruder Klaus, dass er durch und durch Mensch ist. Mit staubigem Haar, mit Dreck unter den Fingernägeln und ohne Thermounterwäsche.» Bruder Klaus ist den Menschen nahe – und ist Gott nahe. Dieses Lebensbild nahmen die Teilnehmenden mit nach Hause.
Luana Nava

Tagung im Flüeli, Lebens- und Wirkungsort von Bruder Klaus, – als nächste schweizerische Etappe für das Netzwerk «Miteinander von Bewegungen, Gemeinschaften und Kommunitäten»
Anlässlich der beiden Gedenkjahre 500 Jahre Reformation – 600 Jahre Geburt Bruder Klaus trafen sich letzten Samstag ca. 250 Menschen in der Mehrzweckhalle Flüelimatte, um sich zu fragen: «Was bedeutet das Leben und Wirken von Bruder Klaus für uns persönlich, für unsere Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, für unser Miteinander?»
Die Teilnehmer aus fast 30 verschiedenen christlichen Bewegungen und Kommunitäten reisten aus der ganzen Schweiz an. Bereits bei der Mauschelrunde zu Beginn war spürbar, wie sehr für alle die Begegnung, der Austausch, im Zentrum dieses Tages stand. Innert Sekunden hatte sich die Mehrzweckhalle in unzählige, fröhliche, angeregte Runden verwandelt. «Im Miteinander» hatte die Schweizerische Spurgruppe, bestehend aus Leuten von 10 verschiedenen Bewegungen und Gemeinschaften, diesen Tag geplant und vorbereitet.
Die Tagung war mit den vier Co-Referaten (unterschiedliche Zugänge zu Leben und Wirken von Bruder Klaus), den Chorbeiträgen, den drei Beiträgen der Schauspielgruppe zum Gebet von Bruder Klaus, dem sehr lebhaften, tiefen Podiumsgespräch, in dem Pfr. Geri Keller, Roland Gröbli, als Bruder Klausen Experten, sowie P. Raffael Rieger als Vertreter für «Miteinander für Europa», wie auch Alisha Furer, Historikerin, als Vertretung der Jugend teilnahm, sehr abwechslungsreich gestaltet. Engagiert hat Selomie Zürcher, eine Geschichtsstudentin aus der Jahu-Gemeinde, das Podiumsgespräch moderiert.
Die stündige Gesprächsrunde – in der die Teilnehmenden mit den Worten des Bruder Klausen Gebet angeregt wurden, über ihre eigenen Erfahrungen / Grenzen zu sprechen: Was hindert mich daran, auf Menschen anderer Konfessionen zuzugehen? – Was fördert mich dazu? Welche positiven Erlebnisse gelebten Miteinanders kann ich weitergeben. – hat ermutigt und herausgefordert, Vorurteile abzulegen, bewusst, den 1.Schritt zu tun, auch im «Miteinander im Alltag, im Bus». Verschiedene Teilnehmer, die wegen Bruder Klaus am Anlass teilgenommen hatten, drückten ihre Begeisterung aus, dieses Netzwerk «Miteinander für Europa» kennengelernt zu haben. So schrieb jemand: «Danke für Euren Einsatz fürs MITEINANDER IN EUROPA, ich gehöre ab sofort auch dazu!»
Eine Teilnehmerin meinte: «Es hat einfach alles gestimmt: Inhaltlich, organisatorisch, menschlich, sogar das schlechte Wetter hatte sein Gutes: – der Gottesdienst wurde im Raum, in dem wir den ganzen Tag zusammen gelebt hatten, gefeiert. Dies war stimmig und sehr schön.» Ein anderer Teilnehmer sagte: «Ich bin sehr berührt von diesem Gottesdienst, vor allem von den freiformulierten Fürbitten, ich spürte das Vertrauen in den Heiligen Geist. Dieser Moment war ein wunderschöner Blumenstrauss, eine Synthese dessen, was wir durch den Tag erlebt hatten.»
Elisabeth Reusser

Ein weiterer Artikel finden Sie auf:
https://landeskirchenforum.ch/berichte/bruder-klaus-miteinander