Samstagsbrief für den 20. Januar 2018

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

am dritten Samstag geht der Weg für uns im Schweigen über die Halbinsel Horw. Im Blick zuvorderst, stehen Rigi, Bürgenstock und der Lopperberg; dahinter das Stanserhorn und das Buochserhorn; als weiter Horizont die Felsgräte der frischverschneiten Nidwaldner und Urner. Zurück vom Rundgang besuchen wir die Muttergottes in ihrem kleinen Heiligtum; dort ruhen wir aus. Maria gilt hier als Erzieherin. Ich rufe sie an. Sie wird antworten:

 

Du bist

Du bist nicht zufällig auf der Welt! Du bist ein Gedanke Gottes. Du bist sein Geschöpf, einmalig; das Geschöpf eines gerechten und gnädigen Gottes, der vorbehaltlos dein Heil will. Hörst du? Vorbehaltlos. Das will er; auch wenn du es mit deinem Willen durchkreuzen wirst. Er kann sich nicht verleugnen; er bleibt treu. Das ist das Credo. Vergiss es nicht.

 

Du bist lebendig

Bleib lebendig! Du wirst wachsen. Was in dir ist, wird ründer werden, wird blühen, leuchten. Geh vorwärts. Bleib nicht sitzen. Es ist zwar bequemer, aber du wirst nur breiter davon.

Du hast Zeit. Hast du Geduld? Du brauchst nicht Erfolg, du brauchst etwas viel Wichtigeres; du brauchst persönliche Vollendung. Werde, der du bist, hiess es schon in deiner Jugend. Jetzt erst recht. Es ist ja nicht so, dass alle Heilige werden, aber ohne Heilige ist die Menschenwelt verloren. Irgendwie kommt es darauf an, dass alle zu Gott, ihrem Schöpfer, auf dem Weg sind.

 

Du kannst dir etwas sagen lassen

Du kommst aus einer Familie, hast Verwandte, Freunde – du erfährst Wohlwollen. Lass dir etwas sagen, ob angenehm oder unangenehm. Lass dir von allen etwas sagen; nimm es ernst; es wird dir helfen.

Geh in die Natur, zu den Gräsern und Bäumen, geh in die Wälder zu den Tiere: Jedes Geschöpf hat dir etwas zu sagen. Schau hin.

Lies Bücher. Es gibt Dichter, die dir viel zu sagen haben, viel von deinem Menschenleben. Höre, was der Papst sagt; du wirst ihn verstehen, denn er versteht dich.

Komm hier zum Heiligtum. Schau auf mein Bild. Ich bin da.

 

P. Werner Hegglin