Die diesjährige Jahrestagung der Familien hat am letzten Wochenende in Quarten stattgefunden. Nach den Ausführungen zur Ideal-, Bindungs- und Vertrauenspädagogik an den vergangenen zwei Jahrestagungen hat Sr. M. Doria Schlickmann nun auch noch die beiden verbleibenden pädagogischen Leitsterne, (Bewegungspädagogik und Bündnispädagogik) Pater Kentenichs leuchten lassen – vielen Dank für die äusserst spannenden und anregenden Vorträge!

Hier ein ganz kurzer Einblick in die Themen der Jahrestagung:

Bewegungspädagogik

Wer bewegt sich? Was bewegt sich? Der Erzieher bewegt sich auf sein Gegenüber zu, hält Fühlung, verhilft zum Wachsen und Reifen. Gelingt es mir dem anderen zu vermitteln: „Du, wie du bist, bist wichtig. Du darfst und sollst dich entfalten“?

Was bewegt mein Gegenüber? Was ist seine innere Motivation, die ihn zur Bewegung bringt? Was ist der Same, den Gott in meinen Partner, mein Kind gelegt hat und der zur Entfaltung kommen will?

Bündnispädagogik

Befreit uns vom Perfektionismus, vom Gedanken, dass alles von uns selbst abhängt. Sie macht uns frei: Gott hat auch dann noch Möglichkeiten, wo wir schon längst keine mehr sehen. Als Erzieher kommen wir auch manchmal an Grenzen, spüren unsere Ohnmacht, dann können wir darauf vertrauen, dass die Gottesmutter, Gott mit uns zusammen im Bund sind, dass auch sie mithelfen bei der Erziehung der uns Anvertrauten.

Unser Ziel ist, ein Leben lang auf dem Weg zu bleiben, näher auf Gott zu. Immer mehr darauf zu vertrauen, dass nichts geschieht, was Gott nicht zulässt. Als Bündnispartner müssen wir nicht perfekt oder ohne Fehler sein. Wir – so wie wir sind – sind richtig. Gott nimmt uns so, wie wir sind. Doch können wir lernen, immer mehr auf diese Vaterliebe zu vertrauen.

Die Familien Heller und Graf haben durch diese Jahrestagung geführt. Immer wieder und auf ganz kreative Weise haben sie uns die ermutigende Botschaft mitgegeben: Du – wie du bist – bist wichtig.

Eindrücklich und bereichernd war auch der Samstagabend mit dem Thema „Pater Kentenich, ein Mann im Licht Gottes“, den Sr. Joseline gestaltet hat. Unter anderem erzählte Pater Fleischlin über seinen persönlichen Weg zu Pater Kentenich und über die Begegnungen mit ihm.

Natürlich blieb zwischen den einzelnen Programmpunkten auch immer wieder Zeit, um die Gemeinschaft zu geniessen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

So war die Jahrestagung ein weiteres Mal eine Oase im Alltag, in der wir auftanken konnten, Proviant mitbekamen, um gestärkt unsere vielfältigen Aufgaben im Leben anzupacken. Ganz herzlich danken wir dem ganzen Vorbereitungsteam für den Einsatz und das Engagement vor und während der Tagung!
Corinne und Markus Kälin

Von Sr. M. Joseline Becchio

Nach der Tagung bekam ich per Mail einige Rückmeldungen, was die Ehepaare angesprochen hatte. Hier ein paar Kostproben:

Die Jahrestagung war für uns wieder sehr bereichernd. Es tut einfach gut sich Zeit für einander zu nehmen und dann noch so interessante Vorträge zu hören. Wir danken Ihnen auch für die gute Organisation. XX

Wir waren zwar nur am Sonntag dabei. Aber wir sind froh, wenigstens den einen Vortrag von Sr. Doria gehört zu haben. Wir fanden diesen sehr interessant und praxisbezogen, sowohl für junge Paare wie auch für uns ältere Semester. Die Ausstrahlung und das Temperament von Sr. Doria sind einfach einmalig! – Wir sind auch sehr erfreut über die jungen, uns noch unbekannten Paare. Schön dass die Familienbewegung so lebt! Das Gleiche gilt es auch zu sagen über die vorbereitenden Ehepaare – diesen gebührt ein grosses herzliches Dankeschön! XX

Das was wir an diesem Sonntag erleben durften, hat uns viel Freude gemacht und auch erneut grosse Dankbarkeit geweckt, dass wir zu Schönstatt gehören dürfen …

Die Jahrestagung ist für uns mittlerweile ein fixer Termin in unserer Jahresplanung. Wir freuen uns jedes Jahr darauf. Fast jedes Jahr ist es ein spezieller Satz oder ein Gedankenanstoss, den wir mitnehmen und in unseren Herzen bewahren und uns immer wieder in Erinnerung rufen. Auch finden wir es schön, dass wir immer wieder bekannte Gesichter antreffen, auch wenn wir sie nur einmal im Jahr treffen, sind sie uns sehr ans Herz gewachsen. Dieses Jahr hatten wir eine ganz tolle und lebhafte Gesprächsrunde. Und was uns speziell gefällt, einmal nichts zu müssen, einfach da sein, aufnehmen, tanken, gut essen, gemütlich sein. XX

Gerne denken wir zurück an die vergangene Jahrestagung des Familienwerkes – sie war eindrücklich und tiefgreifend! Sr. Doria hat uns in gut verständlicher Art die Bindungs-und Bündnis-Pädagogik von P. Kentenich veranschaulicht. Auch das Abendprogramm mit Ihrer Meditation und der geschilderten Begegnung von P. Fleischlin mit P. Kentenich waren beeindruckend. Möge uns die MTA helfen, unseren Alltag in diesem Licht zu verstehen. XX

Herzlichen Dank für die gute Organisation der Jahrestagung und die interessanten Ausführungen von Sr. Doria, die uns sehr angesprochen haben.Uns hat besonders angesprochen, dass jeder Mensch ein einmaliger Gedanke Gottes ist, wichtig und unersetzbar. Es ist wichtig, dass wir genau beobachten und hinhören, damit wir unser Gegenüber besser verstehen können. Schwierigkeiten im Leben sind Aufgaben und wir können uns in Gottes Hände fallen lassen. XX

Uns haben folgende Punkte sehr berührt:
Sich für das Gegenüber interessieren und auf seine Werte-Welt achten.
Das Liebesbündnis vertraut auf eine lebenslange Beziehung zur Gottesmutter. XX

Auf dich kommt es an

Immer wieder stelle ich fest, wie topaktuell Pater Kentenichs Pädagogik ist:

  • Individualisieren: da Anfangen, wo der andere oder die Gruppe steht

  • Aktivieren: mit den Stärken des Einzelnen arbeiten

  • Zusammenarbeiten statt Wettbewerb: zur Selbstverantwortung und Selbsttätigkeit führen

Aufgabe der Bewegungspädagogik ist demzufolge nicht nur die Entwicklungspsychologie die sich auf die Kinder- und Jugendjahre bezieht, sondern den gesamten Lebenslauf zu erfassen versucht. So spricht Pater Kentenich einerseits von einem Gott, der den einzelnen Menschen zur Lieblingsbeschäftigung hat und andererseits vom „neuen Menschen in neuer Gemeinschaft“. Dieser Mensch soll durch ein gesundes Selbstwertgefühl und ein inneres Freiheitsstreben gekennzeichnet sein.

Gott ist der entscheidende Motor des Ganzen und der Mensch bewegt sich auf ihn zu. Um Bundesgenosse Gottes zu werden, muss der Mensch gefördert und zur Bündnisfähigkeit erzogen werden. XX

Ein ausgewogenes Mass zwischen Arbeitseinheit, Gebetszeit, Zeit für Gespräche. Stimmungsvoller Samstagabend – berührende Erzählung der Kentenich Begegnung durch P. J. Fleischlin. Auf dich kommt es an! – eine sehr schön visualisierte Einführung ins Thema durch Familie Heller. Das Vorbereitungsteam und die Referentin haben allen Teilnehmern ein Stück Himmel auf Erden beschert. XX