Mehr mit dem Heiligen Geist – Tagung in Montmirail, 29.1. / 30.1.2018

„Miteinander auf dem Weg“ heisst das Schweizer Netzwerk evangelischer und katholischer Bewegungen, Gemeinschaften und Kommunitäten, die seit 18 Jahren Beziehungen pflegen. Das jährliche Treffen in Montmirail am 29. und 30. Januar diente dem Austausch und der Vertiefung.
Vertreterinnen und Vertreter von verschiedenen Bewegungen schilderten ihre Prägungen und gaben einander Anteil an Erfahrungen mit dem Heiligen Geist, der „den Leib Christi schafft, formt und beseelt“ (Urban Camenzind). Sie suchten im Austausch auch künftige Akzente zu erkennen.
Einen Kernprozess christlicher Kommunitäten umriss Pfr. Heiner Schubert, Leiter der Gastgeberin „Don Camillo“, die 32 Jahre besteht. „Wildfremde Männer und Frauen, komische Käuze, mutieren zu Brüdern und Schwestern durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ Kommunität muss darauf gerichtet sein, dass sie in der Kraft des Geistes Gottes wachsen und sich entwickeln können. Kommunitär Lebende dürften einander nicht in den Bildern einsperren, die sie sich voneinander gemacht haben, sagte Schubert. Einer Gemeinschaft drohe der Untergang, wenn man nicht den Heiligen Geist solche Bilder über Bord werfen lasse.
Sr. Christina Kunkler (Bern) brachte mit dem Ölkrug der Witwe vor Elisa die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Heilige Geist dem Mangel an Ressourcen begegnet. Matthias Bühlmann von der Vineyard Bern deutete an, dass die Sorge um die innere Einheit zu viel Energie absorbieren kann. Und sprach von der „Gefahr, dass wir der Welt gleichförmig werden“.
Die Vineyard ist mit Migranten aus Afrika unterwegs. Laut Bühlmann lebt sie in der Erwartung, dass Gott Türen auftut, „dass im Natürlichen seine übernatürliche Kraft durch uns präsent ist und durch uns wirkt“.
Die katholischen Gemeinschaften waren in Montmirail mit etlichen Mitgliedern präsent. Sie unterstrichen, wie der Heilige Geist Menschen entzündet, dass sie den Auftrag von Jesus tun, und sie befähigt, Geister zu unterscheiden. Von der Schönstatt-Bewegung wurde auf Marias Offenheit und Hören auf den Willen Gottes verwiesen.
„Wir wollen auf den Heiligen Geist hören, dass er neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Mitverantwortung zeigt“, sagte Anita Francioli von der Fokolar-Bewegung. Diese ist zehn Jahre nach dem Tod der Gründerin Chiara Lubich im Übergang.
„Miteinander auf dem Weg“ ist Teil des kontinentalen ökumenischen Netzwerks „Miteinander für Europa“ (MfE) von über 300 Bewegungen und Gemeinschaften. P. Heinrich Walter (Schönstatt-Patres), der dem internationalen MfE-Leitungskomitee angehört, schilderte in Montmirail die nächsten Schritte. „Es geht nur über Freundschaft.“
In der gegenwärtigen Situation Europas ist ein gelingendes Miteinander von Ost,-Zentral und Westeuropa eine der Herausforderungen. Der Dialog mit geistlichen Gemeinschaften aus Zentral- und Osteuropa ist gegenwärtig einer der Schwerpunkte vom Netzwerk Miteinander für Europa. So wird auch das internationale Trägerkreistreffen im Herbst 2018 in Prag stattfinden.
Er regte an, Gemeinschaften im Osten Europas zu besuchen. Dies sei besser, als sie hierher einzuladen. Er legte zudem in einem Impuls dar, wie Grenzerfahrungen und schweres Leid bewältigt werden können. Zum Abschluss des Tages feierten die 45 Teilnehmenden einen Gottesdienst mit dem Gebet von Niklaus von Flüe. Beim Abendmahl und bei der Eucharistie (Feier am folgenden Morgen) gewährten sie einander Gastfreundschaft.

Bericht von Peter Schmid Peter Schmid und ergänzt durch P. Raffael Rieger

Spurgruppe Schweiz Miteinander auf dem Weg