21 Frauen fanden am 14. April 2018, an diesem wunderschönen Frühlingstag, den Weg nach Quarten. Das Thema sprach uns alle an, nicht nur die Musikliebhaberinnen. Die Musik als roter Faden begleitete uns durch die Tagung. Sr. Beatris Lingg und Petra Schuh waren diesmal tonangebend und unsere „Dirigentinnen“. Ihnen jetzt schon ein herzliches Dankeschön.

Schon der humorvolle Einstieg – jede Teilnehmerin stellte sich mit Namen und ihrem Lieblingsstück vor – liess uns sofort ganz ankommen. Vom „Schacher Seppli“ über Ländlermusik zum klassischen Violinstück bis zu Händels „Halleluja“ reichte die Palette.

Sr. Beatris nimmt gleich den Taktstock in die Hand. Jeder Mensch hat eine bestimmte Melodie, ein bestimmtes Lied in sich, das er entdecken soll. Es ist ihm von Gott gegeben, allein und nur für ihn bestimmt. Renate Prohaska schreibt:

„So wie mein Weg nicht der deine ist, so kann auch mein Lied nicht das deine sein. Jeder Mensch trägt sein eigenes Lied in sich, und es liegt an ihm, seine Melodie und die Worte darin wiederzufinden. Manche jedoch suchen ihr Leben lang vergebens nach ihrem Lied. Manche hören das Lied in sich und lassen zu, dass es übertönt und verdrängt wird.“

Wir nehmen uns heute Zeit, unserer Melodie nachzuspüren, um sie wieder zu finden und zu singen. Dietrich Bonhöfer fragte sich, als er 1944 im Gefängnis Berlin-Tegel sass: „Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich? … Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, du kennst mich, dein bin ich, o mein Gott.“

Viele Bibelstellen geben Zeugnis davon, wie wertvoll und teuer die Menschen für Gott sind (z.B. Jesaja 43,1 oder 43,4 oder 43,6-7; Buch der Weisheit 2,23 …). Pater Kentenich schreibt: „Niemand neben mir, niemand vor mir, niemand nach mir hat die Aufgabe, die ich habe … Ich bin im Plan Gottes etwas überaus Wertvolles. Mit Liebe hat er an mich gedacht … Eine Persönlichkeit bin ich; es gibt keinen zweiten – so originell bin ich! -, keinen zweiten, der so geschaffen ist, so ausgestattet ist wie ich …“     

Es kommt nicht so sehr darauf an, wie ich aussehe, ob ich erfolgreich, arm oder reich, krank oder gesund bin. Ich bin wertvoll, weil Gott persönlich an mich denkt, mir von Ewigkeit her in seinem Plan einen Platz gegeben hat mit einem speziellen Auftrag. Er will, dass ich mich mit meinem Lied, mit meiner Melodie im Leben einbringe in das grosse harmonische Werk seiner Schöpfung. P. Kentenich spricht vom „Persönlichen Ideal“. Es ist die Melodie, die Gott mir ins Herz gelegt hat, genau auf meine Stärken und Eigenarten hin gestimmt. Ich muss sie entdecken und lieben lernen. In einem Lied heisst es: „Gott hat sich unser Leben als Orchester vorgestellt, und so kam das Paradies der Klänge in die Welt …“   

Nach der Mittagspause führte uns Petra Schuh einen Schritt weiter in unseren Überlegungen. Jeder Mensch hat seine Melodie. Wie steht es nun mit dem Zusammenspiel in unserem praktischen Leben. Wir sind aufeinander angewiesen. Keiner lebt für sich allein. Um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, müssen wir unsern Teil mit unserem ganzen Wollen einbringen. Das ist nicht immer einfach. Wir lernen aufeinander eingehen, andere Meinungen respektieren, uns miteinander besinnen und einigen können. Durch Krisen wachsen und reifen wir. Paulus schreibt im Brief an die Korinther: „Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus …“

Und bei Matthäus heisst es: „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Als Fazit ihrer Ausführungen sagte die Referentin: Gemeinsam statt einsam, das ist Gottes Plan. Tun wir doch nicht mühsam einsam, was Gott für uns gemeinsam gedacht hat.“

Am Ende der Tagung trafen wir uns in der Schönstatt-Kapelle um Gott und der Gottesmutter zu danken für diesen frohen, informativen und gesegneten Tag. Hoffentlich haben wir unsere je eigene Melodie in uns entdeckt. Mit Freude möchte ich sie neu erklingen lassen.    M.H.