Europaweit voneinander lernen – die Familienarbeit füreinander fruchtbar machen, das ist die Aufgabe und die Sendung unseres jährlichen Europaforum -Treffens. Dieses Jahr hatten wir ein erweitertes Forum. Das heisst, jedes Land durfte zwei Familien zusätzlich mitnehmen. Mit Sr. Joseline und uns waren auch Uschi und Emanuel Oberhänsli und Martina und Javier Alonso-Kühnis mit dabei. Weitere Delegationen aus Deutschland, Österreich, England, Spanien, Tschechien, Polen, Ungarn und Kroatien bereicherten unseren Kreis. So nahmen insgesamt 50 Personen aus 9 Ländern am Treffen teil.

„Von Herz zu Herz- damit Ehe gelingt“ war das vielversprechende Thema.

Wir begannen unsere Tagung mit einem Segensgebet im Urheiligtum und durften dort, in einem Couvert den Brief aus Santa Maria abholen: Die Gründungsurkunde fürs Familienwerk am Gründungsort von Schönstatt von Herrn Pater direkt an uns persönlich gerichtet.

Am Abend erfuhren wir durch Blitzlichter aus jedem Land von deren gelungenen Angeboten aus der Schönstatt Familienbewegung. Oberhänslis hatten hier die Möglichkeit von ihrem Familienseminar zu berichten. Weitere Ideen waren zB: Dialog Café, Familienwochen, Candle light dinner, Familienoase, Familienfest: „Das WIR gewinnt“.

Im Impuls von Claudia und Heinrich Brehm durften wir am Freitag von den Herausforderungen der Ehepaare früher und heute erfahren. Eheleute seien stark gefordert im 21. Jhd.. Rasante Veränderungen der Werte, der Berufsbilder, der Familie, des „Ehepaar-Seins“ fordern die Paare, erläuterten sie. Ebenso beständen grosse Herausforderungen durch steigende Digitalisierung und Umgang mit sozialen Medien. Interessant ist die Feststellung, dass heute schon mehr Personen ins Smartphone schauen als ins Gesicht des Ehepartners. In einem zweiten Impuls erzählten sie uns von den verschiedenen Ehephasen. Nicht nur das Leben hat verschiedene Phasen, sondern auch in der Ehe durchleben wir sie. Sie erläuterten uns dies mit vielen Beispielen am Bild der Sonne in ihrem Tageslauf, von der aufgehenden bis zur untergehenden Sonne.

Was und wie hilft Schönstatt mit diesen Herausforderungen umzugehen?

Immer wieder wurde über das Gehörte ausgetauscht, ins eigene Land „hineingehört“, in gemischten Gruppen, Landesgruppen oder Sprachgruppen gearbeitet.

Da Pater Kentenich ein grosser Wegbegleiter von Ehepaaren und Familien war, haben wir auch Texte von ihm auf uns wirken lassen. Beim Ehephasen Workshop  entschieden sich die CH-er Ehepaare unabhängig voneinander für den Text „von der Würde Eltern zu sein“. Es wurde uns neu bewusst, was für einen schönen und wertvollen Stand wir leben. Einen Satz daraus: „Gott hat mich gesandt, um meinen Kindern das Leben zu geben.“ Das heisst doch auch, dass er uns die Begleitung und Erziehung unserer Kinder voll zutraut, die Schlussverantwortung aber beim lieben Gott liegt! Wir sind Stellvertreter, aber tragen die Verantwortung nicht allein.

Im Fokus dieser Tagung waren vor allem die jungen Paare. Nicht zu vergessen auch die Paare, die vor der Hochzeit schon zusammen leben. Junge Paare aus Deutschland, Spanien und Österreich erzählten von ihren Projekten mit Inhalt und Gelingen und gaben wertvolle Impulse zu: „Was junge Paare brauchen – vor der Hochzeit“,  „In Ehevorbereitung investieren“ und „Ehepaare begleiten in den ersten fünf Ehejahren“.

Beim Besuch im Bundesheim erlebten wir gelebte Geschichte. Wir erfuhren an diesem Tag viel über Herrn Pater. In der Dreifaltigkeitshauskapelle im Bundesheim, wie später auch in der Dreifaltigkeitskirche auf dem Berg erzählten Ehepaare wie sie Herrn Pater erfahren haben, was sie anspricht und wie sie seine Impulse aufnehmen und umsetzen.

Am Gründergrab, im Kreis seiner geliebten internationalen Familie gingen wir auf die stille Suche nach Vaterfiguren, die uns Herrn Pater vorgelebt haben, die auch uns dadurch persönlich geprägt haben.

Wir baten ihn dort in seiner Präsenz uns zu berühren und von solchen Vaterfiguren inspirieren und anstecken zu lassen. Kleine Kerzen von jedem Land strahlten zusammen mit dem Landesfähnchen auf dem Sarkophag. Wir wollen sein Vater-Charisma weitertragen, hinein in unsere Länder, in unser Leben.

Nur wer den Wein schätzt kann ihn geniessen. Tobias Brehm Weinbauer in….. hat uns, nach einer kurzen, aber sehr lehrreichen Einführung in die Weinkunde, einige Kostproben der Weinkunst gegeben. Genüsslich wurde er von den, inzwischen allen fachkundigen Weingeniessern, zusammen mit passendem Käse (auch der muss zum Wein stimmen) gekostet. Es wurde sehr gemütlich und – spät. Die gesellschaftlichen Erlebnisse kamen nicht zu kurz. Es wurde viel gelacht und ausgetauscht in wohliger Atmosphäre.

Im Schlussgottesdienst, wieder im Urheiligtum, meinte Hr. P. Walter in Bezug auf den Brief aus Santa Maria: Wie wir das so handhaben mit Briefe schreiben? Wer das, und ob man das, heute noch macht? Was löst der Empfang von einem handgeschriebenen Brief aus? Unser Verlangen sei doch dann jeweils dem Sender eine Antwort zu geben.

Da finden wir uns in unserer Schweizer Jahresparole. Herrn Pater sagt uns: „Auf dich kommt es an“ und wir sagen ihm: „Wir gehen mit.“

Simone und Urban Gehrig