Liebe Leserin, lieber Leser,

zuerst ein Winterstrauch, helles Holz, sonst nichts. Dann das Hochzeitskleid, lauter grosse weisse Blüten; alle Welt bleibt stehen und staunt; kein grünes Blatt; vier Wochen lang. Nur weiss. Dann wechselt der Strauch ins Sommergrün; grün wie alles rundum.
Anfangs Juni erscheint plötzlich ein leuchtend rotes Blatt, ein einziges, und es bleibt. Im Juli kommen drei weitere dazu, und bleiben – bis zum allgemeinen Herbst, wo jedes Blatt glänzend blutrot wird. Nichts Buntes. Alles aufs heftigste – rot. Zuletzt der Winterstrauch, helles Holz, sonst nichts. Dann beginnen die Samstagsgespräche von neuem.

Im Gesprächsraum
Wandern, bergauf, geht nicht mehr: das Herz ist zu schwach. So gehe ich hin und her im Raum, alle Fenster offen; bleibe (wenn nötig) stehen, vor dem farbigen Gedenkbild.
Dort steht ein Mensch in der Welt und die Welt in ihm, in allen Farben.
Dort steht er vor dem Schönstattbild. Maria empfängt vom Gottesgeist; Gott nimmt von ihr sein Menschsein, sie wird Gottesgebärerin.
Dort sieht der Mensch dann den Auferstandenen, seinen Gott, als Mensch, im ewigen Himmel.
Der Wanderer geht hin und her, staunt, dass sein Gott ein Mensch ist; dass er gelebt hat, wie alle in der Welt, auch gestorben ist; dass er ermordet wurde und doch nicht getötet werden konnte; dass er jetzt mit uns lebt, wie er es entschieden gesagt hat; und uns persönlich liebt.

Im Liturgieraum
Ein Teilnehmer sagt: Ich komme gern zu den Samstagsgesprächen, nicht zuletzt wegen der Messe. Messe: lateinisch missa. Aussendung. Kommunion. Mission.
Wozu ausgesandt?
Erster Samstag: Gott spricht durch die Zeit. Ob wir uns von ihm etwas sagen lassen? Ob wir bereit sind, aufmerksam zu hören (horchen), und dann bereit, entschieden zu gehorchen?
Zweiter Samstag: Gott spricht durch meine persönliche Situation. Höre ich seine Fragen? Wer bin ich? Was geht mit mir vor? Welches sind meine Eigenarten? Wie kann ich glauben, wollen, handeln?
Dritter Samstag: Das „Gedenkbild“ mitnehmen; stillschweigend wandern, glauben lernen, beten.
Vierter Samstag: P. Josef Kentenich. Gründer der Schönstattbewegung. Kirchenlehrer. J.K. hat klar gesehen, klar gesprochen, entschieden praktiziert.
Wir lesen und besprechen, was er zu sagen hatte und hat.

P. Werner Hegglin

PS: 1. September 2018. Neubeginn.