Am Mittwoch den 30. August 2018 kamen Eheleute und Verwitwete aus der Familien-Liga zu einem Besinnungstag in Quarten zusammen, diesmal zum Thema:

„P. Kentenichs Kindheit bis zur Priesterweihe“

Zu Beginn begrüssten wir Maria im Heiligtum und Sr. Joseline führte uns mit Gebet und Lied „Maria, Mutter und Erzieherin“ in die Tagung ein. Der kurze Besuch im Kentenich-Gedenkraum gab Möglichkeit, ein Kärtchen mit einem Zitat von P. Kentenich (P.K.) mitzunehmen.

Anschliessend erklärte uns P. René Klaus mit alten Fotos und mit dem Bilderzyklus von Otto Heigold auf Berg Sion, Horw die erste Lebensphase unseres Gründers. Dabei ermunterte uns der Referent, mehr Geschichten zu erzählen über das Leben von P.K. Die Kindheit und frühe Jugend waren überschattet vom familiären Leid des unehelichen Kindes, was damals nicht selten war –  von der leiblichen Mutter angenommen, vom Vater abgelehnt.

Seine ersten Lebensjahre konnte er im grosselterlichen Fuhrhalterei im Kreise einer Grossfamilie verbringen. Im Alter von 9 Jahren musste ihn seine Mutter ins Waisenhaus in Oberhausen bringen, was ihr sehr schwer fiel. Als religiöse Frau und Mutter bat sie vor der Marienstatue im Waisen-hausx, die Gottesmutter möge nun für den kleinen Josef die Mutterrolle übernehmen und „übergab“ ihn ihr gleichsam mit einer Marienweihe. Dieses Erlebnis prägte ihn sehr stark, da er innerlich nachvollziehen konnte, wie seine Mutter ihn Maria weihte und in ihm folglich das Vertrauen wachsen konnte. Schon als Erstkommunikant äusserte P.K. den Wunsch, Priester zu werden. Die Jugend- und späteren Internatsjahre waren geprägt vom strengen Tagesplan mit Zwang und Drill, die er als freiheitsliebender Mensch nur schwer ertrug und somit auch an Heimweh und Trennungsschmerz litt. Im Studienheim in Ehrenbreitstein war eine deutliche Verbesserung der Tagesstrukturen erkennbar, jedoch vermisste er, trotz Besuchen von seiner Mutter, die fehlende Familie – keinen Vater, keine Geschwister, die ihm Heimat bieten konnten. Da er ein intelligenter strebsamer Schüler war, erlitt er auch Einsamkeit und wandte sich entsprechend mehr an die himmlische Mutter, auch wenn Glaubenskrisen nicht ausblieben. Auch nach 25 Jahren Priesterweihe konnte P.K. sagen: „Maria hat mich vom 9. Lebensjahr an geformt – ein tiefes Erlebnis, eine Gotteserfahrung – Betroffenheit, Gott ist eine Realität!“ P.K. hat die geistige Not als Jugendlicher durchgelitten, seine Persönlichket aber wuchs daran und stärkte in ihm das organische gegen alles mechanistische Denken.

Die Tagung gab auch Gelegenheit zu verschiedenen Fragen und wertvollem Austausch.
Den Abschluss bildete die Eucharistiefeier in der Hauskapelle im Gedenken an den 50. Todestag unseres Gründers, sowie das Gedenken an den Heimgang unserer im vergangenen Jahr verstorbenen  Mitglieder:

Emma Amrein – Hildegard Zwicker – Ottokar Fries – Robert Helbling – Felix Rickenbacher – Peter Geisser und Finy Strässle.

Solche Tage und Begegnungen sind Glanzpunkte im Alltag. Auch an dieser Stelle ein Dankeschön an P. René Klaus für den Vortrag und die Predigtworte, an Sr. Joseline für den Einstieg im Heiligtum und die musikalische Begleitung und dem Ehepaar Antoinette und Gallus Ebneter für die Vorbereitung und Durchführung der gelungenen Tagung.

Hans und Margrit Schöbi

Hinweis:
Die Referate werden auch diesmal in verdankenswerter Weise von Margrit Hofstetter niedergeschrieben. Weil dieses Thema im „Kentenich-Jahr“ sehr aktuell ist, können weitere Interessierte das ausführliche Manuskript per E-mail bestellen bei:
Hans und Margrit Hofstetter,
9434 Au SG,
Mail:  h.m.hofstetter@bluewin.ch

oder hier Bericht als pdf