Im Jahr 2000 macht sich die Pilgernde Mutter im Zeichen von zwei Marienbildern auf den Weg nach Domat/Ems. Im Jahr 2014 öffnen ihr weitere Familien die Türe.

Einige Vertreter der drei Pilgerheiligtumskreise treffen sich mit ihrem Pfarrer zu einer besinnlichen Stunde in der Kapelle San Pieder. Wir lassen Zeit, um die Geschenke, die wir beim Besuch der Pilgernden Mutter bekommen, in Stille auszukosten.

Zwei Kinder legen jeweils ein Geschenk und ein Wort vor den Altar und nachher ein Licht.

1. Geschenk: BEHEIMATUNG / Maria sagt: Ich bin da: Für dich
Ich bin da, wenn du alleine bist.
Ich bin da, wenn du verzweifelt und traurig bist.

2. Geschenk: WANDLUNG / Maria sagt: Fange neu an. Mit mir.
Wenn dir vieles sinnlos scheint: Fange neu an. Mit mir.
Wenn du leidest unter deinen Grenzen: Fange neu an. Mit mir.

3. Geschenk: SENDUNG / Maria sagt: Ich brauche dich: Du bist mir wichtig!
Ich brauche deine Augen, um Aufmerksamkeit zu schenken.
Ich brauche deine Ohren, deinen Mund, dein Herz,
um anderen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen.

Im heimeligen „Estrich“ über der Kapelle San Pieder tauschen wir unsere Erfahrungen mit der Pilgernden Mutter aus:

ECHOS / ERFAHRUNGEN / ECHOS / ERFAHRUNGEN / ECHOS / ERFAHRUNGEN

Ich freue mich einfach jedes Mal, wenn Maria kommt.

Ich habe das Pilgerheiligtum mitgenommen, als ich eine ältere Frau besucht habe. Bevor ich heim ging, sagte ich zu ihr, dass sie das Begleitbuch irgendwo öffnen könne und wir dieses Gebet zum Abschluss beten. Zufälligerweise war es ein Gebet, welches diese Frau schon als Kind kannte. Sie freute sich sehr darüber. Als ich ging, sagte sie: Bitte kommt doch wieder einmal!

Als meine Mutter im Sterben lag, brachte mir eine Kollegin die Pilgernde Mutter und meinte, dass ich SIE jetzt sicher besonders brauche. Das hat mich gerührt und getröstet. Ich stellte das Pilgerheiligtum auf das Nachttischchen meiner Mutter. Dort stand es, bis sie, drei Tage später, gestorben ist. Wenn die Pilgermutter jetzt auf Besuch kommt, denke ich an meine Mutter und bin so mit ihr verbunden.

Ein Bub erzählt: An einem Tag hätten wir die Maria eigentlich kriegen sollen, aber wir bekamen sie nicht. Es war schon dunkel und plötzlich hörten wir seltsame Geräusch an der Türe. Meine Mutter erschrak. Wir fragten uns, ob das ein Einbrecher ist. Ich nahm einen Regenschirm in die Hand und öffnete vorsichtig die Türe. Wir schauten nach draussen, konnten aber nichts sehen. Doch dann entdeckten wir an der Türklinke – die Tasche mit der Maria!

Für mich bedeutet das Kommen der Pilgermutter Halt. Wir haben auch ein kleines Pilgerheiligtum zuhause und das vermittelt uns Schutz. Wir fühlen uns nicht allein.

Text und Fotos: Sr. Ursula-Maria Bitterli