Kulturtag des Mariengartenkreises der Familienliga und weiterer Interessierter
nach Kirchberg-Iddaburg-Fischingen
vom 8. Oktober 2018

Bei vorerst dichtem Nebel, der sich aber am Mittag in strahlenden Sonnenschein verwandelte, reisten wir zuerst zum wundertätigen Heiligen Kreuz nach Kirchberg im Toggenburg. Am 16. Dezember 1685, vor 333 Jahren, löste sich das grosse Kreuz während einer Kreuz-Predigt des damaligen Pfarrers Schenkle selbständig von der Mauer und schwebte und bewegte sich nach einigen Hin- und Herbewegungen wieder an die Mauer zurück an den alten Ort. Das Velum über dem Kreuz bewegte sich noch mehr als eine Viertelstunde, wie von einem Wind angetrieben. Über 200 Gottesdienstbesucher waren Zeugen des Wunders.

Eine von der geistlichen Obrigkeit eingesetzte Untersuchungskommission bezeichnete das Wunder als echt, womit es von der Kirche anerkannt wurde. In den Folgejahren ereigneten sich unzählige Heilungen, und der Zustrom an Pilgern aus nah und fern nahm stark zu.

Unser geistlicher Begleiter, Herr Pater René Klaus, feierte mit uns dann die Hl. Messe in der angebauten Kapelle in Kirchberg, die mit einem grossen, eindrücklichen Wandgemälde vom Kreuzwunder geschmückt ist.

Es ging nun weiter auf die Iddaburg bei Gähwil, auf 966 M.ü.M., wo im 12. Jh. Idda den Grafen Dietrich von Alttoggenburg heiratete. Wegen Verdachts auf Ehebruch stürzte der Graf seine Frau in unbeherrschtem Zorn von der Burgzinne über die Felswand Rappenstein. Gott bewahrte Idda jedoch und sie überlebte den Sturz unverletzt. Obwohl der Graf seinen Fehler einsah und sie wieder auf die Burg zurückholen wollte, blieb sie im Wald. Sie verzieh ihm seine Tat und führte fortan ein gottgeweihtes Leben, vorerst im Wald, später bis zu Ihrem Tod als Reklusin beim Kloster Fischingen.

In Fischingen besuchten wir die Klosterkirche mit der angebauten Iddakapelle mit der Grabstätte der hl. Idda. Noch heute wird ihr Grab von vielen Betenden besucht, welche um Hilfe und Erhörung in allerlei Anliegen bitten. Papst Benedikt XIII bewilligte 1724 ihren Kult für das ganze Bistum Konstanz, wozu Fischingen damals gehörte.

In der Pilgerstube des Klosterrestaurantes liessen wir den bereichernden Tag ausklingen.

Antoinette und Gallus Ebneter