„Unsere Familie – unser Lebensbogen“ steht als Motto über den 3 Jahrestagungen 2019-2021.

Am vergangenen Wochenende vom 26./27. Januar richtete sich der Fokus auf unsere Kinder und Jugendlichen.

Eine bunt gemischte Schar von jungen und älteren Eltern/Grosseltern und grösseren und kleineren Kindern versammelte sich zum Beginn um 14.00 Uhr in der Hauskapelle zum Einstieg. Rahel und Werner Heller stimmten mit der aktuellen Jahresparole „Auf dein Wort hin miteinander wirken und wachsen“ ein auf die kommende Tagung.

Anschliessend begaben sich die Kinder in die Obhut der Kinderbetreuung. Die Schneeverhältnisse liessen es zu, dass es für einen Schlittelplausch auf der Wiese unter dem Zentrum reichte.

Die Erwachsenen begaben sich in den Bühnesaal, wo Christine und Erwin Hinterberger ihr Referat hielten. Mit vielen konkreten Beispielen berichteten sie über Themen wie

  • das Sekundenglück
  • du bist mein geliebtes Kind
  • ich bin einzigartig
  • es gibt dich für etwas Grosses
  • der neue Mensch in der neuen Gemeinschaft
  • entscheiden und leben
  • verortet sein
  • im Bündnis leben
  • Leben – das ist Entfaltung hier und dort

Anschliessend gab es Paarzeit. Man tauschte sich zu zweit aus über: Was hat mich berührt? Wo sind unsere Herausforderungen, unsere Fragen? Welche Geschichte könnten wir weitererzählen?
Mit den aufgeschriebenen Stichworten wieder zurück im Saal, tauschte man sich dann in Gruppen aus.
Nach der Plenumsrunde füllte sich eine Stellwand mit Zetteln, die einen grossen Reichtum an Schätzen zeigte.

Nach dem Nachtessen waren alle gespannt auf den Film „Einer muss voran gehen“. Dieses Doku-Drama wurde zum 50. Todestag von Pater Josef Kentenich, des Gründers der Schönstattbewegung von den Marienschwestern von Schönstatt produziert. Schwester Francine Marie Cooper hat darin einen Überblick über das segensreiche Leben und Wirken von Pater Kentenich auf beeindruckende Art und Weise zusammengefasst und dargestellt.

Es bestand an diesem Abend auch die Möglichkeit das neue Buch „Josef Kentenich – Ein Leben am Rande des Vulkans“ von Schwester Dr. M. Doria Schlickmann zu erstehen. Eine offizielle Vernissage dazu wird am 06. April um 14.30 Uhr in Quarten stattfinden.

In froher Runde und mit regem Austausch fand der Tag bei einem Schlummertrunk im Café seinen Abschluss.

Am Sonntagvormittag gab uns Pater Raffael Rieger in anschaulicher Art und Weise einen Impuls zum Thema: Kinder und Jugendliche aus der Sicht des Seelsorgers und Priesters. Einige Stichworte dazu:

  • Mit welcher Haltung schauen wir auf die Jugend? Was sagt P. Kentenich?
  • In welchem Kontext leben wir? Materialismus, materialistische Wissenschaft, kapitalistisches Wirtschaftssystem, Technisierung, Digitalisierung, Abtrennung von Familie und Religion ins Private, …
  • Wie sieht Christsein in diesem Kontext aus?
  • Kentenich meint: nicht rückwärts, sondern vorwärts. Aber je mehr äusseren Fortschritt, desto grössere innere Vertiefung, Erziehung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit
  • Verbunden mit der Alltagserfahrung religiöse Erlebnisse ermöglichen: Liebe und Vertrauen erfahren, religiöse Gemeinschaft erfahren, intellektuelle Auseinandersetzung mit religiösen Themen, vorgelebte Beispiele
  • Erfahrene Liebe durch Eltern (2. Ursache) sind Voraussetzung, dass eine religiöse Bildung, z. B. im Religionsunterricht gut möglich ist
  • Entwicklung des Gottesbildes beim Kind/jungen Erwachsenen
  • Unsere Grundhaltung, unsere Praxis, Rituale
  • Ehrfurcht vor dem Leben, vor Gott in jedem Menschen, soll das Erziehen leiten
  • „Gemeinschaft“ ist der meist genannt Wert, warum jemand in ein Lager der Schönstatt-Jungs geht. Ist „Boden“ für religiöse Erlebnisse.
  • Der eigene Glaube muss sich entwickeln, soll nicht in den Kinderschuhen stecken bleiben. Zweifel und Fragen zulassen, da sein, offen sein, …

Anschliessend fand ein Paargespräch und eine Gruppenrunde statt, als Vorbereitung fürs Plenum: Was hat mich angesprochen? Fragen?

  • Eigene Erfahrungen?
  • Verhalten gegenüber Kindern, Grosskindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen in Bezug aus „religiöse Erlebnisse“
  • Wo erlebe ich „ein tiefes seelisches Ineinander, Miteinander und Füreinander“ in der Familie oder eben gerade nicht?

Nach dem Mittagessen feierte die ganze Tagungsgemeinschaft Eucharistie. Dabei gedachte man auch der Verstorbenen des vergangenen Jahres.

Dankbar für gute Gemeinschaft, reichen Austausch, neue Impulse schauen die Teilnehmenden auf die Tagung zurück. Ein grosser Dank gehört dem OK Beatrice und Bernhard Graf, Rahel und Werner Heller und Sr. M. Joseline Becchio, sowie den Referenten Christine und Erwin Hinterberger und Pater Raffael Rieger, sowie der Kinderbetreuung.

An der nächsten Jahrestagung am  25./26. Januar 2020 wird der zweite Schwerpunkt des Lebensbogens „Erwachsene und Eltern“ das Thema sein.

N. Amstutz