Samstagsbrief für den 23. Februar 2019

Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal reizt ein Text ihn ganz abzuschreiben; manchmal will es ein Abschnitt. Im sechsten Vortrag gibt es einzelne Sätze, bei denen wir im Gespräch unbedingt halt machen sollten.
Brisantes Thema: Sünde.

Erste Satzreihe
1. Sünde ist artfremd. Alle Menschenarten mögen Sünder sein, die arische Natur ist es nicht. Sünde ist ein fremdes, ein israelisches Gewächs, das auf unsern arischen Boden verpflanzt wurde (NSDAP).
2. Sünde ist artverderblich: sie würde die unverdorbene arische Natur verderben (NSDAP).
3. Sünde ist artfeindlich: die arische Natur ist von Haus aus ungebrochen (NSDAP).
4. Das Christentum spricht absolut von einer Menschengemässheit der Sünde; die Deutschreligion von einer relativen, weil die Sünde für die arische Natur nicht artgemäss ist.
5. Die Gnade will die zerbrochene Natur heilen. Das Christentum ist überzeugt, dass es allein dies fertig bringt.

Zwischenspiel
Ohne Sündenbewusstsein entsteht so langsam die Haltung: Wir bringen alles fertig, wo wir doch schon so viel fertig gebracht haben. Wir machen aus der Welt ein Paradies. Wir erlösen die Menschen schon… Diese Auffassungen entsprechen einem modernen Lebensgefühl; darum besitzen und offenbaren sie eine so starke suggestive Kraft.

Zweite Satzreihe
Ich will die Sünde aus einem modernen Lebensgefühl heraus darstellen.
1. Sünde ist ein Attentat auf die christliche Existenz, denn sie ist ein Angriff auf die wesentlichen Grundlagen des christlichen Lebens.
2. Sünde ist ein Attentat auf die kirchliche Existenz: Begehe ich eine schwere Sünde, bin ich ein totes Glied am geheimnisvollen Leibe Christi.
3. Sünde ist ein Attentat auf die geschöpfliche Existenz. Der Sinn der Geschöpfe ist, dass sie mich antreiben, den dreifaltigen Gott zu lieben.

Letzter Satz des Vortrags: Es muss nicht alles jetzt, in diesen Tagen, durchmeditiert werden. Nehmen Sie das, was Sie innerlich berührt und angesprochen hat.

P. Werner Hegglin