„Gross und aufrecht steht sie da die Schutzmantelmadonna in der Kapelle Sogn Gieri (10.Jh.n.Chr.) bei Rhäzüns.[1] Auf dem Haupt trägt sie eine Krone, ihr Blick wirkt furchtlos und sehr bestimmt. Sie erscheint mir wie ein Fels in der Brandung. Ihre Arme sind ausgebreitet. Unter ihrem Mantel finden viele Menschen Zuflucht, Schutz und Geborgenheit. Die Hände und Blicke der Menschen sind voll Hoffnung auf die Gottesmutter gerichtet.“ (aus der 1. Mainandacht 2016)

Schutzmantelmadonna, Kirche Sogn Gieri, Rhäzüns
Am 3. April feierte die Kirche den Sonntag der „göttlichen Barmherzigkeit“. Das Hl. Jahr der Barmherzigkeit bietet sich an, Maiandachten zur Mutter der Barmherzigkeit zu gestalten. Maria ist die Frau, die Jesus Christus, das „Antlitz des barmherzigen Vaters“ (Papst Franziskus) geboren hat. Sie wird seit der alten Kirche als Mutter der Barmherzigkeit verehrt. Davon zeugen viele Hymnen, Gebete und Darstellungen. Im „Salve Regina“ (11. Jh.) richten wir unser Gebet an die „mater misericordiae/ Mutter des Erbarmens“ und bitten sie: „wende deine barmherzigen Augen uns zu“. Wir vertrauen im bekannten Lied „Maria, breit den Mantel aus“ auf ihren Schutz und singen: „O Mutter der Barmherzigkeit, den Mantel über uns aus breit; uns all darunter wohl bewahr zu jeder Zeit in aller Gfahr“.
Diese vertrauensvolle Haltung finden wir in vielen Bildern. Bei drei Maiandachten wird eingangs jeweils eine Darstellung der Muttergottes betrachtet. Die Bilder stammen aus Kapellen in der Schweiz, so dass Sie, liebe Leserin, lieber Leser, diese Darstellungen auch vor Ort anschauen gehen können. Auf die thematische Einstimmung folgt jeweils eine passende Bibelstelle; jede Andacht enthält Impulse fürs eigene Leben.
Die Themen der diesjährigen Maiandachten:
1. Schutzmantelmadonna – als Kinder Gottes unter ihrem Mantel geborgen (Bild der Schutzmantelmadonna, Kirche Sogn Gieri in Rhäzüns)
2. Hochzeit zu Kanaa – meine Pflicht tun und auf Gott vertrauen
3. Stabat mater – Glauben heisst, feststehen in dem, was man erhofft (Bild der Stabat-mater, Sakramentskapelle in Ettiswil)
4. Die Seelenwaage – das entscheidende Gewicht (Bild des Erzengel Michaels und der Muttergottes, Kapelle St. Antoni Kerns)
Durch ihr Offensein für Gottes gnadenvolles Wirken und ihr Ja zu seinem Heilswillen ist Maria zur Dienerin von Gottes Barmherzigkeit geworden. Darin ist sie uns Menschen Vorbild. Aus diesem Grund wenden wir den Blick im kommenden Mai besonders auf sie als Mutter der Barmherzigkeit.
„Unser Gedanke richtet sich nun auf die Mutter der Barmherzigkeit. Ihr liebevoller Blick begleite uns durch dieses Heilige Jahr, damit wir alle die Freude der Zärtlichkeit Gottes wiederentdecken können.“
„Maria bezeugt, dass die Barmherzigkeit des Sohnes Gottes grenzenlos ist und alle erreicht, ohne jemanden auszuschließen. Richten wir an sie das uralte und doch stets neue Gebet des Salve Regina, dass sie nie müde werde, uns ihre barmherzigen Augen zuzuwenden, und uns würdig mache, das Antlitz der Barmherzigkeit zu betrachten, ihren Sohn Jesus Christus.“ (Papst Franziskus)
Das wünsche ich uns allen! Maria Hässig
Praktische Hinweise:
Wie üblich sind die Andachten als Vorschläge gedacht und können im Baukastensystem verwendet werden: für eine Maiandacht in der Pfarrei, in Ihrer Gruppe oder für den privaten Gebrauch.
Sie können die Maiandachten beziehen bei: Schönstatt-Patres, Berg Sion, 6048 Horw, 041 349 50 30, sionhorw(at)schoenstatt.ch
Kosten inkl. Versand: 15.—Fr. fürs erste Heft; jedes weitere Heft 8.—Fr.
Die farbigen Bilder können per Email unter sionhorw(at)schoenstatt.ch angefordert werden.