„Pausenbrief“ für den Monat August 2019
Liebe Leserin, lieber Leser,
Warum sagen wir dauernd: Gott spricht zu uns durch die Zeit? Warum lesen wir deswegen, was die Schriftsteller uns erzählen? Weil die Schriftsteller am aufmerksamsten auf die Zeit achten, am wachsten hinschauen und am eindrücklichsten erleben, was rundum geschieht! (Erster Samstag im Monat).
Warum sagen wir ebenso ausdauernd: Gott spricht zu mir durch mein Menschsein? Warum lesen wir deswegen, was Philosophen uns sagen? Weil philosophische Forscher hauptsächlich drei Fragen nachgehen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Weil die Betonung auf dem „ich“ ist! (Zweiter Samstag im Monat).
Warum wandern wir am dritten Samstag schweigend über die Horwer Halbinsel? Weil sie von überwältigender Schönheit ist? Weil jeder Schritt ein Schritt durch die Elemente ist (Erdkruste, Luft, Licht und Wasser)? Weil jeder Schritt ein Schritt ist durch die Pflanzen-Tier- und Menschenwelt? Weil jeder Schritt hinführt zum Menschsein Jesu und Marias? Denn Jesus hat sein Menschsein von Maria genommen! Er hat als Mensch gelebt, gewirkt und ist gestorben. Er ist vom Tod erstanden, ist aufgefahren in den Himmel und heimgegangen zu seinem Vater. Diese Auferstehung ist unser Credo! Warum gehen wir schweigend? Damit das Menschsein Jesu alle Elemente, alle Pflanzen, Tiere und Menschen einschliesst. Damit die Welt in ihm ganz in den Himmel kommt!
Warum sagen wir, Gott spreche zu uns durch unseren Gründer Pater Josef Kentenich? Wie kommen wir dazu? Weil schon der Student unerbittlich in allem Gott suchte? Weil der junge Lehrer mutig gegen den Strom schwimmt? Weil er alles tut für seine Schüler in den Schützengräben und dann alles tut, jene zu sammeln, die den Weltkrieg überleben? Josef Kentenich bleibt von Anfang an überzeugt, Maria im kleinen Heiligtum der Gemeinschaft führe alle zu einem immer wieder erneuerten Gottvertrauen, das die Gruppen trägt in der schwierigen Nachkriegszeit; sie immunisiert in der Hitlerzeit und dem Gründer hilft, die Kerkerhaft in Koblenz und das Konzentrationslager in Dachau zu überstehen und ihm den Mut gibt, auch in kirchlichen Grundfragen gegen den Strom zu schwimmen, auch wenn er deswegen der Ämter enthoben wird, seinen ganzen Ruf aufs Spiel setzt und im Exil lange Jahre warten muss auf die Rehabilitierung nach dem Konzil.
Kentenich hat nie aufgehört, ein Erzieher zu sein; nie aufgehört mit Maria auf Gott zu hören. Wir alle haben bei ihm so hören gelernt (Vierter Samstag im Monat).
P. Werner Hegglin
PS: Sommerpause Samstagsgespräche 23. Juni bis 31. August, Wiederbeginn
7. September.