17.10.2020: Treffen der deutsch Sprechenden vom Pilgerheiligtum in Quarten
Spannungsvolle Vorbereitung
Die letzten Jahre hatten wir jeweils gegen 150 Anmeldungen für den Wallfahrtstag. Dieses Jahr zeigte es sich bald, dass es wohl unter 100 sein werden. Normalerweise essen wir im offenen Bühnensaal. Da eine andere Gruppe diesen als Tagungsraum will, entschliessen wir uns, in den Seminarraum im 3. Stock zu gehen. Als die Anmeldungen dann aber doch über 100 steigen, haben wir plötzlich Not wegen dem Platz. Wir stellen Stühle auf der Empore der Kirche und decken zusätzlich im kleinen Seminarraum. Trotz den Unsicherheiten planen wir weiter und machen alles Material bereit. Doch dann beginnt es mit den Abmeldungen – gut 35. Und dann kommt noch die Meldung, dass ab unserem Treffen Maskenpflicht ist …
Gelockerte Stimmung
Am Samstagmorgen treffen die Leute ein, die einen ohne Anmeldung, andere kommen nicht – trotz Anmeldung. Die Maskenpflicht scheint kein Problem zu sein. Die Stimmung ist entspannt, froh und gut. In der Schönstatt-Gnadenkapelle füllen sich die Pültchen vor dem Altar mit vielen Pilgerheiligtümern. Gut 90 Personen versammeln sich. Unter Glockengeläut ziehen wir zur Pfarrkirche für den Gottesdienst, zusammen mit Dompfarrer Michael Wimmer von Vaduz.
Auch wir ergreifen Massnahmen – mitten im Sturm
Als Thema über dem heutigen Tag steht das Wort: «Ein Wegbegleiter für viele – auch heute?!“ Trotz widriger Umstände war Pater Kentenich ganz beheimatet in Gott, weil er beheimatet in Maria war und auch an heiligen Orten. Und so wurde er selber zu einer Heimat für die Menschen unserer Zeit, letztlich ein Wegbegleiter zu Gott, unserem Vater.
In diesen Tagen werden viele menschliche Massnahmen ergriffen. Auch wir wollen «Massnahmen» ergreifen: Es ist der Glaube, das Vertrauen: Gott ist da – mitten im Sturm. Er schenkt uns Wegbegleiter.
Wenn es hart auf hart geht: Krönen!
Nach dem Gottesdienst ziehen wir in einer Prozession zur Schönstattkapelle. Ein Vater und sein Sohn tragen das grosse Pilgerheiligtum voran.
Wir erinnern uns an das Wort von Pater Kentenich:
„In allen Situationen, zumal wenn es hart auf hart ging, haben wir der Gottesmutter eine Krone aufs Haupt gesetzt. … Wenn Ihr Euch in Schwierigkeiten befindet – krönt die Muttergottes.“
Voll Vertrauen beten wir gemeinsam:
Gottesmutter, du weisst um die Not in vielen Ländern, hervorgerufen durch das Corona-Virus. Du kennst die Angst, die Fragen und die Hilflosigkeit der Menschen.
Nimm unsere Krone an!
Königin der Kranken – wir krönen dich!
Königin der Ärzte und des Pflegepersonals – wir krönen dich!
Königin der Sterbenden – wir krönen dich!
Königin aller Pilgerheiligtumskreise – wir krönen dich!
Königin der Schweiz und von Liechtenstein – wir krönen dich!
Königin der Welt– wir krönen dich!
Nimm diese Krone an als Zeichen des Dankes, des Vertrauens und der Hingabe und wirke als Königin in der jetzigen Krisensituation. Amen
Text: Sr. Ursula-Maria Bitterli
Fotos: Annagreth Linder