Es soll ein neues, verlängertes Angebot einer Tagung werden. Und so trafen am 24. August 2023 zehn erwartungsfrohe Frauen in Brig ein, wurden erwartet und herzlich begrüsst von den Schwestern im Haus Schönstatt in Brig.
In der Einstiegsrunde stellten wir uns gegenseitig vor und realisierten schon da, wie schnell beim Zuhören manches doch überhört wird. Getreu dem Motto soll auch das bewegen nicht zu kurz kommen. Im Heiligtum, Quelle lebendigen Glaubens, begrüssen wir Jesus und die Gottesmutter und erbitten den Segen für die kommenden Tage. Auch, dass es uns gelingen möge, wie Maria auf Gottes Stimme zu hören und JA zu sagen zu Gottes Auftrag für uns.Nach dem Abendessen liessen wir den Abend in gemütlicher Runde ausklingen.
Am nächsten Tag gab es nach der heiligen Messe und dem leckeren Frühstück einen Impuls von Petra Schuh zum Thema: hören. Es wird uns von Neuem bewusst, was es zum richtigen und wertschätzenden Zuhören braucht. Mit W-Fragen kann unser Gegenüber spüren, dass wir wirklich zuhören; auch, wenn wir unsere persönlichen Themen für einen Moment zurückstellen. Und wie sieht es mit unserm Zuhören auf Gottes Stimme aus in unseren lauten und mitunter hektischen und überfüllten Tagen? Maria hat gehört und verstanden, hat durch ihr JA den Erlöser geboren. Josef hat gehört und Jesus und Maria Heimat und Liebe geschenkt. Elisabeth hat gehört und erkannt, dass der Sohn Mariens für ihr Leben und das der ganzen Welt grösste Relevanz hat. Richtiges Hören auf Gottes Wort bietet Raum für Veränderung und wird in jedem Fall zum Guten führen.
Mit Besinnungsfragen ausgestattet machen wir uns auf zu einer gemütlichen Wanderung ins Goms. Wir besorgen uns ein Picknick und fahren mit dem Zug nach Ulrichen. Die schöne Landschaft, das herrliche Wetter, der anregende Austausch beim Gehen tun einfach gut.
Wir finden ein wunderschönes Plätzli bei einem Bildstöckli für unsere Mittagsrast und später wieder ein perfektes Plätzli mit Sitzgelegenheit für einen besinnlichen Impuls von Sr. Beatris.
Ja, Gott spricht zu uns. Jeden Tag – durch die heilige Schrift, die Schöpfung, durch Mitmenschen und Ereignisse. Im Lärm und in der Hektik ist die Gefahr gross, dass Gottes Stimme untergeht. Gott braucht keine Brille – er sieht jeden Menschen. Gott braucht kein Hörgerät, er hört den Lobgesang, das Klagen und Bitten und das Seufzen der Schöpfung, jedes Gebet.
ER kennt drei Antworten:
JA
NOCH NICHT
ICH HABE ETWAS BESSERES FÜR DICH
Der Liebe Gott will auch zu uns sprechen, jeden Tag. Bräuchten wir manchmal ein Hörgerät? Und welchen Ackergrund biete ich für den Samen des Wortes Gottes? Einen festgetretenen Weg, felsigen Boden oder Boden, bei dem die Dornen alles ersticken? Ja, kann ich in meinem Herzen Raum geben, mich öffnen für die Botschaften Gottes?
Wir laufen bis Münster und reisen mit dem Zug zurück nach Brig. Nach Bewegungsübungen im Freien unter kundiger Anleitung von Petra Schuh und dem feinen Nachtessen geniessen wir das gemütliche Zusammensein oder den Rückzug ins Zimmer.
Der Samstag steht nach der heiligen Messe und dem Frühstück unter dem Motto: bewegen. Petra Schuh hat wieder einen eindrücklichen Impuls dazu vorbereitet. Es geht nicht nur um äusseres bewegen. Lassen wir uns auch innerlich bewegen?
Vier Gedanken dazu:
- wenn wir nicht in Bewegung kommen, wird bewegt
- von Gottes Geist bewegt
- verbindlich sein oder dies anstreben (konkreter Plan nach Zielsetzung)
- gleichzeitig nicht stur sein; zuhören, heraushören und uns dann bewegen
Wichtig dabei ist die Ehrlichkeit mit uns selber, d.h. kein Druck, sondern eher, weil ich will, nicht weil ich muss. So kann unser Aktivwerden sehr erfüllend sein.
Nach dem Impuls geht’s mit Picknick ausgestattet los nach Ernen; ein idyllisches Walliser Dorf mit prächtiger Kirche.
Wir kommen in den Genuss einer wunderbaren Kostprobe von einem Konzert, das abends aufgeführt wird. Sr. Beatris hält deshalb ihren Impuls nicht in der Kirche, sondern vor der Kirche mit herrlicher Sicht ins Tal.
Gott möchte, dass wir uns an IHN wenden, uns auf ihn hinbewegen, dass wir uns von ihm berühren lassen, bewegen lassen. Gottes Wunsch erkennen und dann erfüllen, das ist Beweis echter Christusnachfolge. Oft spüren wir Blockaden in uns, das zu tun, was wir als richtig erkannt haben. Wir überlegen jede für sich, welche Blockaden wir spüren. Auch schauen wir auf Pater Kentenich und die Gottesmutter und beten. JA – und wie sehen meine Talente und Fähigkeiten aus, um am Reich Gottes mitzubauen?
Einzelne laufen bis zur oder sogar über die Hängebrücke, andere machen es sich bei dem etwas unsicheren Wetter in einem Beizli gemütlich. Zurück in Brig darf am Abend jede Frau nach Lust und Laune sich kreativ betätigen und nach geduldiger Anleitung von Monika Allenspach eine Girlande mit gefilzten Kugeln anfertigen: hören und bewegen kreativ.
Am Sonntagmorgen besuchen wir nach dem Frühstück die heilige Messe und treffen uns danach zum Abschluss im Heiligtum. Besinnen und bewegen in Anlehnung an die Jahresparole «hört und bewegt» haben wir ernst genommen in diesen Tagen.
Sr. Beatris gibt uns folgenden praktischen Rat von Pater Kentenich mit auf den Weg:
«VORKOSTEN» meint die innere Voreinstellung, um Gott zu suchen, die geistigen «Antennen» in unserm Innern auf Empfang zu stellen und gespannt erwarten, womit Gottes Vorsehung uns heute überraschen will.
«NACHKOSTEN» meint die gläubige Rückschau. Wir suchen Gottes Spuren und fragen, welche Botschaft sie enthalten. Was sagt Gott mir damit? Was ich ihm? So wird jeder Tag eine Seite unserer Liebesgeschichte mit Gott.
Tief bereichert und überaus dankbar treten wir gemeinsam unsere Heimreise an.
Alles perfekt organisiert und kommuniziert von Rita Bärtsch.
Ein riesiges Dankeschön allen, die diese Tagung vorbereitet und gestaltet haben.
«Denn, wie es im Himmel viele Wohnungen gibt, so gibt es auch viele Wege dahin.» Theresa v. Avila
Hören wir genau hin und bewegen uns auf IHN zu.
S.H.