Vor zwei Jahren erzählte ich unserem Pfarrer vom Kentenichjahr und dem Bestreben, unseren Gründer, Pater Josef Kentnich anlässlich seines 50. Todestages international bekannter zu machen. Der Pfarrer zeigte sich im Hinblick auf Zermatt dafür sehr offen: Warum sollten wir nach dem Bruder-Klaus-Jahr nicht auch ein Kentenichjahr ausrufen. Das könne der Glaubensvertiefung dienen, so wie die Volkmissionen. Mein Programmvorschlag wurde vom Pfarreirat einstimmig angenommen.
Viele Schwestern beteten in diesem Anliegen der erstmaligen Chance, Pater Kentenich in einer grossen Pfarrei mit vielen internationalen Gästen bekannt zu machen.
Mitglieder der Oberwalliser-Schönstattbewegung unterstützen das Anliegen durch aktive Teilnahme und trugen damit zu guter Atmosphäre bei.
Dankbar schauen wir nun auf eine geglückte „Kentenichwoche“ zurück: 116 Teilnehmer in sechs verschiedenen Veranstaltungen. Zielgruppen waren u. a. Senioren, Frauen und Mütter, Jugendliche, junge Erwachsene und Ehepaare. Am ersten Abend wurde von Sr. M. Doria Schlickmann aus Schönstatt der neue Film: „Einer muss vorangehen“ sowie ihr neues Buch präsentiert (Josef Kentenich, Ein Leben am Rande des Vulkans), das sie im Anschluss auch gern signierte.
Die Besucher im Pfarrgemeindesaal, vor allem das Seelsorgeteam, zeigten sich bewegt: „Das war sehr eindrücklich“ kam häufiger als Echo, zumal die meisten von Pater Kentenich und seiner Gründung kaum gehört hatten.
Sr. M. Doria hat in den folgenden Tagen durch ihre Vorträge mit ihrer gewinnenden Ausstrahlung, Lebensnähe und Kompetenz überzeugt und begeistert. So hörten die Teilnehmer nicht „nur“ vom Leben Pater Kentenichs, sondern auch wie er zu Themen wie: Umgang mit Ängsten, Wertschätzung, das neue Kirchenbild, das Persönliche Ideal, Streit- und Versöhnungskultur gedacht hat. Die Teilnehmer kamen nicht an jedem Tag in Scharen geströmt. Aber im kleineren Kreis kam es zu engagierten und tiefen Glaubensgesprächen. Zum Beispiel stellten Verantwortungsträger der Pfarrei Fragen zu „Amt und Charisma“, „Kirche am neuen Ufer“ und Tradition, Mitverantwortung der Laien und „Umgang mit der Krise in der Kirche“.
Junge Erwachsene ermutigten einander zum Glauben zu stehen und ihn glaubwürdig vorzuleben. „Es gibt doch nichts Schöneres, als über den Glauben zu sprechen“, bekannte eine junge Frau. Sie sind durchaus noch präsent, die jungen Menschen, die authentisches Christ-Sein anstreben und sich von der Umwelt nicht beeinflussen lassen.
Am Ehepaarabend folgte dem Vortrag von Sr. M. Doria der Beitrag eines „Familientrainer-Ehepaars“, Familie Lerjen zum Thema: Ehe kann gelingen. Beide thematisierten die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau, was eine angeregte Diskussion auslöste. Gegen Ende erklärte eine Teilnehmerin, sie könne ganz viel von dem Abend mitnehmen und wolle in Zukunft „echt an sich arbeiten“ zugunsten eines besseren Klimas in ihrer Familie.
In sieben Sonntagsgottesdiensten wurde Sr. M. Doria gebeten zu predigen, was in der Schweiz nicht unüblich ist. Insgesamt waren ca. 1000 Gottesdienstbesucher anwesend, von denen manche sich sehr herzlich bedankten für „die schöne Predigt“, die ihnen viel gegeben habe. Auch ihre Vorträge fanden viele positive Echos. An allen Veranstaltungen nahmen Herr Pfarrer Roth und die Pastoralassistentin, Frau Imseng teil und unterstützen das Projekt nach besten Kräften. Bedauert wurde nur allgemein, dass nicht mehr in den Genuss dieser Abende gekommen seien.
Möge die Saat dennoch aufgehen! Einige Ideen zur Weiterarbeit sind bereits geboren.
Allen, die zum Gelingen dieser Kentenichwoche beigetragen haben, sei ein herzliches Vergelt’s Gott gesagt!
Sr. Mariza Signer, St. Mauritius Zermatt