Quarten vom 11.Okt 2019
Auch in diesem Jahr kamen zahlreiche «Senioren» aus der Familien-Liga zum Tagungs-Thema «Milwaukee – Schule des Glaubens für P. Josef Kentenich und viele Familien» nach Quarten.
Zum Beginn begrüssten wir die Gottesmutter im Heiligtum, wo uns Sr. Joseline mit einer Meditation ins Thema einführte.
Für P. Kentenich war Milwaukee, so P. René Klaus, eine Glaubens-Prüfung. Schönstatt mit einer föderativen Verfassung, war für das damalige Kirchenverständnis absolut neu. Die Kirche wurde patriarchalisch, von «oben» herab regiert. Die Mitglieder von den Schönstatt-Verbänden haben statt Gelübte einen auch wieder kündbaren Vertrag. Diese Pädagogik wurde von den deutschen Bischöfen damals nicht verstanden. Sie hatte aber eine grosse Ausstrahlung in der Bewegung. All das und weitere Punkte führten schliesslich zur kirchlichen Visitation durch den Jesuiten-Pater Tromp, mit dem Ergebnis: In der Schönstattbewegung muss einiges geändert werden und P.K. soll von der Bewegung getrennt und ins USA-Exil in Milwaukee geschickt werden, wo er am 22.10.1951 ankam. Für ihn war klar, «ich gehe nicht freiwillig, aber im Gehorsam der Obrigkeit gegenüber; die Gottesmutter wird für die Mitglieder der Bewegung sorgen und auch, dass ich aus der Verbannung wieder herauskommen werde».
Und was machte P. Kentenich in diesen Jahren? Er hat im Heiligtum viel gebetet, pflegte Kontakte mit seinen Mitbrüdern, schrieb auch eine Rechtfertigung. In Madison war er in der Pfarrei-Seelsorge tätig, hielt Vorträge in Schönstatt-Gruppen und gab Exerzitien. In dieser Zeit entstanden die sogenannten «Montag-Abend-Gespräche» für Eheleute. P.K. sagte: «Wir müssen heilige Familien werden, wie die Nazareth-Familie, aus dem gelebten Liebesbündnis heraus». In dieser Zeit entstand auch das sogenannte Hausheiligtum, ein Ort, wo sich die Familie zum Gebet, zum Bitten und Danken einfindet. Im Weiteren sind zahlreiche Schriften entstanden «Aus dem Glauben leben», Predigten in Milwaukee vor der Deutschen Gemeinde.
Am Nachmittag konnte P. Klaus auf Zeugnisse aus der Milwaukee-Zeit hinweisen. Aus den «Montag-Abend Gesprächen». P.K.: «Wir sollen Werktagsheilige werden». Die Anwesenden hatten oft das Gefühl, dass sich P.K. im Gespräch sehr um sie kümmere und sie für ihn wichtig sind. So wurde auch darüber gesprochen, wie man Gott im praktischen Alltag mehr lieben kann, damit «Seelsorge» praktisch und persönlich erlebt wird und durften P.K. als einen wirklichen Mann des Glaubens und Vertrauens erfahren.
Schliesslich ging P. Klaus auch auf den Telefonanruf vom 13.9.1965 ein, der die Rückkehr aus dem Exil einleitete und zum «Wunder der Heiligen Nacht» wurde. P. Günther Boll schrieb in einem Buch: «Bei P.K. war das Übernatürliche so natürlich», dass er nicht erstaunt war!
Die Tagung gab auch Gelegenheit zu verschiedenen Fragen und wertvollem Austausch.
Den Abschluss bildete die Eucharistiefeier in der Hauskapelle, sowie das Gedenken an den Heimgang unserer im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder.
Solche Tage und Begegnungen sind Glanzpunkte im Alltag. Auch an dieser Stelle ein Dankeschön
an P. René Klaus für den Vortrag und die Predigtworte, an Sr. Joseline für den Einstieg im Heiligtum und die musikalische Begleitung und dem Ehepaar Antoinette und Gallus Ebneter für die
Vorbereitung und Durchführung der gelungenen Tagung, sowie die handgemachten Tischkärtchen von Agnes Styger, die uns am Mittagstisch überraschten. Die Referate werden auch diesmal wieder in verdankenswerter Weise von Margrit Hofstetter niedergeschrieben.
Gossau 17.10.2019
Hans und Margrit Schöbi
Der nächste Besinnungstag findet Dienstag 6. Oktober 2020 in Quarten statt