Bericht von Mechthild Hofstetter

Wieder ist es soweit. Die Exerzitien stehen vor der Tür. Ich freue mich, mit dabei sein zu können. Auch Sr. Beatris freut sich über uns 29 Frauen. Gerne wären mehr gekommen, denn diese Tage sind eine Wohltat für Seele und Leib. So danke ich schon im Voraus der Küchenmannschaft für das feine Essen, auch während der Fastenzeit.

Drei Frauen bringen in einem Gespräch das Thema der Exerzitien gleich auf den Punkt: Hätten wir mehr Achtung mit der Schöpfung, hätte das eine positive Auswirkung auf die ganze Menschheit, äusserlich wie innerlich. So ist unsere diesjährige Jahresparole top aktuell: „Fest verwurzelt – Klima wandeln“.

Im Evangelium der heutigen heiligen Messe bitten die Jünger Jesu: „Lehre uns beten“. Und Jesus lehrt sie das „Vater unser“. Pater Horn wird uns das Bild unseres himmlischen Vater aufzeigen. Nur mit Ihm verbunden werden wir in dieser hektischen, wurzellosen Zeit bestehen.

Mögen die Vorträge von Pater Horn in uns tiefe, gesunde Wurzeln schlagen.
Das Weltklima ändert sich rasant: wärmster Winter seit Messung, mehr und mehr heftige Stürme. Die entwurzelten Bäume sind Symoble unserer Zeit, die sich immer schneller ändert. Geistige und seelische Wurzellosigkeit macht sich bemerkbar. Der Mensch verliert den Halt. Er will frei sein von jeglicher Bindung. Pater Josef Kentenich gibt uns durch sein prophetisches Denken Antwort auf unsere Zeitfragen und Zeitnöte.

Der neue Morgen überrascht uns mit einer weissen Schneedecke. Im Evangelium der heiligen Messe hören wir die Geschichte von Jonas und der sündigen Stadt Ninive. Der barmherzige (nicht der strafende) Gott ermahnt durch Jonas die Menschen, sich zu bekehren. Sie tun es und werden so vor der Zerstörung bewahrt.

1. Vortrag:
Vertrauen ist der Schlüssel für feste Wurzeln. „Wer Vertrauen hat, hat alles!“ J.K.
Die Welt ist völlig verworren. Paulus spricht im Epheserbrief vom „Helm des Vetrauens“. Es geht um das Vertrauen auf die Hilfe Gottes. Gott macht das Wesentliche, wir, was wir können. Gott meint es immer gut, wenn wir es auch nicht immer verstehen. „Gott ist Vater, Gott ist gut, gut ist alles was Er tut“ .J.K.
Wie können wir das Vertrauen stärken? Gott loben, die Heilige Schrift betrachten, auf mein eigenes Leben blicken, auf das Kreuz schauen, beten.

2. Vortrag: Verwurzelt im Vater!
Ich kann nur zu jemandem sprechen, wenn ich ihm vertraue. Das Vaterbild kann verzerrt sein, aber es kann korrigiert werden, Schritt für Schritt. Pater Kentenich zeigt uns das Bild des himmlischen Vaters auf: Gott ist die Liebe, Er ist Barmherzigkeit, Er ist für mein Leben weise Vorsehung. Ich bin sein Kind. Das Herz des Vaters steht immer offen. Ich kann alles mit Ihm besprechen. Er freut sich darüber. Ich danke Ihm, bringe Ihm meine Bitten, vertraue Ihm in allem!

Nach einer erholsamen Mittagspause führt uns Frieda Gmür durch eine besondere Meditation inspiriert durch Gedanken von Erika Oehler.
„Herzensklima wandelt“.
Gott liebt die Schöpfung, die Er geschaffen hat – doch diese Welt leidet. Wir betrachten drei Elemente: Wasser – Feuer – Luft und das übernatürliche Element Liebe anhand der Schriften des Hl. Franziskus und von Pater Kentenich. „Sorgen sie, dass die Welt um sie herum ein Stück Himmel wird“ J.K.

Der neue Tag zeigt sich von der trüben Seite, mit Regen und Sturm, doch in unseren Herzen scheint die Sonne.

3. Vortrag:
Pater Horn zeigt uns die Wurzeln auf, die uns Pater Kentenich in der schönstättischen Spiritualität schenkt. Der Vater führt uns persönlich, aber auch die ganz Welt. Wir sprechen von der Vorsehung. Menschliche Mitarbeit ist aber gefordert. So beruft Gott immer wieder besondere Menschen in seine Nachfolge. Für unsere Zeit wählt Gott Josef Kentenich, der Leid und Wurzellosigkeit an sich selbst erfahren hatte.

Die ganze Schönstatt-Pädagogik ist Antwort auf die Wurzellosigkeit unserer Zeit:
– Das Netz der Schönstatt-Heiligtümer gibt Antwort auf die Heimatlosigkeit.
– Im Liebesbündnis erfahren wir eine tiefe, lebendige Beziehung zu Maria, zum Dreifaltigen Gott und untereinander.
– Die Antwort auf die Sinn- und Orientierungslosigkeit ist „der Gott des Lebens und der Liebe“. Alles geschieht im Vorsehungsglauben.
– Selbsterziehung und Persönliches Ideal sind gegen alles Habenwollen, gegen den Supermarkt der Werte und Lebensstile.
– Dem hemmungslosen Genuss entgegen steht das Apostolat. Gott braucht mich.

So gründete Pater Kentenich die Schönstatt-Bewegung und alle finden darin Platz.

4. Vortrag:
Das Liebesbündnis mit Maria ist eine wunderbare Gnade, Pater Horn gibt uns davon Zeugnis.

Am Nachmittag begleiten wir Jesus auf dem Kreuzweg. Es sind moderne Gedanken, die sehr tief berühren.

Ein nebelverhangender letzter Exerzitien-Tag. Abschied nehmen gehört zum Leben.

Das Thema des letzten Vortrags lautet:
„Wir sind gesandt, als Frau das Klima zu wandeln“. Schauen wir auf Maria. Sie zeigt uns, unsere Begabungen im Umgang mit Menschen einzusetzen: Mitgefühl, Blick für das Gute und Schöne, Wertschätzung, Menschen in schwierigen Situationen durchtragen…. Maria stand unter dem Kreuz und gab den Jüngern Halt und Stütze.

Ganz herzlich danke ich, auch im Namen aller Teilnehmerinnen, Pater Horn, Sr. Beatris und dem ganzen Vorbereitungsteam. Wir werden wieder kommen.