Wir haben unsere Medienkommission Sitzung schon vor der Coronazeit ab und zu über Skype gehalten. Bei der letzten Sitzung haben wir überlegt, wie wir diese «Coronazeit» im Schönstatt INFO aufgreifen wollen.

Wir wollten etwas über den konkreten Alltag von Menschen in dieser besonderen Zeit erzählen. So haben wir kurzerhand entschieden, dass jeder der Medienkommission beschreibt, wie sie bzw. die Coronazeit erlebt.

Für mich war schon in der ersten März-Woche (also noch vor dem «Lockdown») Selbstquarantäne angesagt, da ich leichte corona-ähnliche Symptome entwickelte. Sie verschwanden dann bald wieder zum Glück. Vieles versuchte ich während dieser Zeit zu reflektieren: Mein Verhalten, das Verhalten der Anderen und die zu Beginn noch spärlichen Informationen über das Virus.

Wenn ich einzelne Freunde am Wochenende traf, war da plötzlich eine physische Distanz, die vorher nicht da war und sich komisch anfühlte. Dann war da die Ruhe, während des «Lockdowns»: Fast keine Autos mehr auf den Strassen, beim spazieren im Dorf begegnete man niemandem mehr. Ich genoss diese Ruhe. Nach einem Monat stellte sich bei mir das Gefühl der «Eintönigkeit» ein. Ich arbeitete weiter vom Homeoffice aus und bereitete mich auf einen Programmierkurs vor und hatte auch immer wieder etwas Abwechslung durch gemeinsame Aktivitäten mit den Mitbewohnern, aber mit der Zeit «fiel mir dann doch die Decke auf den Kopf», wie man so schön sagt. Ich schlief, arbeitete und verbrachte meine Freizeit über Wochen in den gleichen paar Quadratmetern.

Einen «positiven» Effekt hatte das Virus für mich persönlich: Seit Beginn des Jahres bin ich und meine Freundin auf der Suche nach einer neuen Wohnung, was in Zürich eine Tortur sein kann. Dann bekamen wir ganz unverhofft eine Zusage, weil die Person, die die Wohnung hätte bekommen sollen, in der aktuellen Situation nicht mehr gewollt war umzuziehen. So kamen wir als Zweite zum Zug und können bald einziehen.

Autor: Guido Koch