18 Pilgerheiligtümer (Marienbilder von Schönstatt) sind in Muri AG und Umgebung unterwegs – die meisten seit 17 Jahren! Zum Maibeginn werden alle in die Pfarrkirche gebracht und nach einem Gottesdienst neu gesegnet. 50 Personen kommen zu diesem Anlass und weitere sind in der Unterkirche, wo es nochmals Platz für 30 hat! Es berührt mich, wie bei der Aussendungsfeier der Priester vor der Segnung einige Momente sehr besinnlich vor den 18 Bildern steht. Es scheint ihn zu bewegen, dass Maria in so vielen Bildern seine Pfarrei besucht, dort mitten dabei ist.

Aus der Ansprache:
Beruhigung, Zuversicht, Hoffnung
Die heutige Lesung trägt den Titel: «Die Zuversicht der Kinder Gottes». Johannes schreibt: Unser Herz werde beruhigt in der Gegenwart Gottes, Gott wisse alles und wir sollen Zuversicht ihm gegenüber haben. Es gibt Menschen, wir gehören vielleicht auch dazu, die im Moment durch vieles beunruhigt und verunsichert sind, sie sehen eine düstere Zukunft. Und da wird ihnen, jedem von uns Beruhigung, Zuversicht, Hoffnung zugesprochen – und zwar durch das Dasein, das Mitunssein, die Gegenwart Gottes. Vor kurzem sass ich in unserer Hauskapelle und stellte mir vor: Gott ist jetzt hinter dir, neben dir, in dir …! Ich hatte unheimliche Mühe, mir das vorzustellen und es zu glauben. Ja, auch in diesem Moment ist Gott auch hinter Ihnen, neben Ihnen, in Ihnen …! Ob Sie sich das vorstellen können und es glauben?!

Hinter jeder Ecke wartet Gott?!
Eine kleine Erzählung dazu: Eine Frau ist unterwegs. Ein Mann kommt auf sie zu und fragt: „Können Sie mir sagen, wo ich Gott hier finde?“ – „Wo … Sie Gott hier finden?! Also … Das ist eine etwas schwierige Frage …! Was würden Sie antworten? – Die Frau sagt: «Also … die Kirche ist da vorne!“ – „Ich suche nicht die Kirche, ich suche Gott!“ – „Wissen Sie, eigentlich ist Gott überall zu finden, er ist mittendrin. Ja, hinter jeder Ecke wartet Gott!“ – „Hinter jeder Ecke wartet Gott?!“ – „Ja, hinter jeder Ecke wartet Gott! Davon bin ich überzeugt. Es gibt keinen Zufall! … Hinter jeder Ecke wartet Gott?!“ Auch hinter der Coronakrise, hinter soviel Leid in der Welt und in der Kirche, bei soviel Unverständlichem?

Die Frau erwidert: Darf ich Ihnen ein Wort von Pater Kentenich, dem Gründer der Schönstatt-Bewegung sagen. ER sprach es 1945 nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager Dachau?“ – „Er war in Dachau?! Das war sicher für diesen Mann keine leichte Zeit?!“ – „Ja und trotzdem war er überzeugt, dass Gott hinter jeder Ecke wartet: „Hinter allen Ereignissen unseres Lebens ist Gott verborgen, und zwar Gottes Liebe und Vorsehung. Es mag sich um die eben erlebte Besetzung durch die Amerikaner handeln, um eine Blume, ein Vöglein oder den Sonnenaufgang, um Erlebnisse voll Freude oder voll Leid …

Legt jeden Abend die Leiter an.
Und wie sieht das konkret aus?“ fragt der Mann. – „P. Kentenich rät:Legt jeden Abend die Leiter an. Seht Gottes Liebe an der Spitze von allen Ereignissen und Erlebnissen des Tages. Fangt gleich heute Abend damit an und überlegt: Wo ist Gott mir heute begegnet? Wo hat er mich gegrüsst?“ P. Kentenich nennt das Vorsehungsglaube!Glauben, dass Gott dahinter steht, dass er es besser weiss, dass alles, was wir jetzt erleben einen Sinn hat, für etwas gut ist. In allen fünf Kontinenten haben Menschen erfahren, Gott wartet auch hinter Maria, hinter der Pilgernden Mutter.

Maria hat Interesse an uns
Ich staune, dass die Muttergottes im Pilgerheiligtum immer zu „besonderen“ Zeiten kommt. Das kann doch kein Zufall sein! Es ist immer etwas „los“ in dieser Zeit. Zum Beispiel, dass un­sere Familie eine Botschaft erreicht. Es kann eine schöne Botschaft sein oder auch eine unver­ständliche Botschaft, wie zum Beispiel die Absage für eine Stelle! Wir deuten es jeweils so, dass Maria bei uns ist, dass sie um alles weiss, an uns Interesse hat, wir nicht allein sind, dass es für etwas gut sein wird.

Text und Fotos: Sr. Ursula-Maria Bitterli