„Der Erdboden, das Wasser, die Berge – alles ist eine Liebkosung Gottes.“
Am 20. Februar haben sich rund 15 Personen bei den Schönstatt-Patres an der Langgasse 21 in St. Gallen versammelt. P. Edwin Germann und Maria Hässig gaben zuerst einen inhaltlichen Überblick über die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Die ökologische Krise, in der die Menschheit steckt, ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Papst Franziskus lädt mit seiner Enzyklika alle zu einem Gespräch über die Krise, zum Umdenken und zu einem human-ökologischen Handeln ein. Im ersten Kapitel seiner Enzyklika benennt er die Umweltschäden und ihre Auswirkungen auf das Leben auf dieser Erde. Scharf analysiert er die menschlichen Gründe der ökologischen Krise und lädt mit seiner engagierten Sprache ein, dass wir nicht nur Informationen über die Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung und ihre Auswirkungen sammeln sollten, „sondern das, was der Welt widerfährt, schmerzlich zur Kenntnis zu nehmen“, sogar „zu wagen, es in persönliches Leiden zu verwandeln, und so zu erkennen, welches der Beitrag ist, den jeder Einzelne leisten kann“ (19).
Vor allem schmerzlich wird es, wenn wir sehen, welche Würde und welchen Wert die gesamte Schöpfung Gottes besitzt. „Der Erdboden, das Wasser, die Berge – alles ist eine Liebkosung Gottes“ (84). Oder auch: „Jedes Geschöpf ist Gegenstand der Zärtlichkeit des Vaters“ (77).
Die Schöpfung ist ein Geschenk. Der Mensch ist Teil der Schöpfung, er ist einerseits ihre Krone, aber andererseits auch ihr Risiko. Er ist mit der Aufgabe betraut, die Erde in Freiheit verantwortlich zu bebauen und zu hüten. „Während ‚bebauen kultivieren, pflügen oder bewirtschaften bedeutet, ist mit ‚hüten’ schützen, beaufsichtigen, bewahren, erhalten, bewachen gemeint. Das schliesst eine Beziehung verantwortlicher Wechselseitigkeit zwischen dem Menschen und der Natur ein“ (67).
Über die Schöpfung und was ihr widerfährt wurde an diesem Samstag in St. Gallen intensiv ausgetauscht. Am Schluss des Tages standen zwei Texte von Papst Franziskus im Raum: „Denn wenn die Kultur verfällt und man keine objektive Wahrheit oder keine allgemein gültigen Prinzipien mehr anerkennt, werden die Gesetze nur als willkürlicher Zwang und als Hindernisse angesehen, die es zu umgehen gilt.“ (123)
„Das Problem ist, dass wir noch nicht über die Kultur verfügen, die es braucht, um dieser Krise entgegenzutreten.“ (53).
Wie eine solche Kultur entstehen kann und aus welchen Mosaiksteinen sie aufgebaut sein könnte, darüber sprechen wir am Samstag 12. März 2016. Papst Franziskus beginnt das letzte Kapitel „ökologische Erziehung und Spiritualität“ mit folgenden Sätzen: „Viele Dinge müssen ihren Lauf neu orientieren, vor allem aber muss die Menschheit sich ändern. Es fehlt das Bewusstsein des gemeinsamen Ursprungs, einer wechselseitigen Zugehörigkeit und einer von allen geteilten Zukunft. Dieses Grundbewusstsein würde die Entwicklung neuer Überzeugungen, Verhaltensweisen und Lebensformen erlauben. So zeichnet sich eine grosse kulturelle, spirituelle und erzieherische Herausforderung ab, die langwierige Regenerationsprozesse beinhalten wird.“(202)
(Maria Hässig)
Lieber Leser, liebe Leserin, hat dieser Bericht Ihr Interesse an der Enzyklika „Laudato si“ geweckt. Sie können gut am zweiten Samstag teilnehmen, auch wenn Sie den ersten nicht besucht haben. Zu Beginn werden die Themen des ersten Samstags kurz wiederholt, so finden Sie schnell den Anschluss.
Termin: 12. März 2016, 10.00 – 15.30 Uhr
Ort: Schönstatt-Patres, Langgasse 21, 9000 St. Gallen
Mittagessen in einem Restaurant in der Nähe; Möglichkeit, anschliessend an einer Eucharistiefeier im Heiligtum teilzunehmen.
Kurskosten: Kollekte
Anmeldung bis 7. März 2016 an: Frau Dr. theol. Maria Hässig, Schädrütihalde 9, 6006 Luzern; maria.haessig(at)bluewin.ch