Das Thema der Jahrestagung der Schönstatt Familienbewegung Schweiz am 28./29 Januar 2017 im Bildungszentrum Neu-Schönstatt lautete

 

 „Wertschätzen wirkt Wunder – im ICH – im DU – im WIR“.
Referat von Sr. Dr. M. Doria Schlickmann

 

Ihre lebendige und begeisternde Vortragsart genoss man schon an der Jahrestagung 2016 beim Referat „Persönliches Ideal“. Gespannt und in grosser Vorfreude warteten nun die Anwesenden auf ihre Ausführungen zum Thema „Wertschätzung“.
Die Liebe ist Ursache jeder Wertschätzung. Sie ist Ausdrucksform der Liebenden. Ich muss mich selbst wertschätzen lernen. Damit dies gelingt, muss ich mich vor allem auf das Gute in mir konzentrieren.
Wertschätzung wirkt nicht nur Wunder in mir, sondern auch im Gegenüber.
Überlegen wir uns: Wo und Wann habe ich das letzte Mal meinem Mann, meiner Frau, meinen Kindern ein Zeichen der Wertschätzung geschenkt?
Ein Mensch kann andere Menschen erwärmen. Wenn wir gegenüber dem Du wohlwollend fühlen und denken, strahlt dieses Wohlwollen durch uns hindurch. An Fehlern können wir wachsen. Man kann sich beim Gegenüber entschuldigen. Wir sollen nicht wie eine defekte Schallplatte funktionieren, die immer in der gleichen Rille stecken bleibt. Es soll einen Erkenntniszuwachs geben. Anstatt unbedingt ein Haar in der Suppe zu finden ist es sinnvoller, die Goldkörner aufzulesen. Man soll eine Biene sein, die das Süsse aus den Blumen sammelt.
Und was beruhigend wirkt – man kann damit jeden Tag neu anfangen.
Wertschätzung wirkt auch Wunder im Wir. Das Geborgenheitsbedürfnis steckt im Menschen. Ohne Gemeinschaft verkümmert der Mensch. Verneinung und Nichtbeachtung der menschlichen Bindungen machen charakterlos, seelenlos und religionslos. Wir wollen also möglichst viel Liebe verschenken. Die Bindungspädagogik antwortet auf die Bindungslosigkeit, auf die Wurzellosigkeit und Nestentbundenheit des heutigen Menschen.

 Abendprogramm

Es wurden Ausschnitte aus dem Vortrag „Vaterblicke“ von Pater Josef M. Neuenhofer gezeigt.
In diesem Vortrag sprach er über folgende drei Aspekte:

  1. Unser Vater als Werk und Werkzeug Mariens
  2. Unser Vater als Liebhaber der Armen
  3. Unser Vater als Gärtner und Menschenbildner

Pater Josef M. Neuenhofer lebte 11 Monate in Milwaukee bei Pater Kentenich.
Vor beinahe 25 Jahren kam Pater Josef Neuenhofer nach La Paz. Mittlerweile ist er in der bolivianischen Hauptstadt als Padre José bekannt. In der langen Zeit in Bolivien hat er mit der Fundación Arco Iris eines der größten Hilfswerke des Landes gegründet, das sich in mittlerweile 15 Projekten sowohl um Straßenkinder als auch um minderjährige, oftmals durch Vergewaltigung schwanger gewordenen Frauen angenommen hat.
Nach der Eucharistiefeier verabschiedeten sich die TagungsteilnehmerInnen herzlich voneinander in der Vorfreude, an der nächsten Jahrestagung erneut ein Referat von Sr. Dr. M. Doria Schlickmann geniessen zu dürfen.
Ein besonderer Dank gilt dem Vorbereitungsteam Rahel & Werner Heller-Schmid, Trudy & Robert Helbling-Küttel und Schwester M. Joseline Becchio für die sehr gelungene Organisation dieser Jahrestagung.

Februar 2017, Rainer Sgier