Liebe Leserin, lieber Leser,
nicht nur im Frühling – die Horwer Halbinsel ist zu jeder Jahreszeit eine Pracht und immer ist sie eine Marieninsel, vor allem jetzt im Marienmonat Mai. Die Wanderwege sind bestens instandgehalten, die Gemeinde sorgt vorbildlich; sogar dort, wo es vom Birrholz steil hinaufgeht zum Dickiwald, zum Platz mit Tischen, Bänken und dem Kreuz; und dann erst recht bei beim nassen Waldausgang gegen Norden. Das Beste: Die ganze Menge der Autos bleibt voraussen auf einem Parkplatz.
Alltäglich
Wer vom „Winkel“ am See heraufkommt, dem Tobel entlang, bis zur Mättihalde; kommt, dort rechts, zu einem kleinen Schaukasten mit den wöchentlichen Neuigkeiten im Hause „Berg Sion“. Auf dem Vorplatz steht die Schönstattkapelle, „Heiligtum“ genannt. Also : der heilige Ort auf der Mättihalde. Wer eintritt merkt auf der Stelle: Hier wird gebetet, die Atmosphäre zieht zu Gott. Wer verweilt, wird durch das offene rechte Chorfenster die Amsel hören, von zuoberst auf der Föhre, unermüdlich in übermütigen Tonfiguren. Im Raum ist der Duft frischer Blumen; eine elegante Orchidee verneigt sich vor dem Altar; dort steht auch ein Krug, er füllt sich jeden Monat mit den Zetteln, auf denen der Alltag notiert ist, Anliegen, anvertraut der Gottesmutter. Amsel, Blumen und Krug: An diesem Ort ist das Allergewöhnlichste wichtig; hier ist „Maria vom Werktag“.
Miteinander
Zu jeder Halbinsel gehört, eng anliegend, der See, selbstverständlich; und dann das andere Ufer. Dort steht, direkt bei der Schifflände „Kehrsiten“ die weissleuchtende Kapelle „Maria in Linden“. Zwei Fischer, Gotthard Engelberger und Markus Baggenstos sahen im Jahr 1612 die Muttergottes. Ihnen war klar: Maria ist gekommen, will mit uns sein, bei uns wohnen, uns helfen im Leben und Arbeiten. Sie errichteten ein Bethaus; das Miteinander sollte bleiben. Viel Volk besuchte Maria. Als französisches Militär die Kapelle niederbrannte, wurde sie sofort wieder aufgebaut. Es war eine schwierige Zeit in Nidwalden, umso mehr brauchten die Menschen das Miteinander, die Hilfe. Noch heute beten die Pilger: „Maria in der Lind, bitt für uns bei deinem Kind“.
Bereit
Es ist in der Regel nicht unsere Art, das Schmerzhafte zu suchen.
Auf der Halbinsel gibt es den Längacher mit seiner Kapelle, in der ausgerechnet die sieben Schmerzen Mariens zu finden sind. Wer diese Schmerzen nicht zusammenbringt, kann sie an der Holzdecke und an den Tabernakeltüren betrachten. Alles was schwierig ist im Leben, dort ist es zu finden. Eindrücklicher als dies alles ist die Bereitschaft, mit der die Muttergottes in die schwierigen Situationen hineingeht, von der Geburt Jesu im Stall bis zur Folter und zum Tod als Verbrecher. Der Längacher erinnert mich – ob ich hineingehe oder vorbeigehe – an den Spruch: Bereit sein ist alles. Es bleibt auch die Frage: Was wäre in meinem Leben überhaupt möglich geworden ohne Bereitschaft?
Maria, Maimonat, Marieninsel; am dritten Samstag im Mai 2015, Kurzexerzitien.
P. Werner Hegglin
Das Samstagsgespräch:
Dritter Samstag im Monat 14.00 – 17.00
Thema: Gott spricht zu mir durch mein Menschsein
und durch Sein Menschwerden
Ein Erlösungsweg auf der Halbinsel
P. Werner Hegglin, Berg Sion
Verena Gehrig, Adligenswil
Eine Form von Kurzexerzitien
Wandertaugliche Schuhe (und Schirm)
Weitere Informationen zu den Samstagsgesprächen.
Die Samstagsgespräche sind unentgeltlich. Kollekte. Ohne Anmelden.
Sie können an jedem Samstag beginnen / an jedem Samstag aufhören.
Es braucht keine Fachkenntnisse, ein waches Herz genügt.
Jeden Samstag 17.15 Gelegenheit zur Eucharistie.