Das «Schönstatt Leben» zeigte sich einmal mehr in einer grossen und bunten Schar von Interessierten aus allen Altersgruppen, allen Gliederungen und Ständen, die sich in Quarten zum Austausch trafen. Das Treffen stand unter dem neuen Jahresmotto:
DU – GANZ MENSCH
In seinem Impuls von Josef Stübi stellte der Weihbischof dar, wie er die Schönstatt-Bewegung wahrnimmt. Es hat ihn beeindruckt, dass die Angehörigen der Schönstatt-Bewegung aus dem Liebesbündnis in der Haltung der Werktagsheiligkeit dezentral in ihren Pfarreien bei der Weitergabe des Glaubens vielfältig und individuell tätig sind.
Zudem hat er sich Gedanken gemacht zu unserem Jahresmotto, welches ihm zuerst eigenartig erschein. Über den sogenannten Philipperhymnus fand er einen theologischen und glaubensmässigen Ansatz zum Verständnis, dass Gott in Jesus ganz Mensch geworden ist. Dadurch bekamen wir Menschen einen Zugang zu Gott.
«Den Menschen – also auch Dich und mich, die wir jetzt hier sind- hat man erst in seiner ganzen Fülle erkannt, wenn man in ihm nicht nur das Menschliche, sondern auch das Göttliche erkannt hat. Erst dann kann man sagen: Du – ganz Mensch!»
Der ganze Impuls: https://schoenstatt.ch/wp-content/uploads/2023/11/20231028_Weihbischof_Stuebi_Schoenstatt-life_Quarten.pdf
Nach einer gemütlichen Kaffeepause mit vielen Möglichkeiten zum Schwatz oder Austausch präsentierte sich auf der Bühne ein gut ausgewähltes Podium. Neben Weihbischof Stübi nahmen Pater Josef Fleischlin, Tatjana Inderbizin (Mädchenjugend), Maria Hässig (Frauen- und Mütterliga) und Roman Schildknecht (Familienliga) zu ihrem persönlichen Zugang zum Jahresmotto Stellung.
Der Gesprächsleiter Armin Barmet (Familienbund) entlockte den Podiumsteilnehmenden ihre persönliche Haltung und ihre Gedanken dazu.
Anders als letztes Jahr stehen diesmal keine Verben zur Auswahl wie «hört und bewegt», stellte Pater Fleischlin fest. Diese Jahresparole ist viel offener. Man muss zuerst herausfinden, was mit dem «DU» gemeint ist. Bin ich das selber? Ist es die Mutter Gottes, die Dauerhelferin, sind es meine Nächsten oder alles zusammen?
Alle Teilnehmenden gaben ein offenes Zeugnis ihres Denkens und ihrer Haltung ab. In einem Exkurs wies Maria Hässig darauf hin, wie wichtig der Gebrauch unserer Wörter ist. Der Unterschied zwischen «Danke!» und «Armin, ich danke dir für das Gespräch» hat wohl allen eingeleuchtet und wurde verschiedentlich nach dieser Podiumsrunde bereits angewendet.
Nach dem feinen Mittagessen konnte man sich für besinnliche Momente zurückziehen, den kleinen Markt besuchen, wo zum Beispiel selbst gemachte Sonntagszöpfe angeboten wurden oder im Bühnensaal einen Kurzfilm zweier Marienschwestern (neue Youtube-Stars!) über die «Schönheit der Menschlickkeit» ansehen.
Youtube Film
In der musikalisch reich gestalteten Eucharistiefeier war Zeit für die Danksagung. Im Besonderen wurde das 12-jährige Engagement von Pater Raffael Rieger als Bewegungsleiter gewürdigt. Es war eindrücklich, wie Mitglieder aus verschiedenen Gliederungen ihm zur Gabenbereitung ein Andenken brachten und dieses mit einem kleinen Schwatz überreichen konnten.
In der abschliessenden Feier beim Heiligtum war Gelegenheit, allen Mitwirkenden zu danken insbesondere dass sich Weihbischof Josef Stübi einen ganzen Tag Zeit für uns genommen hat.
Der Dank ging natürlich auch an das Vorbereitungsteam unter der Leitung von Vreni und Urs Leupi, allen, den wirklich vielen Mitarbeitenden von der Leitung bis zur Kinderbetreuung, für die vielen kleineren oder grösseren Beiträge, die geleistet wurden, damit dieser Tag zum Erlebnis werden konnte und hoffentlich eine grosse Ausstrahlung auf das ganze Jahr haben wird:
DU – GANZ MENSCH!
]]>Am Schönstatt Life Treffen am 28. Okt. 2023 in Quarten hielt Weihbischof Stübi vom Bistum Basel einen Impuls zur neuen Jahresparole „Du – ganz Mensch“
20231028_Impuls_Weihbischof_Stübi_Schönstatt-life_Quarten_pdf
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20231028_Impuls_Jahresparole_P.Raffael_Rieger_pdf
Impuls zur Jahresparole
Schönstatt Life 28. Okt. 2023, Quarten – P. Raffael Rieger
Ganz Menschsein – der archimedische Punkt Schönstatts
Der griechische Physiker und Mathematiker Archimedes (ca. 287-212 v.Chr.) fragte sich, wie er die ganze Welt bewegen könnte. Er entdeckte, dass es einen festen Punkt und einen Hebel braucht: «Gebt mir einen festen Punkt, und ich hebe die Welt aus den Angeln.»1 Die Schönstätter Marienschwester Dr. Elizabeth Parodi setzte in ihrem inspirierenden Impulsreferat am Delegiertentreffen der Schönstattbewegung der Schweiz bei Archimedes an und fragte die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer: «Was ist der archimedische Punkt Schönstatts, von dem aus wir Welt und Kirche in Bewegung setzen?» Es ist das Charisma Schönstatts. Und schon stand die nächste Frage im Raum: Was ist das Charisma Schönstatts? Es ist ein geflügeltes Wort, das wir oft brauchen, ohne genau zu wissen, was Charisma meint. Charisma sei «zunächst eine tiefe Gotteserfahrung, ein konkreter Weg der
Begegnung mit Gott.»2 P. J. Kentenich machte eine solche Gotteserfahrung: In Maria ist er Jesus Christus begegnet. In Maria sah er, was der Mensch zutiefst ist und wozu er berufen ist. Als Mitglieder der Schönstattbewegung haben wir teil an dieser geschenkten Erfahrung. Unser Charisma ist das ganz Menschsein. In der anschliessenden Gesprächsrunde haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber ausgetauscht, welche Resonanzen das Impulsreferat in ihnen auslöste. In einem zweiten Schritt fragten sie sich: «Wie geben wir Antwort aus dem Charisma Schönstatts auf die Fragen unserer Zeit?»
Jede Gruppe beleuchtete die Frage unter einem bestimmten Blick: auf die Arbeit, die Familie, den Freundeskreis und die Nachbarschaft, die Kirche, die digitale Entwicklung, die Gesellschaft … Die Gespräche in den Gruppen waren überaus lebhaft und die Plakate entsprechend reich mit Anregungen beschrieben: «Jeden so annehmen, wie er ist»; «Anker für andere sein»; «den anderen gross sehen»; «einladende Menschen und Gemeinschaften sein»; «Werkzeug sein – Raum lassen, so dass die Gnade wirken kann»; «Menschen mit festem Halt»; «Menschen, die ganz Mensch sind» und vieles mehr. Der erste Tag fand zusammen mit den Kindern und Jugendlichen einen fröhlichen Ausklang vor dem Heiligtum. Und das Abendgebet unter freiem Himmel rundete den inhaltlich dichten Tag ab. Der Sonntag begann mit dem Morgengebet in der Hauskapelle.
Anschliessend genossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein reichhaltiges Frühstück mit Blick auf die Churfirsten. Und wie jedes Jahr am Sonntagvormittag galt es, das neue Jahresmotto zu finden: «DU – ganz Mensch» ist unsere Antwort auf die heutigen Zeichen der Zeit. Die Bewegungsleitung wird auf das Schönstatt-life hin (28. Oktober) eine Karte mit dem neuen Jahresmotto, Bild und einem dazu passenden Gebet erstellen. Und wie Urs Leupi verriet, wird
«DU – ganz Mensch» Thema des diesjährigen Schönstatt-life’s sein. Ich freue mich auf diese erste Vertiefung des Themas und die Begegnungen am Schönstatt-life. Besonders danke ich Veronika und Christoph Schnyder, Markus Rothenfluh, Sr. M. Florence und P. Raffael Rieger für das Vorbereiten und Leiten des inhaltlich anregenden und die Gemeinschaft unter den Gliederungen fördernden Delegiertentreffens.
Für den Bericht: Maria Hässig
1 Aus den Unterlagen zum Impulsreferat von Sr. Dr. Elizabeth Parodi.
2 Ebd.