Jahrestagung vom 16./17. Januar 2016

Die Pädagogik Pater Kentenichs ist wertvolle Hilfe und Anleitung für unseren Alltag, für unser tägliches Leben und Streben. 5 grosse Grundideen oder Leitsterne prägen diese Pädagogik. Die Tagung dieses Jahres stand unter dem Leitstern der Idealpädagogik. Auf sehr praxisnahe, frische und lebendige Art hat uns Schwester Doria aufgeschlüsselt, was damit gemeint ist und was dies für unseren Alltag bedeutet.

Zum Leuchten kommen

„Das Edle und Grosse, das in dir ist, sollst du in vollkommener Weise werden.“P.K. Gott hat in jeden von uns etwas hineingelegt, er hat uns alle einzigartig geschaffen. Jeder einzelne von uns ist ein Lieblingsgedanke Gottes. Das Besondere, das mich ausmacht, mein innerstes Geheimnis, meine Mitte, meine Berufung, das nennt Pater Kentenich das Persönliche Ideal. Für jeden Menschen gibt es einen ganz besonderen Lebenssinn, einen persönlichen Auftrag Gottes. Um diesen Auftrag zu erfüllen, um meiner Berufung auf der Spur zu sein, muss ich mich zuerst selber kennen, mich selber verstehen. Wissen, was begeistert mich, wie bin ich, was sind meine Stärken und Schwächen. Nur wenn ich mich selbst kenne, wenn ich meine Mitte kenne, kann ich mich immer mehr darauf hinbewegen.

Ein Schiff, das kein Ziel hat, treibt auf dem Meer herum. Es wird Spielball der Strömungen und der Winde. Ein Schiff jedoch, das auf ein Ziel hinfährt, kann auch durch Wind und Wellen nicht davon abgehalten werden. Genauso sollen auch wir uns auf unsere Bestimmung hinbewegen, immer mehr, auch wenn wir gegen den Strom schwimmen müssen.

Wenn wir unser persönliches Ideal gefunden haben, unsere Berufung, dann können wir aus unserer Mitte leben und entscheiden. Dies gibt unserem Leben eine Richtung. So werden wir in unserem Leben nicht Spielball der anderen. Wenn wir aus unserer Mitte leben, kommen wir zum Leuchten.

„Der Himmelsvater kann der erkannten und anerkannten Schwäche seinesKindes nicht widerstehen“.P.K. Wenn wir uns kennenlernen, sehen wir natürlich auch unsere Schwächen und unsere Schuld deutlicher. Wir sind nicht perfekt. Trotzdem kann Gott durch uns wirken. Gott liebt uns so, wie wir sind. Wir sollen das Beste in uns unter seiner Liebe zur Entfaltung bringen und wir sollen uns nicht entmutigen lassen durch Scherben und Misserfolge, denn „Heiligkeit besteht in dem Mut, jeden Tag neu anzufangen.“P.K.

Wir leuchten nicht nur für uns selbst, wir leuchten auch für andere

„Unser echtes Menschsein soll für die anderen Brücke zum Göttlichen sein.“P.K. Uns gibt es auch für andere. Gott hat uns nicht nur für uns selbst geschaffen. Er will durch uns in dieser Welt gegenwärtig sein. Unsere Berufung hat er uns gegeben, damit wir etwas von ihm in diese Welt tragen und dass damit diese Welt ein klein wenig schöner wird. Wenn wir unsere Berufung leben, bringen wir etwas von Gott in die Welt.

Wenn wir unser persönliches Ideal gefunden haben, kommt das Licht Gottes in uns zum Leuchten, beginnen wir zu brennen für unser Ideal und werden zu einer Fackel. Diese Fackel soll leuchten vor den Menschen, in unserem Haus, auf den Strassen, vor allem aber in unseren Herzen.

Diese Jahrestagung war für uns Quelle, an der wir auftanken konnten. Wir wurden für den Alltag und unseren ganz persönlichen Weg gestärkt. Es war eine gelungene Mischung aus Begegnung, Freude am Wiedersehen und Austausch, an der Gemeinschaft und am zusammen unterwegs sein. Es war Freude am Singen, Spielen und Geniessen. Es war aber auch Quelle, Stärkung und Bereicherung, die wir immer wieder durch die Ideen Pater Kentenichs erfahren und die uns Schwester Doria so anschaulich vermittelt hat. Beschenkt wurden wir auch durch besinnliche Momente und berührt durch die Gegenwart Gottes, die für uns so deutlich spürbar war. Wir sind einfach dankbar für all das Erlebte und möchten an dieser Stelle nochmals dem Organisationsteam und allen, die in irgendeiner Form zu dieser Tagung beigetragen haben, ganz herzlich danken!

Allen, die dieses Jahr nicht an der Jahrestagung anwesend sein konnten hier ein Trost: Nächstes Jahr geht es weiter mit der Pädagogik Pater Kentenichs und Schwester Doria. Diese Jahrestagung war nämlich der erste Teil einer Trilogie zur Pädagogik Pater Kentenichs. In den folgenden beiden Jahren sollen jeweils zwei weitere Leitsterne Thema der Jahrestagung werden. Wir freuen uns schon jetzt darauf!
Corinne & Markus Kälin