260822 Tagungs-Bericht«Grenzerlebnisse als Chance nutzen»

Bildungsnachmitttag vom 22. August 2026 – Paulus-Zentrum Gossau SG
Referentin: Sr. Dr. M. Doria Schlickmann – D-Vallendar/Schönstatt

Quintessenz – Wie es uns gelingen kann, eine reife Persönlichkeit zu werden.

Grenzerlebnisse annehmen – akzeptieren, was nicht zu ändern ist.
Annahme der eigenen und fremden Grenzen. Diese Werte unterstützen uns und
sind zugleich Chancen die uns zu reifen Persönlichkeiten werden lassen.
Anlässlich ihres äusserst lebhaft gestalteten Referates versteht es Sr. Doria heute
erneut hervorragend, die vielen Zuhörenden in ihren Bann zu ziehen. Dabei schildert
sie anhand von Erlebnissen, Feststellungen sowie Zitaten von P. J. Kentenich die
Folgen des nicht bejahen unserer Grenzen, und beleuchtet die Chancen der
Gottesbegegnung. Abschliessend bringt sie die Aussage «Wagnis der Kindlich-
keit» auf den Punkt – vielmehr das Wagnis einer aussergewöhnlichen, tiefgreifen-
den, hervorragenden Kindlichkeit als Heilmittel gegen die heutige Zeitnot.

Resümee der Erklärungen, Ergänzungen und Ratschläge zum Thema

Persönliche Grenzerlebnisse

Lähmen uns sowohl psychisch als auch körperlich
Gleichzeitig können sie uns zur Reflektion sowie einem Neuanfang anstossen
Sie erweitern und lassen unsere Perspektiven wachsen
Da sie uns einen neuen Blickwinkel eröffnen, führen sie uns tiefer zu Gott

Chancen zu Grenzerlebnissen können sein

Der plötzliche Tod eines lieben Menschen
Beziehungsprobleme, Erkrankungen, Schicksalsschläge, Versagen etc.
Wichtig ist, dass wir die Grenzerlebnisse nicht verdrängen, sondern wahr-
und annehmen.
Sie als Schlüssel zur Lebensmeisterung einsetzen
Darin Gott, der zu uns spricht, verstehen

Grenzerfahrungen zulassen

Leider fällt dem heutigen Menschen der Umgang mit Grenzerfahrungen schwer.
Als Folge fesseln und schnüren wir uns den Lebensatem ab. Bitten wir bei wichtigen
Entscheidungen unseren Gott Vater um Gelassenheit und Hilfe. Ringen wir um die
Weisheit. Beten und anerkennen wir, dass trotz aller Anstrengungen auch wir – nicht
nur die anderen – Fehlgriffe machen.

Denken wir daran

Das JA sagen – zu unseren eigenen aber auch den fremden Grenzen – macht uns
froh, und ist das Meisterstück unseres Lebens. Wir haben nicht alles «im Griff».
Nehmen wir uns an wie wir sind. Machen wir uns kein falsches Gottesbild.
Denn, Gott liebt uns so wie wir sind. Er möchte uns an sich ziehen und will uns
noch brauchen.
Zeigen wir ihm auch unsere Schwächen. Vergleichen wir, finden wir nicht zu uns.
Und, folglich auch nicht zu Gott.

Vergessen wir nicht, uns auf die Licht- , und nicht auf die Schattenseiten zu kon-
zentrieren. Vorsätze formulieren wir positiv.
Um frei von unseren Schwächen zu werden, müssen wir sie lieben.
Bejahen wir unser Schwachsein, würdigen und sagen wir JA zu Gott.

Grenzen lieben

P. Kentenich sagt: Wir müssen uns in unseren Schwächen gefallen, uns über
uns selbst freuen. Dadurch kommen wir in den Dialog mit Gott, wachsen und,
unsere Seele wächst bis zum letzten Atemzug.
Wenn wir Begrenzungen nicht annehmen, übertragen wir sie auf die anderen.

Liebe bedeutet:

Den anderen nicht nach seiner Art und Weise ändern wollen
Grenzerlebnisse annehmen
Sich von einem falschen Gottesbild lösen
Die persönliche Bindung zu Gott stärken und mit ihm ein Bündnis schliessen

Von Kindern lernen – das Geheimnis der Kindlichkeit

Werden wir frei und folgen wir dem Tagebucheintrag von P. Kentenich:
«Mach es wie ein Kind, das an der Hand seines mächtigen Vaters geht»
Nehmen wir das Jesus-Wort aus dem Neuen Testament auf. Es sagt:
«Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder«.
Nehmen wir die Situation nicht hin-, sondern an
Bringen wir Demut auf und, lassen wir uns von anderen helfen
Sagen wir JA zur Begrenztheit
Lernen wir von Kindern!
Wir müssen nicht alles allein schaffen. Denn, es ist da EINER der uns hilft!
Erobern wir das Urvertrauen von Kindern Gott gegenüber, zurück

Grenzerfahrungen als neue Kraft entdecken

Sagen wir JA zu Gott. Vertrauen wir ihm unsere Hilflosigkeit an.
Geben wir nicht auf. Folgen wir dem Zitat von Hermann Hesse
«Und jedem (Neu)- Anfang wohnt ein Zauber inne»

Chancen der Gottesbegegnung

Sie sind nur möglich, wenn wir an Gott glauben
Nichts ohne Dich – er weiss in seiner Weisheit mehr als wir
Wir müssen Gott Raum für Grenzerfahrungen geben
Führt er uns Grenzerlebnisse herbei, gibt er uns eine Chance, reife
Persönlichkeiten zu werden
Gottes Erfahrung ist DAS Grunderlebnis – ich rühme mich meiner Schwachheit
Nach dem tiefen Fall müssen wir zurückkehren und, uns nur auf Gott stützen
Gott will nur kleine, hilflose Kinder
Er liebt uns weil wir schwach sind
Fängt der liebe Gott an uns zu erziehen sorgt er dafür, dass wir uns schwach
fühlen, zusammenbrechen und klein werden. Damit wir durch seine Liebe gross
werden.

Lassen wir uns folglich auf das «Wagnis der Kindlichkeit», ein. Das heisst, das
Wagnis einer aussergewöhnlichen, tiefgreifenden, hervorragenden Kindlichkeit
als Heilmittel gegen die heutige Zeitnot.
Setzen wir alles auf die eine Karte «Gott».
Kurz vor dem Schlusspunkt ermuntert Sr. Doria das aufmerksame Publikum,
besser das Leid zu bejahen und daran zu reifen als, zu verbittern.

Im Anschluss an die rege Beteiligung an der Schlussdiskussion des sehr stimm-
ungsvollen Bildungsnachmittags laden uns die Kirchenglocken zum Besuch des
Sonntag Vorabend-Gottesdienstes in die Pauluskirche ein. Begeistert nimmt Pater
Jerry, SAC die Thematik «Grenzerlebnisse als Chance nutzen» in seiner Predigt auf und
wünscht allen Mitbetenden eine glückliche Zeit
pae