Heinz Heuberger, Flums – Bericht im „Sarganserländer“

Auf Dich kommt es an – Wir gehen mit

Quarten:  Vor 50 Jahren verstarb Pater Josef Kentenich, Gründer der Schönstattbewegung. Zu seinem Gedenken fand im Schweizerischen Ableger der Bewegung, dem  Zentrum Neu-Schönstatt, ein Familientag statt. Das abwechslungsreiche Programm, das sich um den verstorbenen Gründer drehte, bot für jeden etwas. Einer der Höhepunkte war sicher die aus dem Gründungsort (Schönstatt bei Vallendar D) live übertragene Gedenkstunde.

In der Geschichte der Menschheit hat es immer wieder charismatische Persönlichkeiten gegeben, die über ihren Tod hinaus, unauslöschliche Spuren hinterlassen haben. Zu ihnen darf man zweifelsohne auch den Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich zählen. Kentenich war seiner Zeit voraus und geriet deshalb immer wieder in Konflikt mit geistlichen und weltlichen Instanzen. Doch seine Ideen setzten sich über Deutschland hinaus durch. Kentenich selber wurde am 16. November 1885 in der Nähe von Köln geboren. Am 15. September 1968 endete seine irdische Laufbahn unmittelbar nach der ersten Messe in der Sakristei der Dreifaltigkeitskirche auf Berg Schönstatt.

Ein etwas anderes Gedenken an ein ungewöhnliches Leben.

Um eine Ahnung über die Vielfältigkeit seines Lebens und den Impulsen, die er der von ihm initiierten Schönstattbewegung gegeben hatte, war der Anlass seines 50. Todestages gedacht. Ein vielköpfiges Publikum, das alle Altersgruppen umfasste, wurde durch das vielseitige Programm geführt. Dabei streute man in die Texte immer wieder Lieder und Gebete ein. Die Einstimmung in den Gedenktag erfolgte mit Bildern und erklärenden Begleittexten in die Chronologie des Lebens von Kentenich. Ein Leben, das gekennzeichnet war durch eine tiefe Gläubigkeit, in der die Mutter Gottes Maria eine besondere Stellung einnahm. Dank seines pädagogischen Talentes, das er übrigens mit anderen Theologen wie Z.B. Romano Guardini teilte, fand er rasch den direkten Draht zu Jugendlichen und Jugendgruppen. Sein Talent und sein Einfluss auf die Menschen blieb auch den damaligen Nationalsozialisten nicht verborgen. Sie erkannten rasch die Sprengwirkung seiner Gedanken. Im September 1941 nahmen sie ihn fest und im darauffolgenden Jahr fand er sich im berüchtigten Konzentrationslager (KZ) Dachau wieder. Wie durch ein Wunder überlebte er die damalige „Hölle“ auf Erden. Doch nicht nur bei den weltlichen Gremien wurde er misstrauisch beäugt, sondern auch im fernen Rom war er seiner Zeit schon weit voraus. Rom erteilte ihm im Jahre 1951 die Weisung Schönstatt zu verlassen. Volle 14 Jahre war er dann im Exil in Milwaukee, Wisconsin/USA. Erst im Jahre 1965 erteilte Papst Paul VI der Bewegung den apostolischen Segen und am Heiligabend des Jahres 1965 durfte Kentenisch nach Schönstatt zurückkehren.

Seid nicht traurig

Ganz im Sinne des Gründers war den auch der Leitspruch des Anlasses. Das Programm umfasste einen von Pater Raffael Rieger mit viel Verve vorgetragenen Input, in den er auch das Publikum miteinbezog, ein Podiumsgespräch, zwei Ateliers mit verschiedenen Angeboten zum Dialog, einen Gottesdienst und als Höhepunkt, wie bereits erwähnt, die Übertragung der Internationalen Feststunde aus dem Deutschen Schönstatt. Ein Dank geht an Generalvikar Guido Scherrer, der der Eucharistiefeier vorstand und Grüsse von Bischof Markus Büchel überbrachte. In einer eindrücklichen Predigt verband er die biblischen Texte des Tages mit dem Charisma von P. Josef Kentenich.

Für die zahlreich anwesende Jugend schloss sich eine Jugendnacht an, die am Sonntag mit dem Frühstück endete. Was am meisten beeindruckte, waren die Zeugnisse von Leuten, die Pater Kentenich noch persönlich erlebt und mit ihm Gedanken ausgetauscht hatten. Da blitzte etwas vom Charisma dieser aussergewöhnlichen Persönlichkeit durch.

Gestärkt durch diesen Tag wurde den Teilnehmenden neu bewusst, dass wir gefragt sind, die Sendung und das Charisma Pater Kentenichs ins Heute zu tragen, in unseren Alltag.

Deshalb gilt das Motto für die kommenden Monate „AUF DEIN WORT HIN MITEINANDER WIRKEN UND WACHSEN“.