Samstagsbrief für den 14. September 2019

Liebe Leserin, lieber Leser,

Situation eins
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist.
Ich bin der Bote. Gott schickt mich in eine kleine Stadt in Galiläa. Ich habe bisher nicht gewusst, dass sie Nazareth heisst. Rundum ist bäurisches Hügelland.
Ich bekomme die Adresse einer jungen Frau. Sie ist unter den Leuten bekannt und heisst Maria. Die Tür ist offen. Es gibt den üblichen Fliegenvorhang. Ich bleibe stehen und sage, was ich zu sagen habe. Maria soll Mutter werden. Mit Gott dem Heiligen Geist soll sie das Kind zeugen.
Sie fragt: Wie das, wenn ich keinen Mann habe? Maria versteht das mit dem Heiligen Geist vorerst nicht. Aber schon bald soll alles klar werden.

Situation zwei
Maria sprach, siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.
Ich bin die Magd. Bin jung, bin noch zu Hause. Bin in der Familie und in der Gemeinschaft der Glaubenden. Moses ist der Gründer meines Volkes. Ja? Befreite er uns nicht aus der Sklaverei in Ägypten? Führte er uns nicht durch die Wüste und an den heiligen Berg? Gab er uns nicht die zehn Gebote und unsere Festtagsfeiern? Danach sollen wir unser Leben ausrichten!
Gott hat zu Mose und zu den Vätern gesprochen. Er spricht auch zu uns, gestern und heute. Er führt unsere Leben, zeigt uns Wege; macht Mut und wird nicht müde, mit uns zu gehen. Auch mich wird er führen. Ich zweifle keinen Moment. Alles wird gut kommen.

Situation drei
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Bei der Volkszählung in Bethlehem habe ich das Kind geboren. Dann mussten wir vor Herodes flüchten. Wir kamen nach Ägypten. Später konnten wir zurückkehren und blieben in Nazareth. Seither sind wir hier und so wird es vermutlich bleiben.
Wir haben hier unser Haus, unser Geschäft und unseren Verdienst. Jesus arbeitet mit Josef. Im Baugewerbe gibt es immer Aufträge. Bei der Verwandtschaft ist Jesus beliebt. Wo etwas los ist, ist er dabei und wenn geredet wird unter den Alten, ruft man ihn gern. Jesus hat Phantasie, ist schlagfertig und bleibt niemand eine Antwort schuldig. In allem ist er bescheiden und bleibt, wie er ist.
Was wird aus ihm werden?
In der Synagoge liest er gerne vor und kommentiert gekonnt, was er gelesen hat. Sollte er Vorsteher werden? Oder Rabbi?

P. Werner Hegglin

PS: Das Thema am zweiten Samstag (14.9.) ist „Situation“.
Begleitbuch bitte mitbringen.