Wir möchten hiermit anmerken, dass alle 5 Adventstagungen stattgefunden haben. Insgesamt waren 107 Frauen und Mütter zugegen.

Bericht von Heidi Haueter

Wie freute ich mich auf diese Tagung, nachdem uns letztes Jahr infolge des Umbaus des Bettenhauses nur ein Tag für die Adventseinstimmung zur Verfügung stand. Wie enttäuscht war ich dann, dass „nur“ 19 Frauen und Mütter den Weg nach Quarten gefunden haben. Aber an alle Daheimgebliebenen: „Ihr habt wirklich etwas verpasst! Sei das die Ruhe und den Frieden dieses Gnadenortes, die wunderbaren Gedanken von Sr. M. Beatris und Pater Christoph Horn zur neuen Jahresparole und dem Weihnachtsgeschehen, den kulinarischen Genüssen aus der Küche und der 5-Sterne-Unterbringung im neuen Hoteltrakt!“ Uns wurden nur Superlative geboten! An dieser Stelle möchte ich allen, auch dem Vorbereitungsteam aus Abtwil von ganzem Herzen danken. Ohne ihre Arbeit wäre eine solche gehaltvolle Tagung überhaupt nicht machbar. Nochmals ein grosses Vergelt’s Gott!

Schon beim Einstieg in der Hauskapelle führte uns Sr. M. Beatris in die Stille.  Mit dem bekannten Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ und den Ausführungen dazu konnte unsere Seele bei Gott und der Gottesmutter ankommen und der Alltag mit seiner Hektik rückte in den Hintergrund.

 

Bei der Weiterführung im Saal erwartete uns zwar kein Adventsbasar wie andere Jahre, aber ein Koffermarkt, der diesem Basar in Nichts nachstand. Er wurde von Monika Allenspach und Beatrice Hugentobler mit der Müttergruppe Gossau initiiert. Verschiedene Frauen oder Gruppen haben Koffer mit Köstlichkeiten und Selbstgebasteltem gefüllt und angeboten. Der Erlös geht an das Projekt: „Milchpulver für unterernährte Babys in Burundi“.  Ich bin gespannt, wieviel Geld wir nach Burundi schicken können!?

 

Das Thema „Zeit“ wurde im Seminarraum von Sr. M. Beatris und P. Horn weiter ausgeführt, sei das mit bekannten und weniger bekannten Sprichwörtern und dem Text von Gertrud Pollak über die Lektionen einer Uhr. Dies um uns auf den Inhalt und die Tiefe der neuen Jahresparole hinzuführen: „geschüttelt – gehalten – bewegt“. Auf der abgegebenen Karte schwingt eine Uhr hin und her. Sie ist in Bewegung! Auch wenn sie durch diverse Einflüsse kurz ins Schlingern geraten könnte, wird sie nicht in die Tiefe stürzen und am Boden zerschellen, solange sie oben gehalten wird. Pater Josef Kentenich spricht hier von der Pendelsicherheit. Im Ausdeuten des Gebetes der Parolenkarte erklärten uns Sr. M. Beatris und P. Horn deutlich, dass wir voll auf Gottes Gehaltensein in allen Lagen unseres Lebens vertrauen dürfen. Was für eine Zusage!

 

Im Anschluss der Einführung bis zum Abendessen hatten wir genügend Zeit, um das Gehörte sinken zu lassen bei Gebet, im Gespräch mit anderen oder einem Besuch im Heiligtum. Ich war am Gnadenort angekommen.

 

Nach einem feinen Abendessen in gemütlicher Runde wurden wir von Sr. M. Beatris im Seminarraum zur Adventsfeier erwartet. Für mich ist diese Feier immer ein Höhepunkt der Adventstagung. Wieder stand die Zeit, die Adventszeit, im Mittelpunkt. Im Galater 4,4 steht „Als die Zeit erfüllt war“ oder „Zu der von Gott festgesetzten Zeit sandte er seinen Sohn zu uns“. Nicht früher und nicht später! Mit einem Adventslied mit den Strophen über „warten“ / „schauen“ / „hören / „gehen“ wurden wir aufgerufen, uns auf die Ankunft unseres Erlösers in unseren Herzen vorzubereiten. Wenn man sich bei einem dieser Worte angesprochen fühlte, durfte jede Frau ein Kerzchen auf der Leiter deponieren, die am Schluss wie ein Christbaum leuchtete.

Darauf erzählte uns Sr. M. Beatris eine tiefgründige Weihnachtsgeschichte über eine Uhr, die keine Zeit angibt, sondern Aufforderungen zur Nächstenliebe wie „Tagesgeschenke machen / freundlicher grüssen / Mut zusprechen / Hilfe anbieten.  Mit der Aufforderung des Besitzers: „Die Uhr muss unter die Leute!“ wird die Uhr weitergeschenkt. Symbolisch zur Geschichte bekam jede Teilnehmerin auch eine Uhr (natürlich keine Designuhr) geschenkt. Sie soll uns immer wieder im Alltag daran erinnern, Gottes verlängerter Arm in dieser Welt zu sein.

 

Ich hatte nach dieser schönen Feier nur noch das Bedürfnis, mich zurückzuziehen und die erlebten Eindrücke nachklingen zu lassen. Der vergangene Tag erfüllte mich mit tiefer Zufriedenheit und es folgte eine ruhige und erholsame Nacht im neuen Hoteltrakt.

Nach einem ausgiebigen und erlesenen Frühstück durften wir in der heiligen Messe am Tisch des Herrn teilnehmen. Dazu hatte Erika Oehler die schöne Messgestaltung und ihre Gedanken beigesteuert. Ihr ebenfalls unseren liebsten Dank! Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie  an keiner der diesjährigen Tagungen teilnehmen, leider. So wünsche ich ihr auf diese Weise gute Besserung und alles Gute.

 

 

Im Vortrag im Anschluss der Messfeier und der Zimmerräumung deutete uns Pater Horn seine persönlichen Gedanken zur Jahresparole, die so präzise auf das Zeitgeschehen eingehen. Er wurde nicht müde, uns davon zu überzeugen, dass unser Gottvater ein Vater der Barmherzigkeit ist und uns stets mit dem Auge der Liebe betrachtet, auch bei Versagen und in Kreuz und Leid. Als Zeichen dafür hat er uns das Symbol des Vaterauges für das erste kroatische Heiligtum mitgebracht. Wie strahlte uns der Kristall als Auge an!

 

 

 

In der Coronazeit spricht man immer von den drei „G’s“. Dazu hat er uns ein Gedicht eines unbekannten Verfassers vorgelesen, nämlich die drei „G’s“ Gottes: Gewollt – geliebt – gerettet! Eine Zusage Gottes, die unser ganzes Vertrauen verdient! Anschliessend fanden wir uns im Heiligtum ein, um uns der lieben Gottesmutter erneut zu weihen und zu ihr zu beten.

Ein feines Mittagessen folgte. Der absolute Knaller aber waren im Anschluss daran die vorgetragenen Heimatlieder von Irma Bürle. Wenn mich eine Melodie so richtig berührt, dann stellen sich bei mir die Haare auf. Das war auch beim kleinen Konzert von Frau Bürle und dafür danke ich ihr, wie sicher alle teilnehmenden Frauen, von ganzem Herzen.

Bis zur Sendungsfeier durften wir zwischen verschiedenen Ateliers wählen: Gebet der Stille im Pater-Kentenich-Raum/ lichtvoller Rosenkranz im Heiligtum / ein Weg im Advent mit Sr. M. Beatris / Umbau des Hoteltraktes mit Bildern und lustigen Anekdoten von Sr. M. Alessandra / Beichtgelegenheit.  Alles schöne Angebote, doch man musste sich für eine entscheiden. Die Wahl fiel uns nicht leicht.

So schnell verging die Zeit. Schon fanden wir uns wieder in der Hauskapelle zur Sendungsfeier ein. Erfüllt von Dankbarkeit für die schöne Gemeinschaft, den tiefen Gedanken zur Jahresparole und zum Advent und unter dem Segen Gottes und der liebenden Gottesmutter wurden wir in den Alltag und in unser Leben geschickt, um uns neu bewegen zu lassen. Herzlichen Dank nochmals an alle Mitwirkenden, allen voran Sr. M. Beatris und Pater Horn!