Als wir hörten, dass es endlich mit einem Tipilager geklappt hat, war das Thema schnell klar. Im Sommer 2021 fanden zum einen das Tipilager in Degersheim und das Sommerlager in Quarten statt. Es freute uns sehr, dass 33 respektive sogar 46 Mädchen und Jugendliche dabei waren. Zusammen mit einer grossen Leiterinnenschar durften wir alle eine wunderschöne, unfallfreie Woche zusammen verbringen und hatten trotz Regen viel Spass.
Der erste Lagertag startete mit dem Kennenlernen und endete mit der Schönstatttuch-Überreichung. Ganz bewusst stellten wir uns unter den Schutzmantel der Muttergottes. Nach dem Morgengebet in der Hauskapelle oder im Heiligtum nahm der jeweilige Tag seinem Lauf und die Indianer erzählten was zur Vorbereitung des Freundschaftsbündnisfestes auf dem Programm stand.
Im Tipilager machten sich die Mädchen daran in ihrer Indianerpersönlichkeit zu wachsen um echte Indianer / Christen zu werden. In den kurzen Gruppenstunden am Morgen und in den verschiedenen Programmpunkten durften sie sich selbst als einen unendlich von Gott geliebten Menschen kennenlernen, welcher durch die Taufe Gotteskind geworden ist. In der Vorbereitung auf das Fest ging, aber nicht alles rund. Zuerst entwischten die Pferde infolge eines Sturmes dann wurden sie auch noch krank. Der Medizinmann hinterliess eine verschlüsselte Nachricht, die es mithilfe von Steinen, die auf dem ganzen Areal verteilt waren, zu knacken galt. Aus Kräutern, Honigwaben und blauen Mineralien entstand so einen Heiltrank für die Pferde. Für einmal durften wir auf dem offenen Feuer kochen, auf dem alle Mahlzeiten zubereitet wurden.
Höhenpunkt des Lagers war nun das Bündnisfest, worauf sich die Mädchen riesig freuten. Dafür liessen sie sich die Hände massieren, die Haare machen, die Fingernägel lackieren. Bei der Tauferneuerung wurden alle in den Indianerstamm aufgenommen. Gleichzeitig feierten wir so das grosse Geschenk, dass Gott in jedem von uns lebt und deshalb die Indianergemeinschaft so besonders ist. Anschliessend durften die die wollten, das Freundschaftsbündnis mit Maria schliessen, um als Marienapostel unterwegs zu sein. Das Fest endete bei Musik und Tanz, Popcorn und Marshmallows am Lagerfeuer.
Im Sommerlager in Quarten trafen die Mädchen auf Yakari und halfen ihm dabei bei den Indianern aufgenommen zu werden. Dazu galt es herauszufinden, was denn ihre Gemeinschaft so speziell macht. In einem Spiel fügten sich sie Puzzleteile zu einem Bild von Maria. In den Gruppenstunden lernten sie mehr über Maria, dass sie uns liebt, beschützt und erzieht. Und wie sie im Heiligtum durch unser Gnadenkapital wirkt. Passend dazu töpferten wir einen eigenen Krug.
Wie es sich für Indianer gehört, verbrachten wir auch viel Zeit draussen und entdeckten die Schönheit der Natur und Gottes Spuren darin. Dazu gehörte auch, dem Regen etwas Gutes abzugewinnen und trotzdem draussen Sport zu treiben. Und ein verregneter Abend liess sich auch mit einem «Indoor-Lagerfeuer» und Lagerfeuerlieder ausklingen.
Nachdem die Mädchen das Freundschaftsbündnisfest mit Maria gefeiert hatten, war es auch für Yakari so weit. Um Mitternacht wurde Yakari in den Indianerstamm aufgenommen und das Feiern ging weiter. Mit der eigenen Indianerurkunde und ganz viel Wissen, wie man das Freundschaftsbündnis im Alltag leben kann, ging es ab nach Hause.
Autorin: Cornelia Inderbitzin