Bericht von L. Isenschmid
Nach dem zweimaligen Ausfall des Besinnungstages für die Frauen und Mütter aus der Innerschweiz, infolge der Covid-Pandemie, war es für die Leitung und Verantwortlichen der Frauengruppe recht schwierig abzuschätzen, ob dieser Besinnungstag in Horw überhaupt noch gewünscht und sich auch genügend Teilnehmende anmelden würden. Die Anmeldungszahlen aber überstiegen dann alle Erwartungen, sodass es keinen Zweifel mehr gab, dass dieser Besinnungstag in Horw beibehalten werden muss.

In verdankenswerter Art und Weise hat sich die bewährte Urner-Frauengruppe bereit erklärt, die Vorarbeiten zu übernehmen, aber das „Ruder“ dann für das Endresultat Sr. Beatris zu überlassen!

Frau Hedi Niederberger durfte sodann eine respektable Anzahl von interessierten Frauen begrüssen und auch Sr. Beatris fand lobende Worte der Anerkennung für den grossen Aufmarsch. Dass sich auch Hr. Pater Christoph Horn bereits zur Tagung eingefunden hatte, wurde mit viel Applaus honoriert.

Mit einem Lied wurde darauf der Besinnungstag gestartet. Nachher setzten sich 3 Urner-Frauen an einen „runden Tisch“ und versuchten mit einem gelungenen Sketch die neue Jahresparole „geschüttelt – gehalten – bewegt“ zu erklären und bildhaft verständlich zu machen. Dies ist ihnen sehr gut gelungen und sie ernteten damit auch entsprechend viel Applaus. Danach waren wir natürlich alle gespannt auf den Vortrag von Hr. Pater Horn. Gleich zu Beginn kündigte er an, dass er leider zuerst auf eine Entwicklung hinweisen müsse, die sich in den letzten Jahren immer mehr abzuzeigen begonnen hatte, nämlich die hohe Sterberate der noch aktiven Schönstatt-Patres und der fehlende Nachwuchs. Von ehemals 40 Patres in der Schweiz betrage die Anzahl jetzt noch deren 15 und er sei davon jetzt der jüngste!  So sei das Haus für die Verbliebenen nicht mehr tragbar und ein Strukturwandel mit einem neuen Nutzungsplan für das zu grosse Haus seien bereits in Planung, sowie eine Zusammenlegung der Patres-Gemeinschaft mit derjenigen der EU.

Im 2. Teil seines Vortrages folgte dann die Reflexion auf die Jahresparole „geschüttelt – gehalten – bewegt“ mit einer Spurensuche über das Wirken des himmlischen Vaters in Bezug auf heute und in unserem Leben. Was im voraus der Coronavirus-Pandemie wohl niemand geahnt oder erwartet hätte, war, dass das Auftauchen eines so winzigen Virus das Leben der ganzen Welt so plötzlich und so nachhaltig verändern könnte. Wir alle wurden dadurch heftig durchgeschüttelt und werden es z.T. auch heute immer noch. Es gelte, das Leben zu entschleunigen und innezuhalten. Aus der Zivilisation sei eine Zuviele-sation geworden. Es brauche mehr Qualität statt Quantität und vor allem eine neue Zivilisation der LIEBE. Beim Begriff „geschüttelt“ kam P. Horn auf das Leben und Wirken von Pater Josef Kentenich zu sprechen. Sein Leben sei die Antwort auf viele Zeitfragen und Zeitnöte, aber immer habe er sich ganz durch den himmlischen Vater führen und leiten lassen. Pater Horn nannte sodann 7 Aspekte in seinem Leben von der Herkunft an als unehliches Kind, seine Unsicherheiten, seine Krankheit, sein Wagnis der Priesterweihe, die Gründung Schönstatts, seine Gefangenschaft im KZ bis sogar hin zu seiner kirchlichen Verbannung. Aber immer habe er sich gehalten gefühlt von der ungeahnten Grösse und Barmherzigkeit des himmlischen Vaters. Pater Horn gab uns sodann zur Aufgabe, unser Leben im Sinne dieses Gehaltenseins zu überdenken und die ungeahnte Grösse der Barmherzigkeit unseres himmlischen Vaters auf unser Seelenleben wirken zu lassen.

Nach einer kurzen Gebetszeit im Heiligtum durften wir uns an den gedeckten Tisch im Speisesaal setzen und eine feine Fastensuppe geniessen. Zum Dessert verwöhnten uns die fleissigen und so liebwerten Urner-Frauen mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen (und dies trotz Fastenzeit!!) Das löste dann die Zungen und es entstand eine frohe, familiäre Atmosphäre.

Der Nachmittag bot verschiedene Angebote zum Auswählen an, wie Beichtgelegenheit, Rosenkranzgebet, Kreuzwegandacht oder auch Rückzug in die Stille.  Der Höhepunkt, die hl. Messfeier, war auf 15.30 Uhr angesetzt. Hr. Pater Horn zelebrierte sie mit tiefer Andacht und gab uns eindrückliche Worte mit auf unseren Weg durch die Fastenzeit auf Ostern hin.

Bereichert und innerlich tief beglückt hat sicher jedes von uns den Heimweg angetreten.