Nach langen vier Jahren ist es endlich soweit. Wir reisen zu den heiligen Stätten nach Schönstatt. Schnell merken wir, dass wir mit unserem Chauffeur Roland Matt das goldene Los gezogen haben. In Zürich sitzen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vollzählig im Bus und lassen sich nach Oberkirch fahren, wo ein schmackhaftes Mittagessen auf uns wartet.

Wir fahren zum Ursprungsort, nehmen alle Anliegen und Sorgen mit und verbinden uns mit allen, die zu Hause geblieben sind. Diese Tage wollen wir uns vom Alltag ausruhen und neue Kraft schöpfen. Umsichtig bringt Roland Matt uns durch alle Staus zum Marienland, unserem Zuhause für die Zeit der Wallfahrt. Gegen 20.00 Uhr treffen wir im Marienland ein, wo wir trotz Verspätung von den Schwestern herzlich begrüsst werden. Das Abendessen wartet und obwohl alle müde sind, findet sich eine grosse Schar um 20.50 Uhr in der Hauskapelle zum Angebot der heiligen Messe ein. Müde aber zufrieden beziehen alle ihr Zimmer. Wir freuen uns auf den neuen Tag.

Donnerstag: Einer muss vorangehen…
Die heilige Messe feiern wir im Mariengarten-Heiligtum, wo Pater Kentenich in seinen letzten drei Lebensjahren 567-mal die heilige Messe gefeiert hat. Wir werden dadurch auf den «Gründertag» eingestimmt. Anschliessend sehen wir im Pater Kentenich Haus den Film: «Einer muss vorangehen…» Er bringt uns das Leben Pater Kentenichs eindrücklich näher. Am Nachmittag treffen wir uns nochmals im Pater Kentenich Haus. Wir tauschen uns über die Eindrücke aus, die der Film hinterlassen hat. Anschliessend sind zwei Angebote, die im Wechsel wahrgenommen werden können. Petra Schuh gibt Einblick in die 14 Jahre langen Jahre des Exils von Pater Kentenich in Milwaukee. Mit Sr. M. Beatris setzen wir uns vor die Statue der Gottesmutter vom Waisenhaus Oberhausen: «Ruhen im Bündnis» ist das Thema. Viel bewegt sich in unseren Gemütern. Nach dem Abendessen haben wir die Gelegenheit, als Pilgergruppe eine Gebetszeit beim Gründergrab zu halten. Die dichte Atmosphäre wird zu einem grossen Erlebnis für Viele.

Freitag: Eine der Ersten…
Heute fährt uns der Chauffeur nach Metternich. Auf der Fahrt gibt uns Petra Schuh Einblick in das Leben von Sr. Emilie Engel, eine der Ersten. Von Sr.  Theres-Marie werden wir herzlich begrüsst und willkommen geheissen. Sie nimmt uns mit in den Vortragssaal und weiss viel über Emilie Engel zu berichten. Sie verbindet es gekonnt mit unserem Alltag und wir nehmen Wissenswertes für den Alltag mit. In der eindrücklichen Hauskapelle können wir anschliessend die heilige Messe mit Pater Horn feiern. Nach dem Mittagessen sehen wir das einfache Zimmer von Sr. Emilie, ihren Rollstuhl, das Korsett, Fotos und einiges mehr. Es ist heiss, doch das lässt uns nicht davon abhalten, durch den wunderbaren Park zu schlendern und das Heiligtum aufzusuchen. Bevor wir wieder zurück nach Schönstatt fahren, besuchen wir gemeinsam das Grab von Sr. M. Emilie und beten in allen Anliegen und Sorgen. Zurück im Marienland geniessen wir das Abendessen und den schönen Abend draussen. Ein eindrücklicher Tag geht zu Ende.

Samstag: Die erste Stunde…
Heute ist Bündnistag und wir haben die Gelegenheit im Urheiligtum, wo sich die Gründung am 18. Oktober 1914 vollzogen hat, die heilige Messe zu feiern. Berührend für uns, nach über 100 Jahren an dieser Stätte zu sein und uns in besonderer Weise mit der internationalen Schönstattfamilie zu verbinden. Wir spüren: Hier ist ein Ort, wo der Himmel die Erde berührt. Bis zum Mittagessen geniessen wir die Zeit im Tal. Verschiedene Möglichkeiten werden wahrgenommen. Besichtigen der Rundkirche, Besuch vom Pilgerlädelis, Glace schlecken oder den Schönstattverlag unsicher machen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Die freie Zeit wird ganz verschieden genutzt. Einige ruhen sich aus, andere lassen sich durch das Haus Marienland führen, wieder andere gehen über den Berg und beobachten, wie die Teppiche für Fronleichnam Form und Gestalt annehmen. Josy Kaufmann hilft sogar tatkräftig mit. Nach dem Abendessen sind wir zum frohen Abend eingeladen. Es wird kräftig gesungen und die dargebotenen Beiträge strapazieren unsere Lachmuskeln. Da braucht es wirklich eine Abkühlung, darum die vielen, vielen Sorten Glace… mit vielen Lachern serviert! Mit dem Abendsegen endet der Bündnistag in Schönstatt.

Sonntag: Fronleichnam
Es ist Fronleichnamstag. Die heilige Messe feiern wir in der Dreifaltigkeitskirche mit vielen Schwestern, Besucherinnen und Besucher. Pater Horn ist mitten unter den Priestern, die die heilige Messe zelebrieren. Anschliessend nehmen wir an der Prozession teil. Es ist eindrücklich, wie die Fahnenträger (auch einige aus unserer Gruppe), die Musik aus Vallendar und die vielen Menschen das Allerheiligste Sakrament begleiten. Der Weg ist liebevoll geschmückt und die Blumenteppiche bei den vier Altären sind bewundernswert. Die Gebete und Lieder sind stimmig und verleihen der Prozession Tiefe und Würde. Wir sind uns einig, es ist ein unvergessliches Erlebnis. Wir nehmen viele schöne Eindrücke, Bilder und Erlebnisse mit. Jetzt haben wir das Mittagessen verdient. Am Nachmittag sind viele Angebote auf dem Berg. Jeder und Jede nutzt sie nach den je eigenen Bedürfnissen.

Montag: Heimkehr
Wir durften in diesen Tagen neu Halt finden bei Gott und der Gottesmutter und gehen in unseren Alltag zurück, um etwas zu bewegen. Es verbinden uns viele gemeinsame Erlebnisse, viele schöne und frohmachende, aber auch unangenehme und aufregende Situationen. Wir erlebten die Covid-Erkrankungen, den Sturz einer Wallfahrerin, der einen Aufenthalt in der Notfallstation nötig machte und den glimpflich abgelaufene Treppensturz einer weiteren Frau.

Die Pilgergruppe wurde geschüttelt aber hat immer wieder den Halt in Gott erfahren. Es war definitiv eine bewegte Zeit.

Ein grosses Dankeschön an das Vorbereitungsteam, Bärtsch Rita, Schuh Petra, Senti Esther und Sr. M. Beatris, das wunderbar harmonierte und viel zum Gelingen der Schönstattfahrt beigetragen hat. Ein herzliches Vergelts Gott an Pater Horn für die priesterliche Begleitung und den wunderbaren Humor. Schliesslich ein herzliches Dankeschön an unseren Chauffeur Roland Matt, mit dem wir das goldene Los gezogen haben. Bei allen Herausforderungen durften wir die Hilfe Gottes erfahren. Wir wussten uns gehalten in der Hand Gottes – möge diese Erfahrung unsere Herzen bewegen und etwas davon in den Alltag ausstrahlen. «Geschüttelt – gehalten – bewegt».                                                                              s.g.