In Vaduz FL wurde ich Ende Februar zu einer Erstkommunion-Gruppe in den Religionsunterricht eingeladen, eine Einführung zum Kinderpilgerheiligtum zu geben. Ich bringe den Kindern zwei Marienbilder im Rucksack mit und zwei weitere lasse ich dort für die andere Erstkommunion-Gruppe. Mehrere Kinder melden sich spontan und begeistert, schon bevor der Pfarrer die Frage stellt: Wer möchte Maria und Jesus nach Hause einladen? Ein Junge rückt mit seinem Stuhl ganz nah zum Marienbild: «Ich möchte Maria mitnehmen und ich bin schon nahe bei ihr!»

Am 3. Fastensonntag ist die Kirche St. Katharina in Zürich fast voll! Viele Kinder sind der Einladung gefolgt. Es sind gegen 80, unter anderem viele Erstkommunikanten. Nach der Video-Botschaft des Bischofs von Chur kann ich die Besuche der Pilgernden Mutter anbieten. Am Schluss des Gottesdienstes bitte ich Maria, dass sie nun auf den Weg geht zu Familien und Einzelpersonen in der Pfarrei und dass sie ihnen sagt: «Du bist nicht allein, ich weiss um Dich, ich mache dir Mut und stärke dich.» Voll Freude empfangen die drei Kontaktpersonen die Marienbilder für ihren Kreis!

Drei Frauen kommen zur Schönstattkapelle in Quarten, um ein Marienbild für polnische Familien im Sarganserland abzuholen. Die Aussendungsfeier ist in deutsch und in polnisch. Bevor Sr. Honorata, eine polnische Marienschwester, die beiden Bilder überreicht, bringen die Frauen Maria in frei formulierten eindrücklichen Gebeten ihren Dank und ihre Anliegen dar. Zum Schluss wünschen sie sich, dass sie in Stille Anbetung des Allerheiligsten im Tabernakel halten dürfen. Kaum kommen wir aus dem Kapellchen, erscheint über dem Walensee, wie ein Zeichen der Nähe Gottes, ein wunderbarer Regenbogen!

Am 4. Fastensonntag kommen Vertreter vom dritten Pilgerheiligtumskreis in Eschen FL nach Quarten: 3 Frauen und 3 Männer holen «ihre» Maria ab. Einer der Männer ist Kontaktperson für diesen Kreis. Er nimmt das Marienbild entgegen und betet: «Maria, wir laden dich ein, komm mit deinem Kind in unsere Häuser und Wohnungen. Dir vertrauen wir unsere Freuden und Sorgen an. Segne alle, zu denen du kommst und begleite uns auf unserem Weg. Sei allen nahe, die zum Pilgerheiligtumskreis gehören. Sorge für sie. Tröste sie und begleite sie in ihrem Alltag. Stärke sie und beschenke sie bei jedem Besuch, den du machst. Amen.»

Kurz vor Palmsonntag kommen Vertreter von 6 Familien von Oberterzen SG ins Kapellchen. Sie sind bereit, Maria im Pilgerheiligtum jeden Monat die Türen zu öffnen. Neun Kinder sind dabei und sie dürfen Maria Rosen nach vorne bringen. Mit Stolz und Freude stellen sie ein Licht für ihre Familie auf den Altar. Bevor wir das Lied «Maria, breit den Mantel aus» singen, bitten mir mit Namen um den Schutz und den Segen Gottes für jedes Kind. Danach darf jedes Kind ein Spiel auf dem Osterweg machen. Ein Bub trägt Maria im Arm und meint: «Jetzt habe ich Glück!» Dann laden wir zwei Schwestern ins Restaurant ein und dort sitzen alle 19 Personen um den Stammtisch herum!

Text und Bilder: Sr. Ursula-Maria Bitterli