Montag
Am Montag trafen wir uns in Quarten für das Sommerlager. Nach kurzen Informationen ist die Ausganslage geklärt. Wir sind alle Angestellte in einer Bank, der QKB, Quarten Kantonalbank. Erschrocken müssen wir feststellen, dass etwas sehr Wichtiges gestohlen wurde, so beweist es die Überwachungskamera eines Büros. Zum Glück konnten wir trotz der schlechten Neuigkeiten Ruhe bewahren, weil uns bewusst ist, dass wir zusammen stark sind und dass wir nie allein sind. Zwei erfahrene Detektivinnen wollen uns während der ganzen Woche helfen, den Dieb zu finden. Sie scheinen sehr hilfsbereit zu sein obwohl wir anfangs nicht wussten, ob sie vertrauensvoll sind. Der Znacht war sehr fein und hat uns für das kommende Geländespiel gestärkt. Das Geländespiel verlief trotz des strömenden Regen reibungslos, sodass wir nachher gemeinsam zufrieden in der Kapelle sassen und für den gelungenen Tag dankten. Dort bekamen wir symbolisch, für die Gegenwart der Muttergottes, ein Schutzmanteltuch. Dieses wird uns die ganze Woche begleiten und uns daran erinnern, dass wir immer unter dem Schutzmantel der Muttergottes sind.
Dienstag
Die geistige Linie «Gott vertrauen trotz Ungewissheit» begleitete uns durch den zweiten Lagertag. Am Morgen lernten wir einiges im Bereich der Pioniertechnik. Dieses Gebiet wurde vom Mädchenlager dieses Jahr zum ersten Mal angeschnitten. Grund dafür war die bevorstehende Wanderung mit Übernachtung in Berlinern (Zelte aus Militärblachen) in den Flumserbergen. Heute stellten wir also in den Kompanien einen Berliner auf und lernten verschiedene Knöpfe, wie zum Beispiel der Fischer oder der Kreuzbund. Nicht zu vergessen die erste Hilfeausbildung. Kurz nach dem Mittag tauchte der lang erwartete Dieb wieder auf und erschreckte uns mit einem angsterregenden Schrei. Er hinterliess einen Brief, auf dem geschrieben stand, dass er Lösegeld fordere. So machten wir Bankmitarbeiter uns auf den Weg in den Keller der Bank, wo anhand eines Völkerballs Gold und Silber herstellten und es am vorgegebenen Ort platzierten. Weil wir unterdessen wussten, dass das Gnadenkapital gestohlen wurde, erfuhren wir vor dem Nachtessen in den Gruppenstunden, was es auf sich hat, wenn wir diesen Schlüssel zur Muttergottes nun nicht mehr haben und weshalb es unser Bankschatz ist. So geben wir nun alles daran, das Gnadenkapital mit kleinen Beiträgen wieder aufzufüllen. Nach dem Lobpreis und der Anbetung am Abend, plumpsten wir mit dem Gedanken der bevorstehenden Zweitageswanderung müde ins Bett.
Mittwoch
Schon beim Frühstück wurden wir mit einem Trillerpfeifenton aus der Schlafstimmung geweckt. Der Polizist Hans erschien mit den beiden Dedektiven im Esssaal und überbrachte uns die Nachricht, dass sie im Moment nicht genügend Polizisten zur Verfügung hätten um den Fall der QKB zu lösen und wir deshalb selber eine kleine Polizeiausbildung machen müssen. Dazu wurde die ganze Lagergemeinschaft in Kompanien aufgeteilt und bekam eine einheitliche Uniform. So machten wir uns auf den Weg um mit den Seilbähnli auf den Prodkamm zu fahren, wo die Wanderung zum Maschgenkamm startete. Unterwegs mussten wir verschiedene Posten absolvieren. Dazu wurden folgende Fähigkeiten benötigt: Karte lesen, sich im Gelände orientieren, Gruppenzusammenhalt, Vertrauen und Geschicklichkeit.
Beim Maschgenkamm angekommen, teilten sich die Gruppen auf und die Kleineren liefen Ballonen nach, die zum Seebensee führten. Die Grösseren folgten einem Azimutlauf via kleiner Güslen ebenfalls zum Seebensee.
Direkt neben dem Seebensee mussten die Kompanien ihr Unterschlupf für die Nacht aufbauen. Weil wir alle erschöpf waren, zog es uns nach einer Runde «Singen am Lagerfeuer» und dem Abendgebet ziemlich schnell in unsere Zelte.
Donnerstag
Nach einer kurzen Nacht standen alle Kompanien um 6.15 Uhr auf, um aufzubrechen. Nachdem wir das Material in die Autos verräumt hatten, liefen wir nach Quarten zurück. Zum Glück hatten wir eine längere Mittagspause, in der wir uns in die Schläge zurückziehen konnten, denn wer die Wanderung nicht in den Beinen spürt und total ausgeruht zurückgekehrt ist, lügt. Es folgte die Einführung in das Freundschaftsbündnis für alle, die es am Freitag schliessen wollen. Die anderen tanzten. Während dem Zvieri kam dann der Polizist Hans ein weiteres Mal zu uns, um uns zu loben. Wir «Damen und Damen» hätten die ganze Polizeiausbildung fabelhaft hinter uns gebracht und übergab uns deshalb das Abzeichen für aufs Schutzmanteltuch. Wenige Sekunden später kamen die beiden Dedektivinnen Rösli und Fränzi zusammen mit den beiden Putzfrauen Gretli und Betli, die Augenzeugen der Spuren des Diebs waren. Fränzi und Rösli empfahlen und das Tagesthema «ich bin schön». Somit stellten wir nachher unsere eigene Handcreme her. Nach dem Abendessen spielten die jüngeren Mädchen Lotto und die älteren hörten einen Input über innere Schönheit und Reinheit. Danach gab es eine Diskussionsrunde, in der wichtige Punkte offen angesprochen wurde.
Freitag
Auch am 12.07. 19 durften wir mit unseren QKB-Mitarbeiterinnen einen wundervollen Tag erleben. Das heutige Thema lautete «Positiv Denken».
Nach dem Morgengebet gab es erstmal ein leckeres Frühstück. Nachdem alle Ämtli erledigt waren haben wir uns einmal mehr in Gruppen aufgeteilt, da es wieder Zeit für eine Gruppenstunde war.
In der Gruppenstunde haben wir über unsere Persönlichen Ideale gesprochen, und wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben, so wie man ist. Nach dieser sehr interessanten Zusammenkunft sind alle voller Motivation und neuem Selbstvertrauen erstmal Mittagessen gegangen.
Nach einer erholsamen Mittagspause haben wir uns wieder der Hauptaufgabe unseres Lagers gewidmet, den Dieb, der unser Gnadenkapital gestohlen hat, zu fangen.
Dazu haben wir uns in kleine Grüppchen aufgeteilt und ein lustiges Geländespiel veranstaltet, um einen Teil des Schatzes, der uns gestohlen wurde, zurück zu erobern. Leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt und wir sind ziemlich nass geworden. Alle hatten aber ihren Spass.
Nachdem alle wieder trocken und ausgeruht waren war es Zeit für manche das Freundschaftsbündnis mit Maria zu schliessen oder zu erneuern. Es war eine sehr schöne Zeremonie und alle haben es genossen. Anschliessend gab es ein sehr feines Abendessen mit Gesellschaft von ein paar Schwestern.
Da wir eine sehr anstrengende Woche hinter uns hatten haben wir an diesem Abend einen Entspannungsabend mit Hand- und Fussmassagen, Nagellack, schönen Frisuren und vielen weiteren verwöhnenden Posten geniessen können.
Den Abend haben wir dann am Ende noch mit einem Abendgebet ausklingen lassen, um voller Energie in einen neuen Tag zu starten.
Samstag
Es ist der zweitletzte Tag und endlich tauchte der Dieb auf. Er erklärte uns, dass er den Bankschatz gestohlen hatte, weil er eifersüchtig war auf unsere Lagergemeinschaft und darauf, dass wir immer fröhlich waren und einen liebenden Umgang pflegten. Er bereute den Diebstahl von ganzem Herzen und ging sogar beichten. Dem Beispiel des Diebs folgten viele Mädchen, so, dass unser Pfarrer über drei Stunden beichte hören musste. Nun waren alle «inneren Zimmer» wieder aufgeräumt.
Nach dem Bastelblock für den Wichtel ging es mit dem Mithelferinnenprogramm weiter. Unsere älteren Teilnehmerinnen bereiteten selbstständig einen Block aus drei verschiedenen Posten vor und führten ihn, wie echte Leiterinnen, erfolgreich durch.
Während den nächsten sieben Stunden gab es nur noch ein Thema: BUNTER ABEND. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, der Verkleidungskasten wurde geräumt und der Raum für die Hauptversammlung der Bank eingerichtet.
Um 20.00 war es also so weit, die beiden Chefinnen betraten den Raum mit der Bitte, die Bankmitarbeiterinnen besser kennenzulernen. So durften alle ihre vorbereiteten Darbietungen zeigen. Eine bunte, vielseitige Hauptversammlung der Bank rundete somit die Lagerwoche ab.
Wir haben als Bankmitarbeiterinnen einiges erreicht diese Woche. Das Lösegeld für den Dieb wurde gesammelt, der Dieb gefasst, neue Freundschaften geknüpft und gepflegt und last but not least, die Muttergottes stand im Zentrum unseres Lagers, begleitete und beschützte unsere Gemeinschaft.