Willkommen beim Frauen- und Mütterbund

Im Urheiligtum

Schönstatt Mütterbund in der Schweiz

Ein Lebensweg

 

Ein Lebensweg für Frauen und Mütter

* Aus dem Liebesbündnis mit der Muttergottes

Das Liebesbündnis mit der Muttergottes und durch sie mit dem Dreifaltigen Gott ist unsere Mitte, aus der wir leben.

„Der Bund ist ein Zuhause, Die Muttergottes empfängt uns dort immer.
Der Vater im Himmel wacht darüber, der Heilige Geist erfüllt die Räume
und Christus ist mit uns.“ (R.H.)


* um verbindliche geistliche Gemeinschaft zu leben und zu erleben

Miteinander beten, singen, lesen, austauschen, einander zu hören, stärken, fördern, füreinander da sein – der Mütterbund ist eine tragfähige Gemeinschaft, die sich regelmässig in Gruppen und einmal jährlich als Gesamtgemeinschaft trifft.

„Der Bund ist mir Kompass und Kraftquelle auf dem Lebensweg“. (E.J.)


* um im Glauben zu wachsen

„Ich lerne die Werktagsheiligkeit im Alltag leben und darf sie immer neu vertiefen
und somit nach aussen (Familie, Arbeit, Pfarrei, Freizeit …) wirken.
Durch die verschiedenen Treffen im Kurs, in der Region und mit dem ganzen Bund
erweitere ich mein Glaubenswissen, bestärke mich im Austausch und tanke Kraft für mein Leben.“ (S. M.)


* zur Entfaltung meiner Persönlichkeit

Jeder Mensch ist ein Original. Die verbindlich gelebte Gemeinschaft hilft uns, unsere von Gott geschenkten Charismen und unser Frausein zu entfalten und in Familie und Beruf, in Kirche und Welt einzubringen. Werde, die du bist!

* um den Menschen Gottes Liebe weiter zu schenken

„… mit offenherzigen Frauen danken, loben, beten, das Leben feiern.
Mitten in der Welt, im Alltag,
den Menschen Gottes Liebe weiter schenken…“ (S.O.)


* um Welt und Kirche mitzugestalten

Den Herausforderungen, die jeder Tag uns stellt, begegnen wir aus dem Liebesbündnis. Dabei orientieren wir uns an der Pädagogik P. Kentenich. Die tägliche Arbeit in Familie und Beruf ist unser Beitrag zum Aufbau des Reiches Gottes. Auf diese Weise lassen wir den christlichen Glauben hineinleuchten in unsere Zeit zur Erneuerung von Kirche und Welt.

 

„Die Bundesgemeinschaft ist für mich Familie, in der ich zuhause bin
und die mich stärkt, aus dem Liebesbündnis Leben zu gestalten.“ (M.H.)

 

Gerne können Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Dafür steht unsere Bundesleitung bereit:

Bundesleitung

Mirjam von Reding-Stöckli (Bundesleiterin), Brisenstrasse 16, 6370 Stans 041 610 74 73

Maria Hässig (stv. Bundesleiterin), Neumattstrasse 15, 6048 Horw

Manuela Manser-Crameri (Bundeskursmutter), Schwalbenweg 34, 8500 Frauenfeld

Geistlicher Assistent

P. Edwin Germann Berg Sion 6048 Horw

 

Eine internationale Gemeinschaft

Wir sind eine geistliche Gemeinschaft, die Mütter aus Deutschland zusammen mit P. Josef Kentenich 1950 als Teil der internationalen Schönstatt-Bewegung gründeten. Inzwischen gibt es Mütterbundgemeinschaften in Spanien, Portugal, Südafrika, Argentinien, Chile, Brasilien, Texas und in der Schweiz. Wir pflegen Kontakte über die Landes- und Sprachgrenzen hinweg und erleben diese als grosse Bereicherung.

(von Rita Hegglin-Besmer)

Vor ein paar Tagen bekam ich per Mail eine der vielen „Weisheitsgedichte“ zugeschickt. Es mag ein bisschen wahr, lustig und gut formuliert sein. Mit einem Lächeln legte ich es auf den Altpapierstapel … oder aber, kam mir plötzlich in den Sinn, passt es in umgekehrter Reihenfolge etwa zur Geschichte des Frauen- und Mütterbundes in der Schweiz? Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreissen. Also kleine Bäume. Vielleicht Bambus. Oder Blumen. Na gut, Gras. Gras geht. (Anonym)  

Zur Geschichte
Beginnen wir mit dem ‚Gras’, respektive mit den Anfängen unserer schweizerischen Bundesgeschichte: Nach vielen Gesprächen und Begegnungen wagten 1994 acht Frauen in der Ostschweiz den ersten Schritt in die Bundesgeschichte. Begleitet wurden sie von Pater Werner Hegglin und Verena Gehrig, Frau von Schönstatt. 2008 schloss der 3. Kurs bereits die Ewigweihe. Bis heute haben sich schweizweit fünf Kurse gebildet und einer ist zurzeit im Aufbau. Die Sehnsucht anerkannt und auch konstituiert zu werden, verstärkte sich immer mehr. Dabei begleiteten uns Sr. M. Luciane Machens aus Schönstatt und Pater Edwin Germann. 2013 bestätigte das Generalpräsidium unseren Weg zur Konstituierung. Das hatte zur Folge, dass wir unser ‚Bundesbuch’ (eine Art Satzungen) tüchtig überarbeiten mussten. Dieser Prozess bedeutete für jede von uns neu zu überprüfen, ob die Zugehörigkeit zum Bund immer noch der angemessene und richtige Weg sei. Bei unserem ersten Bundeskapitel im November 2014 kam dann die Gründungsphase zum guten Abschluss. Wir verabschiedeten unser Bundesbuch, indem steht, worauf wir gründen, wonach wir streben und wie wir unser Gemeinschaftsleben pflegen wollen. In den drei Tagen in Quarten wurde intensiv ausgetauscht und demokratisch abgestimmt. Im Heiligtum übergaben wir alles durch die Mutter Gottes dem Dreifaltigen Gott und baten um den Segen für die zukünftige Arbeit. Mit dieser Geschichte kann man noch keine Bäume ausreissen. Damit unsere Kraft für Blumen, Bambus oder sogar Bäume reicht, braucht es die Kraft des Heiligen Geistes. Nur durch Ihn wird unser Bund wirklich beseelt.  

Worauf wir gründen und wonach wir streben
Wir alle, die mit der Mutter Gottes von Schönstatt unterwegs sein wollen, identifizieren wir uns ganz als Nachfolgerinnen Christi. Wir pflegen den Glauben, beseelen unseren Alltag aus dem Liebesbündnis und sind bestrebt, unser Sein und unsere Aufgaben als Frauen und Mütter zu ergründen. Der Schöpfungsgedanke einer jeden von uns gilt es zu entdecken. Unser tägliches Arbeiten als Beitrag (Werktagsheiligkeit) ist zentral. Immer mehr spüren wir aber auch, ass in der so oft Gott fernen Welt unser Gebet wichtiger wird. Bei all unseren Treffen hat das gemeinsame Feiern und Beten einen hohen Stellenwert. Stets bestärken wir einander, indem wir gemeinsam das Liebesbündnis erneuern. Unser Glaube soll Bäume ausreissen, respektive Berge versetzen. Durch das tägliche apostolische Wirken in unseren so unterschiedlichen Wirkungsfeldern möchten wir echte, kraftvolle Zeugen des Glaubens werden und aus dieser Wirklichkeit die Gegenwart mitgestalten. Ganz im Sinne eines unserer Lieblingsgebete sind wir bestrebt, eine tragfähige Gemeinschaft zu sein, auf die der Himmel sich verlassen darf.   Lass uns gleichen deinem Bild, ganz wie du durch Leben schreiten, stark und würdig, schlicht und mild, Liebe, Fried und Freud verbreiten. In uns geh durch unsere Zeit, mach für Christus sie bereit.  

Wie pflegen wir Gemeinschaft
Diese Grundhaltung versuchen wir zuerst in unseren Familien wie auch in der Bundesgemeinschaft, an unseren Arbeitsorten und in den Pfarreien … ernst zu nehmen und umzusetzen. In den 20 Jahren Bundesgeschichte lernten wir, dass wir wohl mit all unseren Apostolatsfähigkeiten doch allzu oft beim Gräser ausreissen bleiben, ausser wir bauen ganz auf unser Bündnis und auf die Mitwirkung des Heiligen Geistes. Dann wird plötzlich Unmögliches möglich. Lange fragten wir uns, ob es jungen Frauen geben wird, welche in der Palette der heutigen Angebote den Bund wählen werden. Wir taten alles mögliche dafür und lange schien sich nichts zu bewegen. Aber siehe da, der Heilige Geist wirkte mit. Vier junge Frauen wagten den Aufbruch. In der Kandidatur dürfen diesen Frauen noch vertrauter werden mit der Spiritualität von Schönstatt, können zusammenwachsen zu einer Kursgemeinschaft und werden schrittweise ihr Kursideal finden. Sie werden immer mehr erfahren, dass der Bund eine apostolische Gemeinschaft ist. Die Kandidatur und die Zeit der zeitlichen Weihen ist immer auch eine Aufforderung, den eigenen Weg zu prüfen und viele apostolische Erfahrungen zu sammeln. Die ewige Weihe ist dann das entschiedene Ja zu dieser Berufung im Bund. In unserer Lebensgemeinschaft sind wir stets bereit, tiefer in unser Christsein hineinzuwachsen. Dazu treffen wir uns drei Mal pro Jahr im eigenen Kurs, monatlich in der Regionalgruppe und jährlich an einer gemeinsamen Bundestagung. Ein paar Tage Exerzitien werden allen wärmstens empfohlen. Ansonsten stehen wir mit beiden Beinen dort, wo uns der liebe Gott hinstellt und versuchen Bambusstauden und Bäume auszureissen. (dieser Artikel ist auch in Schönstatt-Info 2/ 2015 erschienen)   BS_Eigental2_Mai15    

Unsere ganz persönlichen Buchempfehlungen:

Das Haus der Frauen

Laetitia Colombani: Das Haus der Frauen, S. Fischer Verlag 2020

„In Paris steht ein Haus, das allen Frauen dieser Welt Zuflucht bietet. Auch der erfolgreichen Anwältin Solène, die nach einem Zusammenbruch ihr Leben in Frage stellt. Im »Haus der Frauen« schreibt sie nun im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe – an die Ausländerbehörde, den zurückgelassenen Sohn in Guinea, den Geliebten – und erfährt das Glück des Zusammenhalts und die Magie dieses Hauses. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder einen Sinn. Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz diesen Schutzort schuf? Solène beschliesst, die Geschichte der Begründerin Blanche Peyron aufzuschreiben.“ (Buchvorschau)

Das Gewicht der Worte

Mercier, Pascal: Das Gewicht der Worte. München, Carl Hanser Verlag 2020

Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie den Verlag ihres Vaters geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben – bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einem völlig neu einrichten kann. (aus dem Klappentext)

Ein Brautkleid aus Warschau

Lot Vekemans, Ein Brautkleid aus Warschau. Wallstein Verlag, 2016.

Marlena, Mitte zwanzig, wohnt in Polen auf dem platten Land und ist zum Kummer ihrer Mutter noch immer nicht verheiratet. Dann verliebt sie sich plötzlich bis über beide Ohren in einen Amerikaner, der als Journalist über die Zeit nach dem Kommunismus berichtet. Marlena hat das Glück, zu lieben und geliebt zu werden, aber sie weiss es nicht, oder wenigstens: Sie kann es nicht glauben. Und so ähnlich geht es ihrem Geliebten auch, der schliesslich nach Amerika zurückkehrt. Dass sie ein Kind erwartet, wird er nie erfahren.
Ein melancholischer Schleier scheint über Marlenas Leben zu liegen; stets bricht etwas entzwei, ohne dass es eigentlich eine Schuld gibt oder gar einen Schuldigen. Alle sind schuldlos Schuldige: Liebende, die tragisch verkettet sind in Verhältnisse, die sie nicht durchschauen.
Drei Männern begegnet Marlena, die jeder auf seine Weise ihrem Leben eine entscheidende Richtungsänderung geben. Ihr Weg führt sie aus dem Dorf nach Warschau, über eine Heiratsvermittlung in die Niederlande zu einem Bauern, Jahre später zurück nach Polen.
Lot Vekemans erzählt aus drei Perspektiven über das Verlangen, seinem Leben eine Richtung zu geben, und über die unvorhersehbaren Folgen, die es hat, wenn man es wirklich wagt. Ihre Charaktere, Marlena, drei Männer und ein Junge, gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. (Klappentext)

Literaturempfehlungen 2018
Michael Köhlmeier: Der Mann, der Verlorenes wiederfindet. München: Hanser Verlag, 2017.
„Antonius liegt auf dem Platz vor der Kirche. Er hatte die Schmerzen nicht mehr ertragen, die Strasse nach Padua war gepflastert und der Wagen hart gefedert. Jetzt liegt er da und sieht den italienischen Himmel. Und er erinnert sich an alles, was ihn hierhergebracht hat, von der Kindheit in Portugal bis in den Orden des heiligen Franziskus. – Michael Köhlmeier erzählt, wie nur er es kann, von einer sehr fernen Zeit, doch er macht uns den Bruder Antonius zum Zeitgenossen. In einer Epoche voller Gewalt fragt sich Antonius, wie kommt das Böse in die Welt? Habe ich etwas dagegen bewirkt mit meinen Reden? Köhlmeier erzählt von dem Menschen Antonius, und der geht uns alle an.“ (Buchvorschau)

Gertrud Bell: Das Raunen und Tuscheln der Wüste. Eine Reise durch das alte Syrien. Edition Erdmann, 2015.Als Gertrude Bell im Januar 1905 zu einer ihrer Reisen in den Nahen Osten aufbrach, wollte sie dort vor allem byzantinische und römische Ruinen studieren. Wie sich später herausstellen sollte, traf sie damit die Vorbereitungen für ihre spätere Mission als Beraterin der englischen Regierung, bei der es um die Neuaufteilung des Nahen Ostens ging. Mit ihrer Karawane und einigen wenigen einheimischen Bediensteten drang sie in den Wüsten und Bergen Syriens, Palästinas und des Libanon in Gebiete vor, die vor ihr noch kaum ein Europäer, geschweige denn eine Frau betreten hatte. Selbstbewusst suchte sie den Kontakt zu Scheichs und Stammesführern, unter deren Schutz es ihr gelang, zwischen den rivalisierenden Stämmen hin und her zu reisen. Sie lauschte den Geschichten von Scharfhirten, sass mit Soldaten am Lagerfeuer, in den schwarzen Zelten der Beduinen und den Besuchszimmern der Drusen. Sie überschritt geographische und soziale Grenzen, setzte Konventionen ausser Kraft, denn „die englischen Frauen sind sonderbar. Auf der einen Seite sind sie vermutlich die grössten Sklavinnen der Konventionalität. Wenn sie aber einmal damit gebrochen haben, dann richtig, als wollten sie sich rächen.“ – So stand es 1907 in einer Rezension dieses Buches in der New York Times. (Buchvorschau)

  Andrea Hirata, Die Regenbogentruppe. Berlin: Hanser, 2013. Wenn der Morgen auf Belitung, Indonesien, graut, kann nichts sie aufhalten. Die Schüler der „Regenbogentruppe“ – Söhne und Töchter von Fischern und Minenarbeitern – wollen nicht eine einzige Unterrichtsstunde verpassen, denn für sie ist die Schule die einzige Möglichkeit, der Armut zu entkommen. Da ist zum Beispiel Lintang, das mathematische Genie, oder Mahar, der Künstler und angehende Schamane. Und Ikal, der seinen Weg macht: von der Armenschule über das Studium in Paris und London zum gefeierten Schriftsteller. Wie Khaled Hosseini in „Drachenläufer“ verarbeitet Andrea Hirata zugleich seine eigene bewegende Geschichte und eröffnet uns dabei tiefe Einsichten in ein zerrissenes Land. (Buchvorschau)

    Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe. Köln, 2015. ‚Wenn ich mich in meinem Alter noch über Menschen wundern würde, käme ich nicht mehr zum Zähneputzen.‘ Alina Bronsky lässt in ihrem neuen Roman eine untergegangene Welt wieder auferstehen. Komisch, klug und herzzerreissend erzählt sie die Geschichte eines Dorfes, das es nicht mehr geben soll – und einer aussergewöhnlichen Frau, die im hohen Alter ihr selbstbestimmtes Paradies findet.Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung. Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte. (Buchvorschau)

  Alfred Bodenheimer, Ihr sollt den Fremden lieben; Nagel und Kimche 2017 Der vierte Band der Kriminalfälle rund um Rabbi Klein fällt schmaler aus als sein unmittelbarer Vorgänger. Das tut der Geschichte keinen Abbruch, im Gegenteil: „Ihr sollt den Fremden lieben“ nimmt einem vom ersten Moment an hinein in die Ereignisse und lässt einem nicht mehr so schnell los. Ein bekannter Fernsehreporter wird nachts auf dem Parkplatz vor seinem Sender von einem Auto angefahren und getötet. Rasch stellt sich heraus, dass es ein gezielter Anschlag war. Rabbi Klein stolpert buchstäblich über die Leiche und füllt sich darum verpflichtet, bei den Nachforschungen zu helfen – auch wenn seine Frau Rivka ihm einmal mehr davon abrät. Wie immer erfährt man ganz nebenbei einiges über das jüdische Leben in der Schweiz, diesmal auch über das orthodoxe Judentum. (CZ)

  Anthony Doerr: Winklers Traum vom Wasser. Beck Verlag, 2016. „David Winkler wächst in Anchorage, Alaska, auf, ein stiller Junge mit einer Vorliebe für Schnee und die Schönheit der Eiskristalle. Manchmal kann er Ereignisse sehen, bevor sie eintreten – ein Mann mit einer Hutschachtel wird von einem Bus angefahren werden, er wird sich in eine Frau in einem Supermarkt verlieben. Als David davon träumt, dass seine neugeborene Tochter in einer Flut ums Leben kommt, während er versucht sie zu retten, flieht er panisch aus Cleveland, wo die Familie inzwischen lebt. Kann er so den Lauf der Dinge ändern? Mittellos, allein und ohne Gewissheit, ob seine Tochter überlebt hat – der Ohio ist tatsächlich in Cleveland über die Ufer getreten -, wohnt Winkler auf einer karibischen Insel bei einem Ehepaar mit einer Tochter, die sich um ihn kümmern. Schliesslich ist es die Tochter, die ihn in die Welt zurückholt, um nach den Menschen zu suchen, die er verlassen hat. 25 Jahre nach seiner Flucht kehrt Winkler zurück nach Amerika. Anthony Doerr ist nicht nur ein Autor mit einer meisterhaften Beobachtungsgabe für Menschen und ihre Empfindungen und mit einem ungewöhnlichen Mitgefühl für die menschliche Verletzlichkeit. Seine Beschreibungen der Natur, der Landschaft, des Wassers, der Gerüche und Farben sind von einer grossen Magie und überwältigenden Schönheit.“ (Buchvorschau)

  Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis. Suhrkamp 11. Auflage 2017.  Das Jerusalem der vierziger Jahre ist ein Fluchtpunkt für jene, denen es gelungen ist, den Nazis zu entkommen. und die entschlossen sind, sie nie wieder demütigen zu lassen. Zu ihnen gehört auch Arie und Fanta. Ihr gemeinsamer Sohn Amos träumt davon, eines Tages wie die Pioniere im Kibbuz zu sein, gelassen und stark. Statt dessen ist der empfindsame Junge mit der Geschichte seiner weinverzweigten, aus Osteuropa geflohenen Verwandtschaft konfrontiert – die von der Furcht vor Mikroben besessene Grossmutter Schleimt, der berühmte Gelehrte Onkel Joseph und der so elegante wie lebenslustige Grossvater Alexander. Vor allem aber ist es das Schicksal seiner Eltern, das ihn sein Leben lang beschäftigen wird: zwei liebenswürdige Menschen, die einander nur Gutes wünschen und deren Ehe doch in einer Tragödie zu enden trotz. (Einbandtext) Das Buch umfasst 830 Seiten, literarisch ein Genuss. „Schon im Vorraum überkamen mich Staunen und Ehrfurcht, als werde das Herz selbst gebeten, sich dort die Schuhe auszuziehen und in Socken auf Zehenspitzen weiterzugehen und sittsam, mit geschlossenem Mund, zu atmen. Wie es sich gehört. Ausser einem Garderobenständer aus braunem Holz, der gleich hinter der Eingangstür seine Äste verzweigte, sowie einem kleinen Wandspiegel und einem dunklen bestickten Teppich habe es im ganzen Vorraum kein einziges freies Fleckchen ohne Bücherreihen: Bord über Bord, vom Fussboden bis zur hohen Decke, jedes von ihnen voller Bücher, Bücher in Sprachen, deren Buchstaben ich nicht einmal kannte, solche, die aufrecht standen, und andere, die quer darüber lagen, dicke, prächtige, fremdsprachige Bände, die es sich auf den Regalen bequem machten, und andere, die ein hartes Dasein fristeten und dich aus ihren vollgestopften Borden wie die eingepferchten Flüchtlinge auf den Pritschen eines illegalen Einwandererschiffes anschauten. Schwere, honorige Bücher in Ledereinbänden mit aufgeprägten Goldlettern und leichte, kartonierte, bereits etwas in Auflösung begriffene Bücher, vornehme Herrschaften und heruntergekommene Bettler, und dazwischen und drum herum und dahinter noch über und über Büchlein und Hefte und Broschüren und Sonderdrucke und Zeitschriften und Journale und Magazine, dieser ganze lärmende Plebs, der sich unweigerlich an den Rändern der Plätze und Märkte zusammenfindet.“ (S. 82)

  Robert Seethaler: Das Feld. Hanserverlag, 2018. Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz. (Buchvorschau) 

Donna Leon: Heimliche Versuchung. Diogenes, 2018.
„November in Venedig. Eigentlich eine friedliche Zeit. Wo keine Touristen, da auch keine Zwischenfälle? Brunetti Alltag verläuft geruhsam, bis Professoressa Crosera, eine Kollegin seiner Frau, in der Questura erscheint. Der Commissario soll die Privatschule ihres Sohnes observieren, weil der angeblich mit Drogen gehandelt wird. Wenig später wird ihr Mann am Fuss des Ponte Ferner bewusstlos aufgefunden. Ein Zusammenhang mit der Drogenszene erscheint naheliegend. Doch so einfach ist es nicht. Die Wege des Verbrechens sind so verschlungen wie die Call von Venedig. Gelder fliessen durch unvermutete Kanäle. Es wird für Brunetti zur persönlichen Herausforderung, nach dem Rechten zu sehen.“ (Klappentext)

Literaturempfehlungen 2017
Januar 2017: Knittel, John: Via Mala. 6. Auflage. Fischer Verlag, 2001. 

Februar 2017: Fridolin Wechsler: Menschen von Gottes Farbe. Luzern: Rex Verlag, 2015.

März 2017: John Williams: Augustus. dtv, 2016.

April 2017: Simone & Bernhard Guido, mit Kathrin Schadt: Tim lebt! Wie uns ein Junge, den es nicht geben sollte, die Augen geöffnet hat. Adeo-Verlag, 2015. 

Mai 2017: Doerr, Anthony: Memory Wall. Novelle. Beck-Verlag, 2016.

Juni 2017: Verena Kast: Was wirklich zählt, ist das gelebte Leben. Die Kraft des Lebensrückblicks. Freiburg i. Breisgau: Kreuz Verlag, 2010. 

Juli 2017: Frédéric Zwicker: Hier können Sie im Kreis gehen. Nagel und Kimche Verlag, 2016.

August 2017: Martin Schleske: Herztöne : Lauschen auf den Klang des Lebens. Adeo-Verlag, 2016.

September 2017: Donna Leon: Stille Wasser : Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall. Zürich: Diogenes, 2017.

Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht. Diogenes, 2017.

November 2017: Robert Seethaler: Ein ganzes Leben. In einfacher Sprache. Spass am Lesen Verlag, 2017.

Dezember 2017: Halik, Tomas: Ich will, dass du bist. Freiburg i. Br.: Herder, 2015

 

Literaturempfehlungen Archiv 2016
 

Januar 2016: Kermani, Navid: Ausnahmezustand : Reisen in eine beunruhigte Welt. München: Beck Verlag, 2013. 

Februar 2016: Hiraide Takashi: Der Gast im Garten / aus dem Japanischen von Ursula Gräfe, mit Bildern von Quint Buchholz. Berlin: Insel Verlag, 2015 

März 2016: Aharon Appelfeld: Geschichte eines Lebens. Berlin: rowohlt-Verlag, 2005.

April 2016: Henri J.M. Nouwen: Nimm sein Bild in dein Herz : Geistliche Deutung eines Gemäldes von Rembrandt. 9. Aufl. Freiburg i. Br.: Herderverlag, 1999 (auch in neueren Auflagen)

Mai 2016: Alfred Bodenheimer: Der Messias kommt nicht : Rabbi Kleins dritter Fall. München: Nagel&Kimche im Carl Hanser Verlag, 2016.

Juni 2016: Meral Kureyshi: Elefanten im Garten. Zürich: Limmat-Verlag, 2015

Juli 2016: Renate Feyl: Die profanen Stunden des Glücks. Köln: Kiepenheuer und Witsch, 1996

August 2016: Jean-Luc Bannalec: Bretonische Flut : Kommissar Dupins fünfter Fall. 1. Aufl. Köln: Verlag Kiepenheuer&Witsch, 2016.

September 2016: Friederike Gösweiner: Traurige Freiheit. 2. Aufl. Graz/Wien: Literaturverlag, 2016

Oktober 2016: Therese Bichsel: Grossfürstin Anna : Flucht vom Zarenhof in die Elfenau. Oberhofen am Thunersee: Zytglogge Verlag, 2012.

November 2016: Scheuer, Norbert: Die Sprache der Vögel. München: C.H. Beck, 2015

Dezember 2016: Lenk, Fabian: Die Zeitdetektive. Ravensburger Buchverlag, fortlaufende Reihe.

 

Literaturempfehlungen Archiv 2015
 

Januar 2015: Oscar Peer: Das Raunen des Flusses. Limmatverlag, 2015

Februar 2015: Heidi Lanz, Liliane De Meestre: „Ulrich Inderbinen – Ich bin so alt wie das Jahrhundert“. Rotten-Verlag, 2014

März 2015: Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung. Dumont, 2014

April 2015: Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil. Hanser-Verlag, 2011. 

Mai 2015: Marcella Meier: Das grüne Seidentuch. Familiensaga. Montabella Verlag, 2007 (Neuauflage Taschenbuch: Piper Verlag 2015)

Juni 2015: Assia Djebar: Nirgendwo im Haus meines Vaters. Fischer Verlag 2009.

Juli 2015: Stephan Peek: Woher kommt die Kraft zur Veränderung? Neue Wege der Persönlichkeitsentwicklung. 3. Auflage. Hamburg: Ellert&Richter Verlag, 2012.

August 2015: Maja Haderlap: Engel des Vergessens. Göttingen: Wallstein Verlag, 2011.

September 2015: John Williams: Stoner / aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben. 4. Auflage. München: dtv, 2013

Oktober 2015: Asta Scheib: Das Schönste, was ich sah. dtv-Verlag, 2011.

November 2015: Emma Healey, Elizabeth wird vermisst; Lübbe Paperback 2014

Dezember 2015: Doerr, Anthony: Alles Licht, das wir nicht sehen. Beck Verlag, 2015.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veranstaltungen vom Frauen- und Mütterbund

Zur Zeit finden keine Veranstaltungen statt.

Es ist nicht so, daß der liebe Gott uns die Tür immer sperrangelweit aufgemacht hat, meist hat er nur eine kleine Luke geöffnet. Und darin besteht das Meisterstück: aus der kleinen Lücke die Absicht Gottes heraus zu spüren, den Mut zu haben, durch diese Lücke hindurch zu schlüpfen. (P. Josef Kentenich)  

Denkt im Laufe eines Tages immer wieder einmal daran, dass Jesus bei euch ist. Glaubt mir, ohne diesen guten Freund sollten wir nicht durchs Leben gehen. Wenn ihr euch angewöhnt, daran zu denken, dass er bei euch ist, dann werdet ihr ihn, wie manso sagt, nicht mehr loswerden! Ihr werdet ihn überall bei euch haben. (Teresa von Avila)

Versuchen Sie, wo Sie Gelegenheit finden, ein Bote der Liebe zu sein. (P. Kentenich)

Gott ist so gross, dass er es wohl wert ist, ihn ein Leben lang zu suchen. (Theresa von Avila)

An jedem Tage schenkst du uns dein Heil, o Gott, weil du uns liebst; du reichst uns deine starke Hand und ziehst uns näher hin zu dir. Am Morgen schenkst du uns dein Licht, am Mittag bist du unser Trost, am Abend nimmst du uns voll Huld in deiner Güte wieder auf. So bleibe du bei uns, o Herr, da sich der Tag zum Abend senkt. Sei du das Licht in unserm Haus, wenn sich die Welt in Dunkel hüllt. Du warst vor allem Anbeginn und bist die Mitte aller Zeit; zu dir strebt alles Leben hin, zu dir, der Schöpfung grossem Ziel. Nimm dieses Lob der Deinen an und segne uns, o grosser Gott: der du mit Liebe uns umgibst durch deinen Sohn im Heil’gen Geist. Amen (Bernardin Schellenberger)  

Es gibt die grossen ‚Landstreicher’: Franz von Assisi, die ersten Trupps der Dominikaner, Benedikt Labre, Caterina von Siena – man könnte sich noch Dutzende finden. Sie haben keine Generalstabskarte, sie folgen den kleinen Saumwegen. Sie fragen den Herrn nicht, wo sie morgen sein werden, weil sie ohnehin eine Verabredung mit ihm haben werden. Christus selbst ist nämlich ihr Weg. (Madleine Delbrêl)

„Man muss lernen, allein zu sein, immer wenn uns das Leben eine Pause gönnt. Welche Freude zu wissen, dass wir unsere Augen zu Deinem Angesicht erheben können, ganz allein, während die Suppe langsam aufkocht.“ (Madleine Delbrêl)

Heilige sind Menschen, die bereit sind, das Risiko auf sich zu nehmen, die individuellen Personen zu werden, zu denen Gott sie geschaffen hat. (Timothy Radcliffe OP)

Unser ganzes Leben ist wie ein bunter Teppich voll verworrener Fäden, dessen Rückseite erst die wundervollen Führungen und Verknüpfungen erkennbar macht. (P. J. Kentenich)

Aufleuchten soll uns die Kenntnis von dir – heiligster Vater, unser Schöpfer, Erlöser, Tröster und Heiland -, damit wir innewerden der Breite deiner Wohltaten, der Länge deiner Verheissungen, der Höhe deiner Erhabenheit, der Tiefe deiner Gerichte. Unser tägliches Brot gib uns: Deinen geliebten Sohn, unseren Herrn Jesus Christus gib uns heute: zum Gedächntis, zum Verstehen und zur Veehrung der Liebe, die er zu uns hegte, und all dessen, was er für uns gesprochen, getan und erduldet hat.“ (Franziskus von Assisi)

Wenn die Nacht kommt und der Rückblick zeigt, dass alles Stückwerk war und vieles ungetan geblieben ist; wenn so manches tiefe Beschämung und Reue weckt: dann alles nehmen, wie es ist, es in Gottes Hände legen und ihm überlassen. So wird man in ihm ruhen können, wirklich ruhen, und den neuen Tag wie ein neues Leben beginnen. (Edith Stein)

Mit Maria steht eine Frau vor uns, die als Glaubende in Israel ihre Verantwortung sucht. Die erste Frage, die ihr Herz bewegt haben mag, heisst: Was braucht Gott jetzt von mir? Was will die Liebe, die alle liebt, die mich erschaffen und mich bei meinem Namen gerufen hat, heute mit mir anfangen? Was braucht sie heute von mir an dem Platz, an dem ich stehe? (Eugen Mayer)

Ihr nennt mich Meister, so fragt mich doch. Ihr nennt mich Licht, so seht mich doch. Ihr nennt mich Weg, so folgt mir doch. Ihr nennt mich Leben, so sucht mich doch. Ihr heisst mich weise, so glaubt mir doch. Ihr heisst mich schön, so liebt mich doch. Ihr heisst mich reich, so bittet mich doch. Ihr heisst mich ewig, so traut mir doch. Ihr heisst mich barmherzig, so hoffet doch. Ihr heisst mich allmächtig, so dient mir doch. Ihr heisst mich gerecht, so fürchtet mich doch. Ihr heisst mich die Liebe, so folgt der Bahn: Denn wenn ihr mich liebt, so habt ihr alles getan. (Lübecker Christusklagen, auf einem Tafelbild im Dom, 17. Jh.)

Eine Geschichte: „Zum Erzbischof von St. Petersburg kam eine ältere Dame: „Herr Erzbischof, ich habe jahrelang Zeiten des Gebetes gehalten und dabei nie die Nähe Gottes erfahren. Dabei ist sie den Betern doch versprochen, oder nicht?“ Der Bischof, der sie und ihre Lebensumstände kannte, gab zur Antwort: „Liebe Frau, beten sie ab heute nicht mehr ihre gewohnten Gebete. Ich rate Ihnen etwas anderes: Wenn sie am Morgen Kaffee getrunken haben, räumen sie ihr Zimmer auf. Rücken sie Ihren Lehnstuhl zurecht, so dass sie in den Garten hinausschauen können. Freuen sie sich daran, wie alles wächst und blüht. Und dann nehmen sie ihr Strickzeug und fangen sie an zu stricken, Stricken sie eine Viertelstunde lang vor Gott. Lassen sie ihn dabei zuschauen. Mehr brauchen Sie nicht zu tun. Ja, ihn nur beim Stricken zuschauen lassen! Jeden Tag – eine Viertelstunde lang.“ Die Frau, verwundert, bedankt sich und geht. Nach einem halben Jahr kommt sie wieder: „Herr Erzbischof, ich danke ihnen. Was ich ein Leben lang vergebens gesucht habe, habe ich nun gefunden: die Nähe Gottes!“

Wissen wir es zur Genüge? Gott vertraut uns so sehr, dass er an jeden von uns einen Ruf richtet. Wozu ruft er auf? Er lädt uns ein zu lieben, wie er uns liebt. Und es gibt keine tiefere Liebe als so weit zu gehen, sich für Gott und für die anderen hinzugeben. (Frére Roger)

„Erhebet die Herzen!“ – Diese Einladung in der Messe hört sich leicht an. Aber haben Sie schon einmal versucht, Herzen sich erheben zu lassen? Manche Herzen sind voller Bitterkeit, Auflehnung und Hass. Welch eine Last ist doch der Neid! Welch eine Last ist doch der Stolz, der Hochmut, die Eitelkeit! Erhebet die Herzen! Jedesmal, wenn wir diese Worte hören, wollen wir auch an die denken, deren Herz am Boden zertreten ist, die mutlos sind, keine Hoffnung haben und keinen Grund mehr zu leben. (Dom Helder Camara)

„Machen Sie sich keine Sorge. Gott will Sie zum Wunder des Vertrauens machen. Gehen Sie auf seine Absichten ein.“ P. Josef Kentenich

 Wofür stehst du ein? Was ist dir wirklich wichtig? Und ich mein nicht nur ein bisschen. Nein, ich mein: so richtig. Was schätzt du wert? Was geht dich am meisten an von allen Schätzen, die man schätzen kann? Ich gehe davon aus, was immer es auch sei, wenn’s dir wirklich wichtig ist, bist du aus vollem Herzen mit dabei. (Bodo Wartke) Jesus meint jeden ganz persönlich: Komm, folge mir nach! Niemand ist zu unwichtig oder zu klein, zu wenig gebildet oder nicht mutig genug, dass Jesus ihn nicht meinen würde. Niemand! Jeder Mensch hat eine unverlierbare Würde. Keiner ist so arm, dass er nicht auch etwas geben könnte, und keiner so reich, dass er nicht auch empfangen müsste. (Robert Zollitsch)

Wir haben gelernt, die Luft zu durchfliegen wie die Vögel und das Meer zu durchschwimmen wie die Fische, aber nicht die einfache Kunst, als Brüder zusammenzuleben. (Martin Luther King)

Das Wort Gottes trägt man nicht in einem Köfferchen bis ans Ende der Welt: Man trägt es in sich, man nimmt es mit sich auf den Weg. Man lässt es bis auf den Grund seiner selbst sinken, bis zu dem Dreh- und Angelpunkt, in dem sich unser ganzes Selbst dreht. Diese Menschwerdung Gottes in uns, diese Einwilligung, uns von ihm modeln zu lassen, das nennen wir Zeugnis geben. (Madeleine Delbrêl)

Gott, öffne mir die Augen, mach weit meinen Blick und mein Interesse, damit ich sehen kann, was ich noch nicht erkenne. Gott, öffne mir die Ohren, mach mich hellhörig und aufmerksam, damit ich hören kann, was ich noch nicht verstehe. Gott, gib mir ein vertrauensvolles Herz, das sich deinem Wort und deiner Treue überlässt und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat. Gott, ich weiss, dass ich nur lebe, wenn ich mich von dir rufen und verändern lasse. Amen (Nach Willi Lambert SJ)

Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde. Diese Hingabe muss nicht in einem grossen, sie kann auch in vielen kleinen Schritten geschehen. Vielleicht ist die kleinere Masseinheit einer solchen Liebe jeder Blutstropfen Leben unseres Alltags, den wir bereit sind, für andere hinzugeben. Jeder Blutstropfen an Verständnis und Verzeihen, an Kraft und Einsatz, an Zuversicht und Geduld. (Etty Hillesum)

Das sollte mein Leben werden: eine einzige Melodie auf Gottes unendliche Güte, Liebe und Barmherzigkeit. (P. Josef Kentenich)

Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag gerade brauchen. Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt … Ein Tag ist genug, um Glauben zu bewahren. Es ist an jedem Morgen ein neuer Kampf, durch allen Unglauben, durch allen Kleinglauben, durch alle Unklarheit und Verworrenheit, durch alle Furchtsamkeit und Ungewissheit zum Glauben hindurchzustoßen und ihn Gott abzuringen. (Dietrich Bonhoeffer)

Herr, sprich dein ewiges Wort in mich und lass es mich hören. Herr, strahle dein Licht in mich und lass es mich schauen. Herr, drücke dein Bild in mich und lass es mich bewahren. Herr, wirke dein Werk in mir und lass es mich stets von Neuem empfangen (aus dem Kloster Rheinau 14. Jh.)

Meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir wissen, dass er uns liebt. (Teresa von Avila)

Es ist nicht so, daß der liebe Gott uns die Tür immer sperrangelweit aufgemacht hat, meist hat er nur eine kleine Luke geöffnet. Und darin besteht das Meisterstück: aus der kleinen Lücke die Absicht Gottes heraus zu spüren, den Mut zu haben, durch diese Lücke hindurch zu schlüpfen. (P. Josef Kentenich)  

  Leite mich, mein Herr und Gott, lenke Herz und Sinne, dass ich diesen Tag mit dir frohgemut beginne. Leite mich, mein Herr und Gott, lenke meine Worte, dass sie schlicht und heilsam sind, auch an dunklem Orte. Leite mich, mein Herr und Gott, lenke meine Taten, dass, von deinem Geist erfüllt, sie mir wohl geraten. Leite mich, mein Herr und Gott, lenke meine Seele, dass ich weise und bedacht stets das Gute wähle. Leite mich, mein Herr und Gott, lenke meinen Willen. Gibt mir Liebe. Sie allein kann die Sehnsucht stillen. (Arnd Herrmann)

Je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird, desto mehr muss er auch in diesem Sinn aus sich herausgehen, das heißt in die Welt hinein, um das göttliche Leben in sie hineinzutragen. Es kommt nur darauf an, dass man zunächst einmal in der Tat einen stillen Winkel hat, in dem man mit Gott so verkehren kann, als ob es sonst überhaupt nichts gäbe, und das täglich … (Edith Stein)

Brecht auf ohne Landkarte – und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens. (Madeleine Delbrêl)

„Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiss: Staunenswert sind deine Werke.“ (Ps 139, 14)

„Heiligkeit besteht in dem Mut, jeden Tag neu anzufangen.“ (P. J. Kentenich)