„Wir sind eine katholische Gemeinschaft von Männern, die Verantwortung übernehmen – für sich, ihre Familien und die Gesellschaft. Wir leben christliche Werte modern, alltagsnah und mit echter Brüderlichkeit als Rückhalt. Inspiriert von der Schönstatt-Spiritualität schöpfen wir Kraft aus dem Glauben, um die Welt von heute aktiv mitzugestalten.“
Zusammen unterwegs
Jedes Jahr gestalten wir unsere Sommer-Exerzitien-Woche.
Dieses Jahr waren wir in Schönstatt.
Zusammen singen, beten, wandern, zuhören, austauschen, nachdenken und feiern.
Sommerwoche mit dem heiligen Franz von Assisi
Etwa alle drei Jahre gestalten wir unsere Sommerwoche als Wallfahrt nach Schönstatt.
Im Jahr des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi beschäftigten wir uns unter anderem mit den Fastenpredigten von Papstprediger Pater Roberto Pasolini über diesen grossen Heiligen. Darin entdeckten wir auch Hinweise für uns im Männerbund. Franz war ein Mann, der vom Feuer des Evangeliums erfüllt war. Er wollte Christus immer ähnlicher werden. Deshalb lebte er in Armut.
Die Demut war für ihn das wahre Mass menschlicher Grösse. Für ihn war die Bekehrung nicht ein für alle Mal vollzogen, sondern sie müsste immer wieder neu beginnen. Sie ist in erster Linie Gottes Initiative, an der der Mensch in aller Freiheit teilhaben kann. Als sich ihm weitere Männer anschlossen, fragte er Gott, was dessen Wille war. Sie verstanden, dass sie nach dem Evangelium leben wollten. „Einer ist euer Meister und ihr seid alle Brüder. Sie sollen sich wie Familienangehörige verhalten. Er betrachtete die Brüder immer als Ge-schenk des Herrn, die ihre Erfüllung in der Mission fanden. Die reifste Frucht seiner Erfah-rung war die Freiheit der Kinder Gottes. Nicht die Freiheit derer, die vor den Risiken und Lasten des Lebens zurückschrecken, sondern die nach und nach durch viele Prüfungen gelernt haben, dass uns nichts- nicht einmal Ablehnung, Krankheit oder Tod- jemals von der Liebe Gottes trennen kann. Welch eine Verheissung für uns alle.
Gegner und Verbündeter
Es gibt Worte, die verleiten mich durch ihren Klang zu falschen Schlüssen. Ein solches Wort ist „Kontrahent“. In der Umgangssprache bezeichnet man damit den Gegner. Vielleicht wegen dem ähnlich tönenden lateinischen Wort „contra“ (= gegen). Die ursprüngliche Bedeutung kommt aber vom lateinischen Doppelwort „con-trahere“, also „con“ (= mit) und „trahere“ (= ziehen). Die Juristen verstehen das, wenn sie von „Kontrakt“ reden. Dort gehts darum, dass zwei an einem Strick ziehen – am besten noch in die gleiche Richtung, damit man sich nicht gegenseitig blockiert.
Beim „Bund“ oder „Bündnis“ geht es darum, sich miteinander zu verbinden. Wir als Menschen untereinander, oder mit Gott. Beim Liebesbündnis mit der Gottesmutter Maria vertrauen wir auf denjenigen Menschen, der Jesus am nächsten steht. Sie weiss am besten, in welche Richtung man im Leben ziehen soll, um Gott näher zu kommen. Es ist einfacher, wenn man dazu ein paar Mitstreiter hat, die am gleichen Strick ziehen.
Peter Z.
(4.10.2026)
Kräfteparallelogramm
Was in der Mechanik gilt, kann uns auch im Alltag hilfreich begleiten.
In einer Sommerwoche hat uns Werner Hegglin dieses Bild verteilt und wir beschäftigten uns während 5 Tagen damit. Mein Beitrag in Form von Gedanken, Worten und Werken ist wichtig. Zusammen mit anderen Beiträgen von Mitmenschen und vor allem vom Himmel ergibt sich eine grössere Resultierende. Miteinander können wir mehr erreichen als alleine. Und wenn die Richtung noch ähnlich ist, geht es viel rasanter vorwärts. Nehmen wir also Hilfe an, lassen wir uns beschenken! Ganz nach dem Motto: Nichts ohne dich, nichts ohne uns!
Auf welche Kräfte zähle ich? In der heutigen Zeit bauen wir viel auf Maschinen, Berechnungen, Elektronik und KI. Wie sehen wir es aber mit dem Bauchgefühl, mit unseren Träumen, unseren Sehnsüchten? Wie kommen wir zum inneren Frieden, zum Glück, zur Freude – zu unserem wahren Selbst?
Für mich sind das Begegnungen mit den Mitmenschen, Aufenthalte in der Natur, körperliche Tätigkeiten, Staunen beim Anblick eines Morgenhimmels, stille Zeiten, Gebete, Musik, Kunst und vor allem grosse Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens.
Peter Schoch
Verso l’Alto
Vor einem Jahr wurde Pier Giorgio Frassati heilig gesprochen. Er lebte von 1901 bis 1925 in Turin. Sein Motto «Verso l’alto», schrieb er auf ein Foto anlässlich seiner letzten Bergwanderung. Er hinterliess ein Leben, welches geprägt war von Zuwendung und Hilfsbereitschaft, von der Gabe, in seiner Umgebung Freude und Sehnsucht nach dem Höchsten zu wecken. Die Menschen wurden mitgezogen.
Wer hätte dies nicht schon erlebt: In der Nähe von Freude entsteht Freude, in der Nähe von Sorgfalt Sorgfalt, in der Nähe von Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit. Pier Giorgio Frassati ist ein Heiliger unserer Zeit. In seiner Nähe war der Himmel spürbar und ist es noch immer.
Das Bündnis, also die verbindliche Nähe, ist die zentrale Praxis der Schönstätter. Wir erleben dabei: Verso l’Alto.
Alberto
Sehnsucht
„Der Gottestrieb im Menschen kann zwar vorübergehend unterdrückt, irregeleitet, aber nicht auf die Dauer getötet werden. Der Mensch ist nicht nur ein animal sociale, ein animal metaphysicum, sondern auch ein animal religiosum. Der Gottestrieb gehört zu den Urtrieben der menschlichen Natur, und solche Triebe lassen sich auf die Dauer nicht unterdrücken und erdrosseln. So steht der moderne Mensch vor uns: lange Strecken (seines Lebens) losgelöst von seinem Gotteshunger, der aber dann periodenweise urgewaltig auf und durchbricht.“
Joseph Kentenich Gründer der Schönstatt-Bewegung
Ob es die Sehnsucht auch heute noch gibt
ob sie noch immer
die Sprache des wilden Thymians spricht
oder nur ein Insektensummen ist
eine Zweigschattenkühle
die sich zweigschattenleicht
über die geschlossenen Augen legt
Werner Lutz
Sehnsucht
Ja, Sehnsucht gibt es definitiv noch – sie gehört zu den tiefsten und zeitlosesten Gefühlen der menschlichen Seele. Auch wenn sich unsere Welt durch Digitalisierung und ständige Erreichbarkeit verändert hat, bleibt das grundlegende Verlangen nach dem, was fern, unerreichbar oder verloren ist, tief in uns verankert.
Dazu gehört auch die Sehnsucht nach Gott, nach einem „höheren Wesen“. Pater Kentenich bezeichnet diese Sehnsucht als Gottestrieb und Gotteshunger.
Die Sehnsucht zeigt sich heute z. B. als
– Sehnsucht nach Heimat:
nach Geborgen- und Vertrautheit, nach Zeiten, die angeblich einfacher, sicherer oder besser waren.
– Sehnsucht nach echter Nähe:
Trotz hunderter Online-Kontakte bleibt das tiefe Verlangen nach realer, bedingungsloser Verbundenheit und Wahrhaftigkeit.
– Sehnsucht nach der Natur:
Der Drang, aus urbanen Räumen auszubrechen und eine tiefe, fast spirituelle Verbindung zur Natur zu spüren.
Sehnsucht ist ein innerer Kompass. Sie zeigt uns, was uns im Leben wirklich fehlt und treibt uns an, Barrieren zu überwinden, etwas zu erschaffen oder neue Wege einzuschlagen. Ohne Sehnsucht gäbe es oft keine Veränderung und keine Bewegung in unserem Leben, – nur rasenden Stillstand.
Silvio
„Wir sind eine katholische Gemeinschaft von Männern, die Verantwortung übernehmen – für sich, ihre Familien und die Gesellschaft. Wir leben christliche Werte modern, alltagsnah und mit echter Brüderlichkeit als Rückhalt. Inspiriert von der Schönstatt-Spiritualität schöpfen wir Kraft aus dem Glauben, um die Welt von heute aktiv mitzugestalten.“
Zusammen unterwegs
Jedes Jahr gestalten wir unsere Sommer-Exerzitien-Woche.
Dieses Jahr waren wir in Schönstatt.
Zusammen singen, beten, wandern, zuhören, austauschen, nachdenken und feiern.









