Willkommen beim Frauen- und Mütterbund

Im Urheiligtum

Wir sind eine Gemeinschaft von Frauen und Müttern

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Heinrich Danioth (1896-1953): URNER ALPSEGEN, 1931, Privatbesitz

Wir pflegen Gemeinschaft

Wir sind eine Gemeinschaft von Frauen und Müttern, die sich im Geiste Schönstatts monatlich in Gruppen treffen. Einmal im Jahr finden wir uns als Gesamtgemeinschaft zusammen. Wir beten, erzählen, hören, lesen, singen, wandern… Gemeinsam versuchen wir, den Glauben an Gott zu nähren, zu hüten und weiterzugeben.

Wir leben aus dem Liebesbündnis

Unsere Gemeinschaft wurzelt im Liebesbündnis mit der Muttergottes und durch sie mit dem Dreifaltigen Gott. Die Muttergottes hat uns Jesus Christus geboren. Durch ihn schenkt uns Gott seinen Bund. Wir versuchen, täglich aus diesem Bund Leben zu gestalten.

Wir wollen freie, liebende und starke Frauen sein

Unsere schöne und anspruchsvolle Aufgabe ist, unsere von Gott geschenkten Talente und Fähigkeiten zu entfalten. Wir wollen uns erziehen zu freien, starken, liebenden und geliebt wissenden Frauen. Die Muttergottes hilft uns dabei. Gerne orientieren wir uns am Gebet:

„Lass uns gleichen deinem Bild, ganz wie du durchs Leben schreiten, stark und würdig, schlicht und mild, Liebe, Fried und Freud verbreiten. In uns geh durch unsere Zeit, mach für Christus sie bereit.“
(P. Kentenich)

Unser Alltag: Fähigkeiten entfalten für Kirche und Welt

Die Entfaltung der Fähigkeiten, die Selbsterziehung wird im Alltag ganz konkret. Den Herausforderungen, die jeder Tag uns stellt, wollen wir aus dem Liebesbündnis begegnen. Die tägliche Arbeit ist unser Beitrag zum Aufbau des Reiches Gottes. Auf diese Weise lassen wir den christlichen Glauben hineinleuchten in unsere Zeit zur Erneuerung von Kirche und Welt.

Gerne können Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Dafür steht unsere Bundesleitung bereit:

Bundesleitung

Rita Hegglin-Besmer (Bundesleiterin)
Hofstrasse 30
6300 Zug
Tel. 041 710 34 29
frauen-muetterbund@schoenstatt.ch

Maria Hässig (stv. Bundesleiterin)
Schädrütihalde 9
6006 Luzern

Manuela Manser-Crameri (Bundeskursmutter)
Bannhaldestrasse 24c
8500 Frauenfeld

Geistlicher Assistent

P. Edwin Germann
Berg Sion
6048 Horw

(von Rita Hegglin-Besmer)

Vor ein paar Tagen bekam ich per Mail eine der vielen „Weisheitsgedichte“ zugeschickt. Es mag ein bisschen wahr, lustig und gut formuliert sein. Mit einem Lächeln legte ich es auf den Altpapierstapel … oder aber, kam mir plötzlich in den Sinn, passt es in umgekehrter Reihenfolge etwa zur Geschichte des Frauen- und Mütterbundes in der Schweiz?

Ich fühle mich,
als könnte ich
Bäume ausreissen.
Also kleine
Bäume. Vielleicht
Bambus. Oder
Blumen. Na gut,
Gras. Gras geht.
(Anonym)

 

Zur Geschichte

Beginnen wir mit dem ‚Gras’, respektive mit den Anfängen unserer schweizerischen Bundesgeschichte: Nach vielen Gesprächen und Begegnungen wagten 1994 acht Frauen in der Ostschweiz den ersten Schritt in die Bundesgeschichte. Begleitet wurden sie von Pater Werner Hegglin und Verena Gehrig, Frau von Schönstatt. 2008 schloss der 3. Kurs bereits die Ewigweihe. Bis heute haben sich schweizweit fünf Kurse gebildet und einer ist zurzeit im Aufbau.

Die Sehnsucht anerkannt und auch konstituiert zu werden, verstärkte sich immer mehr. Dabei begleiteten uns Sr. M. Luciane Machens aus Schönstatt und Pater Edwin Germann. 2013 bestätigte das Generalpräsidium unseren Weg zur Konstituierung. Das hatte zur Folge, dass wir unser ‚Bundesbuch’ (eine Art Satzungen) tüchtig überarbeiten mussten. Dieser Prozess bedeutete für jede von uns neu zu überprüfen, ob die Zugehörigkeit zum Bund immer noch der angemessene und richtige Weg sei.

Bei unserem ersten Bundeskapitel im November 2014 kam dann die Gründungsphase zum guten Abschluss. Wir verabschiedeten unser Bundesbuch, indem steht, worauf wir gründen, wonach wir streben und wie wir unser Gemeinschaftsleben pflegen wollen.

In den drei Tagen in Quarten wurde intensiv ausgetauscht und demokratisch abgestimmt. Im Heiligtum übergaben wir alles durch die Mutter Gottes dem Dreifaltigen Gott und baten um den Segen für die zukünftige Arbeit.

Mit dieser Geschichte kann man noch keine Bäume ausreissen. Damit unsere Kraft für Blumen, Bambus oder sogar Bäume reicht, braucht es die Kraft des Heiligen Geistes. Nur durch Ihn wird unser Bund wirklich beseelt.

 

Worauf wir gründen und wonach wir streben

Wir alle, die mit der Mutter Gottes von Schönstatt unterwegs sein wollen, identifizieren wir uns ganz als Nachfolgerinnen Christi. Wir pflegen den Glauben, beseelen unseren Alltag aus dem Liebesbündnis und sind bestrebt, unser Sein und unsere Aufgaben als Frauen und Mütter zu ergründen. Der Schöpfungsgedanke einer jeden von uns gilt es zu entdecken. Unser tägliches Arbeiten als Beitrag (Werktagsheiligkeit) ist zentral. Immer mehr spüren wir aber auch, ass in der so oft Gott fernen Welt unser Gebet wichtiger wird. Bei all unseren Treffen hat das gemeinsame Feiern und Beten einen hohen Stellenwert. Stets bestärken wir einander, indem wir gemeinsam das Liebesbündnis erneuern.

Unser Glaube soll Bäume ausreissen, respektive Berge versetzen. Durch das tägliche apostolische Wirken in unseren so unterschiedlichen Wirkungsfeldern möchten wir echte, kraftvolle Zeugen des Glaubens werden und aus dieser Wirklichkeit die Gegenwart mitgestalten.

Ganz im Sinne eines unserer Lieblingsgebete sind wir bestrebt, eine tragfähige Gemeinschaft zu sein, auf die der Himmel sich verlassen darf.

 

Lass uns gleichen deinem Bild, ganz wie du durch Leben schreiten,
stark und würdig, schlicht und mild,
Liebe, Fried und Freud verbreiten.
In uns geh durch unsere Zeit,
mach für Christus sie bereit.

 

Wie pflegen wir Gemeinschaft

Diese Grundhaltung versuchen wir zuerst in unseren Familien wie auch in der Bundesgemeinschaft, an unseren Arbeitsorten und in den Pfarreien … ernst zu nehmen und umzusetzen.

In den 20 Jahren Bundesgeschichte lernten wir, dass wir wohl mit all unseren Apostolatsfähigkeiten doch allzu oft beim Gräser ausreissen bleiben, ausser wir bauen ganz auf unser Bündnis und auf die Mitwirkung des Heiligen Geistes. Dann wird plötzlich Unmögliches möglich.

Lange fragten wir uns, ob es jungen Frauen geben wird, welche in der Palette der heutigen Angebote den Bund wählen werden. Wir taten alles mögliche dafür und lange schien sich nichts zu bewegen. Aber siehe da, der Heilige Geist wirkte mit. Vier junge Frauen wagten den Aufbruch. In der Kandidatur dürfen diesen Frauen noch vertrauter werden mit der Spiritualität von Schönstatt, können zusammenwachsen zu einer Kursgemeinschaft und werden schrittweise ihr Kursideal finden. Sie werden immer mehr erfahren, dass der Bund eine apostolische Gemeinschaft ist. Die Kandidatur und die Zeit der zeitlichen Weihen ist immer auch eine Aufforderung, den eigenen Weg zu prüfen und viele apostolische Erfahrungen zu sammeln. Die ewige Weihe ist dann das entschiedene Ja zu dieser Berufung im Bund.

In unserer Lebensgemeinschaft sind wir stets bereit, tiefer in unser Christsein hineinzuwachsen. Dazu treffen wir uns drei Mal pro Jahr im eigenen Kurs, monatlich in der Regionalgruppe und jährlich an einer gemeinsamen Bundestagung. Ein paar Tage Exerzitien werden allen wärmstens empfohlen. Ansonsten stehen wir mit beiden Beinen dort, wo uns der liebe Gott hinstellt und versuchen Bambusstauden und Bäume auszureissen.

(dieser Artikel ist auch in Schönstatt-Info 2/ 2015 erschienen)

 

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Unsere ganz persönlichen Buchempfehlungen:

Augustus

John Williams: Augustus. dtv, 2016.

„Was es heisst, ein Mensch zu sein … Octavius ist neunzehn, sensibel, wissbegierig, und er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Grossneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.
Williams schildert das Wirken und Leben dieses aussergewöhnlichen Mannes, des späteren Kaiser Augustus‘, in dramatischen Szenen, so plastisch, so mitreissend, als würden die Geschehnisse sich in unseren Tagen ereignen.
Überwiegend fiktive Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmass zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben liess, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen, wie jeder Mensch – als das »arme Geschöpf, das er nun einmal ist.« Auch dieser historisch-biographische Roman fügt sich in das schmale aber ausserordentliche Werk des posthum durch >Stoner< weltberühmt gewordenen Autors, in dessen Mittelpunkt die tiefgreifende Frage steht, was es heisst, ein Mensch zu sein.“ (Klappentext)

(Buchempfehlung für Februar 2017)

Menschen von Gottes Farbe

Fridolin Wechsler: Menschen von Gottes Farbe. Luzern: Rex Verlag, 2015.

„Es ist nicht gleichgültig, worauf wir unseren Blick richten, woran wir unser Herz hängen. Früher oder später wird es auf uns abfärben, unseren Charakter und unser Gesicht prägen. So sagte der mittelalterliche Mystiker Johannes Fauler von den Menschen, deren Leben auf Gott ausgerichtet war, sie seien ‚ganz gottfarben‘ geworden, und wer sie sehe, würde sie ‚in der Farbe, der Weise Gottes‘ erblicken.

Dieses Buch erzählt von zehn solchen ‚gottfarbenen‘ Menschen. Sie lebten zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Kulturen und spiegeln so etwas von der Vielfarbigkeit christlicher Spiritualität wider.“  (Klappentext)

(Buchempfehlung für Februar 2017) 

Via Mala

Knittel, John: Via Mala. 6. Auflage. Fischer Verlag, 2001. 

Ein Buch für lange Winterabende oder für die Sommerferien: Der Klassiker „Via Mala“ von John Knittel umfasst in der Taschenbuchausgabe (Fischer Taschenbuch 2014) 507 Seiten. Man merkt dem Buch auch an, dass es aus einer andern Zeit kommt: Knittel schrieb seinen Bestseller 1934 und erlangte durch ihn Weltruhm.
Wer sich einlässt auf das etwas andere Tempo und auf diese fremde, düstere Welt an der berühmten Passstrasse erfährt sehr viel aus der Vergangenheit unseres Landes, erlebt wie arm und abhängig die Menschen damals lebten: Die Familie des Sägemüllers Lauretz ist dem Familienoberhaupt, einem Trunkenbold und Wüstling, ausgeliefert. Während er den wenigen Verdienst vertrinkt oder zu seiner „Freundin“ trägt, hat die Familie kaum das Nötigste zum  Leben. Als die Situation eskaliert, ermorden sie den Vater und geben an, er sei von einer Sauftour nicht mehr zurückgekommen.
Die Tat bleibt jahrelang unentdeckt, bis sich eine der Töchter ausgerechnet in den Juristen Dr. Andreas von Richenau verliebt. Ihm gerät eines Tage die Akte des ungelösten Falls in die Hände.
Wie gesagt: man muss sich zunächst etwas Einlesen in diese Sprache. Doch schon bald entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich nicht so leicht entziehen kann. Knittel schildert die Familie Lauretz so, dass man schon bald mit ihr zu Leiden und zu Bangen beginnt. (cz)

(Leseempfehlung Januar 2017) 

 

Zeitdetektive

Als (Weihnachts-)geschenk oder auch um das eigene historische Wissen aufzufrischen, eignen sich die inzwischen 34 Bände von Fabian Lenk um die „Zeitdetektive“: drei Kinder und eine Katze. Kim, Julian und Leon besitzen den Schlüssel zur alten Bibliothek im Benediktinerkloster St. Bartholomäus. Diese Bibliothek birgt ein Geheimnis, den etwas unheimlichen Zeitraum „Tempus“, mit dem sich die Zeitdetektive immer wieder mal in frühere Zeiten zurückversetzen lassen, wenn sie auf eine interessante Frage in der Vergangenheit stossen.  Im aktuellen Band „Barbarossa und der Raub von Köln“ (Ravensburger 2016) geht es um die Frage, ob tatsächlich jemand versucht hat, die Gebeine der Heiligen Drei Könige zu stehlen, ehe sie im Kölner Dom ausgestellt werden konnten.

Die Kinder lösen mit Hilfe ihrer klugen Katze Kaja (welche sie von einer ihrer ersten Zeitreise nach Ägypten mitgebracht haben) stets einen Kriminalfall. Das macht das Lesen für Kinder noch spannender. In einem Glossar werden spezielle Ausdrücke erklärt. Auch als Erwachsener kann man hier noch dazulernen.

(Buchempfehlung für Dezember 2016, c.z.)

Literaturempfehlungen Archiv 2016

Januar 2016: Kermani, Navid: Ausnahmezustand : Reisen in eine beunruhigte Welt. München: Beck Verlag, 2013. 

Februar 2016: Hiraide Takashi: Der Gast im Garten / aus dem Japanischen von Ursula Gräfe, mit Bildern von Quint Buchholz. Berlin: Insel Verlag, 2015 

März 2016: Aharon Appelfeld: Geschichte eines Lebens. Berlin: rowohlt-Verlag, 2005.

April 2016: Henri J.M. Nouwen: Nimm sein Bild in dein Herz : Geistliche Deutung eines Gemäldes von Rembrandt. 9. Aufl. Freiburg i. Br.: Herderverlag, 1999 (auch in neueren Auflagen)

Mai 2016: Alfred Bodenheimer: Der Messias kommt nicht : Rabbi Kleins dritter Fall. München: Nagel&Kimche im Carl Hanser Verlag, 2016.

Juni 2016: Meral Kureyshi: Elefanten im Garten. Zürich: Limmat-Verlag, 2015

Juli 2016: Renate Feyl: Die profanen Stunden des Glücks. Köln: Kiepenheuer und Witsch, 1996

August 2016: Jean-Luc Bannalec: Bretonische Flut : Kommissar Dupins fünfter Fall. 1. Aufl. Köln: Verlag Kiepenheuer&Witsch, 2016.

September 2016: Friederike Gösweiner: Traurige Freiheit. 2. Aufl. Graz/Wien: Literaturverlag, 2016

Oktober 2016: Therese Bichsel: Grossfürstin Anna : Flucht vom Zarenhof in die Elfenau. Oberhofen am Thunersee: Zytglogge Verlag, 2012.

November 2016: Scheuer, Norbert: Die Sprache der Vögel. München: C.H. Beck, 2015

Dezember 2016: Lenk, Fabian: Die Zeitdetektive. Ravensburger Buchverlag, fortlaufende Reihe.

Literaturempfehlungen Archiv 2015

Januar 2015: Oscar Peer: Das Raunen des Flusses. Limmatverlag, 2015

Februar 2015: Heidi Lanz, Liliane De Meestre: „Ulrich Inderbinen – Ich bin so alt wie das Jahrhundert“. Rotten-Verlag, 2014

März 2015: Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung. Dumont, 2014

April 2015: Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil. Hanser-Verlag, 2011. 

Mai 2015: Marcella Meier: Das grüne Seidentuch. Familiensaga. Montabella Verlag, 2007 (Neuauflage Taschenbuch: Piper Verlag 2015)

Juni 2015: Assia Djebar: Nirgendwo im Haus meines Vaters. Fischer Verlag 2009.

Juli 2015: Stephan Peek: Woher kommt die Kraft zur Veränderung? Neue Wege der Persönlichkeitsentwicklung. 3. Auflage. Hamburg: Ellert&Richter Verlag, 2012.

August 2015: Maja Haderlap: Engel des Vergessens. Göttingen: Wallstein Verlag, 2011.

September 2015: John Williams: Stoner / aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben. 4. Auflage. München: dtv, 2013

Oktober 2015: Asta Scheib: Das Schönste, was ich sah. dtv-Verlag, 2011.

November 2015: Emma Healey, Elizabeth wird vermisst; Lübbe Paperback 2014

Dezember 2015: Doerr, Anthony: Alles Licht, das wir nicht sehen. Beck Verlag, 2015.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veranstaltungen vom Frauen- und Mütterbund

Zur Zeit finden keine Veranstaltungen statt.

Wissen wir es zur Genüge? Gott vertraut uns so sehr, dass er an jeden von uns einen Ruf richtet. Wozu ruft er auf? Er lädt uns ein zu lieben, wie er uns liebt. Und es gibt keine tiefere Liebe als so weit zu gehen, sich für Gott und für die anderen hinzugeben. (Frére Roger)

Wohl kenne ich den Quell, der rinnt und fliesset,
wenn es auch Nacht ist.

Verborgen ist dem Blick die ewge Quelle,
doch weiss ich wohl zu finden ihre Stelle,
wenn es auch Nacht ist.

Ich weiss, nicht Ursprung hat sie je genommen,
doch aller Ursprung ist aus ihr gekommen,
wenn es auch Nacht ist.

Niemals hat ihre Klarheit sich verdunkelt
und alles Licht weiss ich aus ihr entfunkelt,
wenn es auch Nacht ist.

Verborgen rinnt der Quell, auf dass wir leben,
in dem lebend’gen Brot, das uns gegeben,
wenn es auch Nacht ist.

Ersehnter Quell, dich such ich nicht vergebens,
ich schaue dich in diesem Brot des Lebens,
auch wenn es Nacht ist.
(Johannes vom Kreuz)

„Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“ (Num 6,24-26)

„Erhebet die Herzen!“ – Diese Einladung in der Messe hört sich leicht an. Aber haben Sie schon einmal versucht, Herzen sich erheben zu lassen? Manche Herzen sind voller Bitterkeit, Auflehnung und Hass. Welch eine Last ist doch der Neid! Welch eine Last ist doch der Stolz, der Hochmut, die Eitelkeit! Erhebet die Herzen! Jedesmal, wenn wir diese Worte hören, wollen wir auch an die denken, deren Herz am Boden zertreten ist, die mutlos sind, keine Hoffnung haben und keinen Grund mehr zu leben. (Dom Helder Camara)

„Machen Sie sich keine Sorge.
Gott will Sie zum Wunder des Vertrauens machen.
Gehen Sie auf seine Absichten ein.“
P. Josef Kentenich

Wie Maria da sein – warten
mit offenem Herzen
und offenem Leib

wie Maria  hören und erschrecken
fragen und Ja sagen
seine Dienerin sein

wie Maria das Wort geschehen lassen
das Unmögliche glauben
das Kind empfangen und
Betlehem sein

wie Maria aufbrechen
eilen über Berge zum Du
den Gruss weitergeben
die Freude hüpfen sehen und
selber Lobgesang sein

wie Maria Simeon begegnen – staunen
seinem Segen vertrauen
sich verwunden lassen
vom Schwert in der Seele und
Mutter der Schmerzen sein

wie Maria Jesus suchen voll Angst
unter Freunden vermuten
Ihn finden im Tempel
nicht verstehen
alles im Herzen bewahren und
Nazareth sein

wie Maria unter dem Kreuz stehen
flehen, klagen und weinen
mit Ihm Auferstehung feiern
Pfingsten entgegenwarten und
im Herzen der Kirche sein
(Sr. Reinhild von Bibra)

Wofür stehst du ein? Was ist dir wirklich wichtig? Und ich mein nicht nur ein bisschen. Nein, ich mein: so richtig. Was schätzt du wert? Was geht dich am meisten an von allen Schätzen, die man schätzen kann? Ich gehe davon aus, was immer es auch sei, wenn’s dir wirklich wichtig ist, bist du aus vollem Herzen mit dabei. (Bodo Wartke)

Jesus meint jeden ganz persönlich: Komm, folge mir nach! Niemand ist zu unwichtig oder zu klein, zu wenig gebildet oder nicht mutig genug, dass Jesus ihn nicht meinen würde. Niemand! Jeder Mensch hat eine unverlierbare Würde. Keiner ist so arm, dass er nicht auch etwas geben könnte, und keiner so reich, dass er nicht auch empfangen müsste. (Robert Zollitsch)

Wir haben gelernt, die Luft zu durchfliegen wie die Vögel und das Meer zu durchschwimmen wie die Fische, aber nicht die einfache Kunst, als Brüder zusammenzuleben. (Martin Luther King)

Das Wort Gottes trägt man nicht in einem Köfferchen bis ans Ende der Welt: Man trägt es in sich, man nimmt es mit sich auf den Weg. Man lässt es bis auf den Grund seiner selbst sinken, bis zu dem Dreh- und Angelpunkt, in dem sich unser ganzes Selbst dreht. Diese Menschwerdung Gottes in uns, diese Einwilligung, uns von ihm modeln zu lassen, das nennen wir Zeugnis geben. (Madeleine Delbrêl)

Gott, öffne mir die Augen,
mach weit meinen Blick und mein Interesse,
damit ich sehen kann,
was ich noch nicht erkenne.

Gott, öffne mir die Ohren,
mach mich hellhörig und aufmerksam,
damit ich hören kann,
was ich noch nicht verstehe.

Gott, gib mir ein vertrauensvolles Herz,
das sich deinem Wort und deiner Treue überlässt
und zu tun wagt,
was es noch nicht getan hat.

Gott, ich weiss, dass ich nur lebe,
wenn ich mich von dir rufen
und verändern lasse. Amen (Nach Willi Lambert SJ)

Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde. Diese Hingabe muss nicht in einem grossen, sie kann auch in vielen kleinen Schritten geschehen. Vielleicht ist die kleinere Masseinheit einer solchen Liebe jeder Blutstropfen Leben unseres Alltags, den wir bereit sind, für andere hinzugeben. Jeder Blutstropfen an Verständnis und Verzeihen, an Kraft und Einsatz, an Zuversicht und Geduld. (Etty Hillesum)

Zum Hl. Jahr der Barmherzigkeit:
„Ein außerordentliches Heiliges Jahr also, um im Alltag die Barmherzigkeit zu leben, die der Vater uns von Anbeginn entgegenbringt. Lassen wir uns in diesem Jubiläum von Gott überraschen. Er wird nicht müde, die Tür seines Herzens offen zu halten und zu wiederholen, dass er uns liebt und sein Leben mit uns teilen will.“ (Papst Franziskus)

„Vertrauen heisst, vom Erfolg nichts sehen, aber alles von Gott erwarten.“ (J. Kentenich)

Legen wir auch Schatzkästchen für die Reichtümer vor Gott an. In ihnen finden wir eine lebendige Gottesbeziehung, Gebete, Gedichte, Bilder, Freundschaften, Erinnerungen an besondere Momente unseres Lebens und vertrauen wir, dass diese Schätze die Kraft besitzen, uns auch in Notzeiten zu versorgen. (Rita Famos)

Das sollte mein Leben werden: eine einzige Melodie auf Gottes unendliche Güte, Liebe und Barmherzigkeit. (P. Josef Kentenich)

Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag gerade brauchen. Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt … Ein Tag ist genug, um Glauben zu bewahren. Es ist an jedem Morgen ein neuer Kampf, durch allen Unglauben, durch allen Kleinglauben, durch alle Unklarheit und Verworrenheit, durch alle Furchtsamkeit und Ungewissheit zum Glauben hindurchzustoßen und ihn Gott abzuringen. (Dietrich Bonhoeffer)

Herr,
sprich dein ewiges Wort in mich
und lass es mich hören.

Herr,
strahle dein Licht in mich
und lass es mich schauen.

Herr,
drücke dein Bild in mich
und lass es mich bewahren.

Herr,
wirke dein Werk in mir
und lass es mich stets
von Neuem empfangen
(aus dem Kloster Rheinau 14. Jh.)

Meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir wissen, dass er uns liebt. (Teresa von Avila)

Es knospt
Es knospt
unter den Blättern
das nennen sie Herbst.
(Hilde Domin)

 

Es ist nicht so, daß der liebe Gott uns die Tür immer sperrangelweit aufgemacht hat, meist hat er nur eine kleine Luke geöffnet. Und darin besteht das Meisterstück: aus der kleinen Lücke die Absicht Gottes heraus zu spüren, den Mut zu haben, durch diese Lücke hindurch zu schlüpfen.
(P. Josef Kentenich)

 

Gott, dein Gruss der Gnade
komm uns spürbar nah!
Schick auch uns den Engel,
den Maria sah.

Du hast sie erhoben,
auserwählt zu sein.
Stell auch unsre Herzen
auf Erwartung ein.

Weck in uns die Freude,
dass du kommen willst
und im Sohn Marias
unsre Sehnsucht stillst.

Mädchenfrau und Mutter –
welch ein schönes Bild,
das uns mit Vertrauen
schwesterlich erfüllt.

Reichtum in der Armut
strahlt Maria aus,
und noch aus der Hütte
macht sie ein Zuhaus.

Was mit Jesu Kommen
Herrliches geschieht,
möchten wir lobpreisen
mit Marias Lied:

„Meine Seele, rühme
Gott, der Großes tut!
Er entmachtet Starke
und macht Schwachen Mut.“
(Detlev Block)

 

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke Herz und Sinne,
dass ich diesen Tag mit dir
frohgemut beginne.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Worte,
dass sie schlicht und heilsam sind,
auch an dunklem Orte.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Taten,
dass, von deinem Geist erfüllt,
sie mir wohl geraten.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Seele,
dass ich weise und bedacht
stets das Gute wähle.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meinen Willen.
Gibt mir Liebe. Sie allein
kann die Sehnsucht stillen.
(Arnd Herrmann)

Je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird, desto mehr muss er auch in diesem Sinn aus sich herausgehen, das heißt in die Welt hinein, um das göttliche Leben in sie hineinzutragen. Es kommt nur darauf an, dass man zunächst einmal in der Tat einen stillen Winkel hat, in dem man mit Gott so verkehren kann, als ob es sonst überhaupt nichts gäbe, und das täglich …
(Edith Stein)

Brecht auf ohne Landkarte – und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens.
(Madeleine Delbrêl)

„Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiss: Staunenswert sind deine Werke.“ (Ps 139, 14)

„Heiligkeit besteht in dem Mut,
jeden Tag neu anzufangen.“
(P. J. Kentenich)